NetzüberwachungNSA will 50 Terrorpläne vereitelt haben

Die weltweite Telefon- und Internetkontrolle hat aus Sicht des Geheimdienstes NSA die USA vor schweren Attacken bewahrt. Ein Terrorziel war demnach die Börse in New York.

Die weitläufige Überwachung von Telefonverbindungen und des Internet durch amerikanische Geheimdienste hat nach Angaben der US-Behörden in den vergangenen Jahren etwa 50 Terror-Verschwörungen in 20 Ländern vereitelt. Bei mindestens zehn davon seien Anschläge in den USA geplant gewesen, sagte der Chef des US-Abhördienstes NSA, Keith Alexander, vor dem Geheimdienst-Ausschuss des Repräsentantenhauses. Darunter war demnach auch ein Bombenattentat auf die New Yorker Börse NYSE. Die Dienste hätten es durch die Beobachtung eines bekannten Extremisten im Jemen verhindert.

Durch Medienberichte war eine tiefgreifende Überwachung von Internet und Kommunikationsdiensten durch US-Dienste bekannt geworden. Gleich zwei Überwachungsprogramme der USA hatten diese Eingriffe in den Datenschutz ermöglicht. Eines war das Projekt Prism. Die internationale Kritik war heftig. 

Anzeige

Die US-Regierung rechtfertigte die Überwachungsprojekte mit der Begründung, es sei notwendig für die nationale Sicherheit. Alexander bezog sich bei seinen Zahlen ausdrücklich auf die beiden angeprangerten NSA-Programme. Alexander kündigte an, die Geheimdienstbehörden würden dem Ausschuss am Mittwoch dazu Dokumente aushändigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim Besuch Obamas in Berlin das Thema ansprechen. Vor dessen Ankunft demonstrierten Netzaktivisten am Checkpoint Charlie an der ehemaligen Berliner Mauer gegen eine flächendeckende Überwachung von Internetdaten und Telefongesprächen. Mit Hüten und Sonnenbrillen als Spione verkleidet warfen Mitglieder des Vereins Digitale Gesellschaft und andere Demonstranten Obama vor, mit dem Vorgehen der NSA gegen die Grundrechte der Menschen zu verstoßen.   

Der US-Präsident hatte die Überwachung mit den Worten verteidigt, es gebe ausreichende Kontrollmechanismen. Bei der NSA arbeiteten "außergewöhnliche Profis, die sich der Sicherheit des amerikanischen Volkes verschrieben haben", sagte er in einem Fernsehinterview.

Seine Aufgabe sei, das amerikanische Volk zu schützen. Das schließe die Privatsphäre ein. Sein Anliegen sei stets gewesen, genügend Kontrolle über die Geheimdienste zu haben. Die NSA-Programme würden von einem unabhängigen Gericht beaufsichtigt, führte er an.   

Netznutzer protestierten gegen die Überwachung. Wie die Petitionsplattform Change.org mitteilte, unterzeichneten in den ersten 72 Stunden nach Veröffentlichung bereits mehr als 30.000 Menschen eine entsprechende Petition.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Butter bei die Fische, Fakten auf den Tisch. Nachprüfbar!

    Sollte für die Stasi 2.0 doch kein Problem sein.

    Anderenfalls können sie auch noch erzählen, dass sie die Entführung des Weihnachtsmanns verhindert haben...

    33 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und bald schon ist die hübsche Powerpoint Präsentation sicher fertig.

    Unbekannt ist noch ob der erfahrene Powell Zeit haben wird sie zu halten ;)

    United Stasi of America presents - demnächst in Deinem Kino

    • hairy
    • 18. Juni 2013 22:59 Uhr

    lt. http://www.engadget.com/2...

    "According to a Wired report, the man named during today's hearing in connection with the New York Stock Exchange bombing, Khalid Ouazzani, wasn't convicted of anything regarding the NYSE. Rather, his plea cites various money laundering in connection with terrorists, and his lawyer said, "Khalid Ouazzani was not involved in any plot to bomb the New York Stock Exchange.""

    William E. Odom (Leiter der National Security Agency unter Ronald Reagan):

    “Because the United States itself has a long record of supporting terrorists and using terrorist tactics, the slogans of today’s war on terrorism merely makes the United States look hypocritical to the rest of the world.”

  2. 2. [...]

    Entfernt. Die Redaktion/kvk

    4 Leserempfehlungen
  3. ....und jetzt sollen wir glauben, dass PRISM die einzige Art und Weise ist, mit der diese 50 Terrorpläne aufgedeckt werden konnten.
    Die Inszenierung beginnt lächerlich zu werden.

    Und was kommt als Nächtes? Kameras in der Wohnung? Verlassen des Wohnviertels nur mit schriftlicher Genehmigung? Einpflanzung eines Mobilfunk- und GPS-Chips hinters Ohr?

