Freifunk-NetzFreies WLAN über Berlin-Kreuzberg

Router auf dem Dach des Rathauses in Berlin-Kreuzberg bieten jetzt ein Freifunk-WLAN-Netz. Die Reichweite der Antennen beträgt bis zu zehn Kilometer.

Besucher des Bürgeramts im Berliner Rathaus Kreuzberg haben über ein neu eingerichtetes Freifunk-WLAN kostenlosen und zeitlich uneingeschränkten Zugang zum Internet. Das berichtete die IT-Zeitung Golem nach Bekanntgabe der Initiative Freifunk. Zusammen mit einem Access-Point im Warteraum in der dritten Etage wurden auf dem Dach des elfstöckigen Gebäudes drei WLAN-Router installiert.

Die Router sollen durch Richtantennen eine Reichweite von bis zu zehn Kilometern haben und Verbindungen zu dem bereits über den Dächern von Berlin bestehenden Freifunk-Netz und den darin angebundenen Internetzugängen herstellen, teilte die Initiative laut Golem mit.

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Die Bezirksverordnetenversammlung beschloss im Frühjahr 2012 den Start des WLAN-Pilotprojekts. Alle Geräte wurden von Freifunk installiert, das Bezirksamt stellt die Aufstellorte und den elektrischen Strom für die Geräte zur Verfügung.

Umgehung der Störerhaftung

In einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung hieß es: "Die Energiekosten belaufen sich nach Auskunft der Initiative Freifunk bei rund vier Watt Stromverbrauch pro Access-Point auf etwa zehn Euro pro Jahr." Das Problem der Störerhaftung sei für den Bezirk in diesem Modell ausgeschlossen, da er keine eigene Bandbreite zur Verfügung stelle, "sondern lediglich den Stellplatz für die Infrastruktur zur Verbreitung des Freifunknetzes, wie es im Übrigen einige Kirchen im Bezirk bereits tun".

Die Zugänge zum Internet werden von Bürgern innerhalb des Freifunk-Netzes bereitgestellt, so die Initiative. Um die Störerhaftung zu umgehen, leitet Freifunk die Daten verschlüsselt durch ein VPN (virtuelles privates Netz) über Schweden.

Die gleiche Technik benutzt auch die Freifunk Freedom Fighter Box, die seit Juni 2012 kostenlos verteilt wird, um freies WLAN an öffentlichen Plätzen bereitzustellen und gegen die Störerhaftung zu protestieren. Insgesamt 100 dieser Router wurden verschenkt. Sie sollen in Cafés, Vereinen und Organisationen stehen "bei jedem, der gern ein offenes WLAN anbieten würde und sich nicht traut, und bei dem viel Publikumsverkehr ist", sagte Jürgen Neumann, Sprecher der Initiative Freifunk.

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Leserkommentare
    • Euwie
    • 25. Dezember 2012 10:53 Uhr

    Die Sache mit der Störerhaftung ist nur noch peinlich für Schland.

    Erstens scheint es in allen anderen Ländern auch Ohne zu gehen -- Außer natürlich diktatorischen Staaten. Bei meinem letzten Besuch in Österreich war das eine tolle Sache, auf Plätzen im offenen Netz zu surfen. Gerade im Urlaub braucht man ja immer wieder Informationen.

    Und Ausländer, die hier zu Besuch sind, halten uns für Rückständig, da sie das aus ihren eigenen Ländern für selbstverständlich erachten (Im SPIEGEL gab es einen Artikel über CHINESEN(!), der ziemlich irritiert war.)

    Und viele ärmere Menschen können sich einen EIGENEN Internet-Anschluss gar nicht leisten. Die informelle Grundversorgung ist so nicht gewährleistet, und viele Bevölkerungsschichten werden abgehängt. Die Kastrierung des Netzauftritts öffentlich Rechtlichen ist da ein anderer Aspekt.

    Ich halte das Störerhaftungsgesetz für eine Schande und Nachteil für Deutschland, die Generalverdächtigung der Nutzer eine Beleidigung und die Unterstützung der Abzockerbanden ein Verbrechen.

    3 Leserempfehlungen
  1. "Und wer bezahlt die GEZ-Steuer, GEMA, VG Wort und Schufa dafür ?"

    Es gibt doch bereits eine Menge kommerzieller WLAN Access Points und Access Points in Cafes, Hotels etc. Die brauchen ja auch keine GEZ, GEMA oder VG Wort bezahlen. Diese Gebuehren werden naemlich bereits auf anderem Weg eingetrieben.

    Und warum ein Internet Anbieter an die Schufa zahlen sollte, leuchtet mir ueberhaupt nicht ein. Vielleicht koennen Sie, Konterrevolution, ja mal erklaeren, warum man Ihrer Meinung nach fuer WLAN Benutzung ausgerechnet der Schufa Geld zahlen sollte? Das wuerde mich wirklich (keine Ironie) interessieren.

    2 Leserempfehlungen
  2. Es wundert mich eh ein bisschen, wie lange sich Deutschland gegen die neue Technik streubte. Innovationsstandort geht anders. Die Gema, die GVU und die Abmahnanwälte unserer chronisch unterfinanzierten Künstler aus den Top Ten der Musik- und Porno-Charts sind sicher nicht ganz unschuldig daran.
    http://www.abmahnung-inte...
    http://www.n-tv.de/ratgeb...

    2 Leserempfehlungen
  3. Mit You Tube Filmchen und fleißig Musik runterladen kann man das System natürlich unterbrechen, weil das eine große Datenmenge ist.

    Mir reichen ASCIIs und ein paar Bildchen wie auf ZeitOnline.

    Den Rest drehe ich ab.

    ( ASCIIs sind Buchstaben und Zahlen )

    Und wer bezahlt die GEZ-Steuer, GEMA, VG Wort und Schufa dafür ?

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    "Und wer bezahlt die GEZ-Steuer, GEMA, VG Wort und Schufa dafür ?"

    Es gibt doch bereits eine Menge kommerzieller WLAN Access Points und Access Points in Cafes, Hotels etc. Die brauchen ja auch keine GEZ, GEMA oder VG Wort bezahlen. Diese Gebuehren werden naemlich bereits auf anderem Weg eingetrieben.

    Und warum ein Internet Anbieter an die Schufa zahlen sollte, leuchtet mir ueberhaupt nicht ein. Vielleicht koennen Sie, Konterrevolution, ja mal erklaeren, warum man Ihrer Meinung nach fuer WLAN Benutzung ausgerechnet der Schufa Geld zahlen sollte? Das wuerde mich wirklich (keine Ironie) interessieren.

    • Flari
    • 24. Dezember 2012 21:31 Uhr

    "Und wer bezahlt die GEZ-Steuer, GEMA, VG Wort und Schufa dafür ?"

    Warum sollten da GEZ oder andere Abgaben für eine reine Datendurchleitung mit eigenen Geräten fällig werden?

    Der Datendurchsatz scheint beim Freifunk kein grosses Problem zu sein.
    Die Googlesuche bringt dazu erstaunlich wenige Ergebnisse.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Energiekosten | Internet | Stromverbrauch | Wlan | Gebäude | Schweden
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