    PRISM geht zu weit und ist nicht hinnehmbar. Es ist bereits jetzt schon Vorreiter für ähnliche Systeme in anderen Staaten, wie auch in der Bundesrepublik Deutschland.
    Wer jetzt nicht Stellung bezieht, darf sich später nicht wundern, wenn Bürgerrechte nur noch einen Platz in Geschichtsbüchern haben werden.

    27 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    >>Und was kommt als Nächtes? Kameras in der Wohnung?<<

    XBox One kaufen und ins Wohnzimmer stellen, ist das Thema erledigt.

    >>Verlassen des Wohnviertels nur mit schriftlicher Genehmigung?<<

    Hartz IV-Empfänger dürfen sich nur mit Genehmigung des Amtes frei im Land bewegen. Kleine Fingerübung für den Ernstfall?

    >>Einpflanzung eines Mobilfunk- und GPS-Chips hinters Ohr?<<

    Gibt es bereits. Für das bargeldlose Bezahlen im Supermarkt oder damit bei Millionären die geliebte Tochter/Oma/Ehefrau/Hauskatze nicht entführt werden kann. Oh, Moment - entführt werden die trotzdem, man findet sie nur schneller wieder.
    Einfach mal nachgooglen, in den USA ist das schwer im Kommen, die Testfamilien sind begeistert.

    >>Wer jetzt nicht Stellung bezieht, darf sich später nicht wundern, wenn Bürgerrechte nur noch einen Platz in Geschichtsbüchern haben werden.<<

    Bürgerrechte existieren nicht mehr, jedenfalls nicht für die Geheimdienstler. Wer jetzt erst Stellung bezieht, kommt verdammt spät in den Schützengraben Aber besser spät als nie.

    Ich heiße Sie herzlich willkommen im Kampf gegen den "Krieg gegen den Terror".

  4. der vom deutschen Innenminister angeführten Rechtfertigungsgründe für den Überwachungswahn sind, dann bin ich sehr besorgt wohin die sicherheitspolitische Reise geht!

    Peter

    4 Leserempfehlungen
  5. läuft das so wie die Beweise für den Gaseinsatz in Syrien?

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lm.84
    • 19. Juni 2013 3:18 Uhr

    .......oder die Massenvernichtungswaffen im Irak.

  6. Die hier gemachten "Aussagen" sind keine "Komödie" - sie sind eine "Tragödie"!

    2 Leserempfehlungen
    • Tevsa
    • 18. Juni 2013 19:24 Uhr

    ... Der Zweck heiligt die Mittel...
    Niemand soll uns(NSA, FBI usw) kontrollieren wegen der Geheimhaltung.
    Wir sind die guten.

    Und wo ist eigentlich der Unterschied z totalitären Staaten? Wo ist die Freiheit.
    Wie schon gesagt: Es sterben mehr Leute durch die Polizei und Unfälle in Badewanne als durch terroristische Aktionen.
    Wozu also Freiheit aufgeben? Wer glaubt 100% Sicherheit zu erstellen, der ist auf dem Holzweg.

    9 Leserempfehlungen
  7. >>Und was kommt als Nächtes? Kameras in der Wohnung?<<

    XBox One kaufen und ins Wohnzimmer stellen, ist das Thema erledigt.

    >>Verlassen des Wohnviertels nur mit schriftlicher Genehmigung?<<

    Hartz IV-Empfänger dürfen sich nur mit Genehmigung des Amtes frei im Land bewegen. Kleine Fingerübung für den Ernstfall?

    >>Einpflanzung eines Mobilfunk- und GPS-Chips hinters Ohr?<<

    Gibt es bereits. Für das bargeldlose Bezahlen im Supermarkt oder damit bei Millionären die geliebte Tochter/Oma/Ehefrau/Hauskatze nicht entführt werden kann. Oh, Moment - entführt werden die trotzdem, man findet sie nur schneller wieder.
    Einfach mal nachgooglen, in den USA ist das schwer im Kommen, die Testfamilien sind begeistert.

    >>Wer jetzt nicht Stellung bezieht, darf sich später nicht wundern, wenn Bürgerrechte nur noch einen Platz in Geschichtsbüchern haben werden.<<

    Bürgerrechte existieren nicht mehr, jedenfalls nicht für die Geheimdienstler. Wer jetzt erst Stellung bezieht, kommt verdammt spät in den Schützengraben Aber besser spät als nie.

    Ich heiße Sie herzlich willkommen im Kampf gegen den "Krieg gegen den Terror".

    17 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Lächerlich"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wozu denn, die meisten Leute tragen doch freiwillig ihr Smartphone mit sich rum. Im Gegensatz zu Stasi-Zeiten muss man auch keine Aufwändigen Personalakten machen, mit Whatsapp und Facebook gibt es quasi ein "mitmach Stasi" für die Jugend

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, tst
  • Schlagworte Angela Merkel | Anschlag | Datenschutz | Grundrecht | Hut | Internet
Service