GeheimdienstNSA späht interne Kommunikation von Al Jazeera aus

Der US-Nachrichtendienst NSA hat die besonders geschützte Kommunikation des arabischen Senders ausgelesen. Und sich in das Buchungssystem einer Fluglinie eingewählt.

Journalisten im Studio des neuen Senders Al Jazeera America in New York

Journalisten im Studio des neuen Senders Al Jazeera America in New York  |  © Stan Honda/AFP/Getty Images

Der US-Geheimdienst NSA hat laut einem Medienbericht die interne und besonders geschützte Kommunikation des arabischen Senders Al Jazeera mitgelesen. Außerdem habe sich der Geheimdienst in das Buchungssystem der russischen Fluglinie Aeroflot eingeschlichen, berichtete das Magazin Der Spiegelunter Berufung auf Unterlagen des Enthüllers Edward Snowden.

Das Magazin bezieht sich auf ein NSA-Dokument aus dem März 2006. Al Jazeera mit Hauptsitz in Katar verbreitet seit mehr als einem Jahrzehnt Audio- und Videobotschaften der Führung der Terrororganisation Al-Kaida.

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Die Ziele seien zuvor NSA-intern als "Quellen mit hohem Potenzial für nachrichtendienstlich relevante Informationen" eingeschätzt worden, schreibt der Spiegel. Die entschlüsselten Inhalte und Informationen seien zur Analyse an die zuständigen Abteilungen des Geheimdienstes weitergeleitet worden.

In welchem Umfang die NSA Journalisten und Manager des arabischen Medienkonzerns belauschte und ob das Abschöpfen bis heute anhält, geht laut dem Magazin aus dem Material nicht hervor. 

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Leserkommentare
  1. Nach solchen Blamagen haben wir unser Gesicht verloren.
    Von welchen überlegenen Werten sollen wir jetzt noch sprechen?

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    Darum ging es doch nie...! Es ging immer um Kontrolle, Macht und dem damit einhergehendem Wohlstand. Aufwachen, bitte!

    • emkayyy
    • 01. September 2013 11:28 Uhr

    Ein Geheimdiest spioniert? Wo ist hier denn bitte die Überraschung? Wozu haben wir denn MAD und BND, wenn nicht zur Spionage?

    Leute, ihr müsst differenzieren zwischen der massenhaften Überwachung von Privatpersonen (insbesondere, wenn es sich um die Bürger des Landes handelt), und der Spionage in Organisationen außerhalb des eigenen Landes.

    Am Beispiel Deutschland: Geheimdienste sollte nicht massenhaft die eigenen Bürger überwachen, oder insbesondere die Presse des Landes um Informanten schützen zu können. Was in anderen Ländern passiert, ist meines Wissens nirgendwo klar geregelt. Das basiert dann auf bilateralen Abkommen zwischen den Staaten. Und wenn man die scheinheillige Reaktion unserer Bundesregierung sieht, scheint es diese Abkommen ja wohl zu geben: Merkel weiß von nichts aber stört es auch nicht weiter, Friedrich (der wahrscheinlich vor kurzem festgestellt hat, dass es Facebook gibt) wird in die USA geschickt und Pofalla beschließt, dass die nicht stattgefundene Untersuchung abgeschlossen wurde.

    Einen großen Unterschied gibt es allerdings zwischen uns und den USA: Die Amis sind fähig und betreten kein Neuland.

  2. Derartige Artikel finde ich geil. Bei mir läuft gerade meine blühende Phantasie warm, wo die NSA bereits noch so eingehackt ist. Ich schaue heute Abend keinen Tatort, keinen Derrick. Zeit-Online, Spiegel-Online und andere News-Seiten haben viel spannendere Dinge zu berichten. Und DIESER Horror-Film ist noch lange nicht zu Ende. Bitte mehr, mehr....

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  3. 3. Werte?

    Darum ging es doch nie...! Es ging immer um Kontrolle, Macht und dem damit einhergehendem Wohlstand. Aufwachen, bitte!

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Unmöglich!"
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    • mich-ip
    • 31. August 2013 21:31 Uhr

    Aber klar geht es um Werte. Um exakt zu sein: Börsenwerte.

    • -lupo-
    • 31. August 2013 21:09 Uhr

    In aktuellen Berichten über die bevorstehenden Angriffe der USA auf Syrien kann man lesen, dass Amerika bzw. die Obamaadministration das Gesicht wahren müsse und Rote Linien überschritten seien.

    Im Angesicht der Snowden / NSA Affäre und der vergangenen Fehltritte seit 2001 frage ich mich allerdings, ob da überhaupt noch ein Gesicht ist, das man wahren könnte.

    Wie sagte Edward Snowden:
    "Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird".

    Ich auch nicht.

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    • Mari o
    • 01. September 2013 0:51 Uhr

    Amerika legt die Beweise auf den Tisch(Assads Giftgas),wie man hört.
    Dafür hat die US-Intelligence ja diese gigantische Ausspähtechnik.
    Vielleicht will Obama nur sagen wie sinnvoll die ist.Amerika sieht und hört alles
    Das konnte früher nur Gott.und mit dem Bestrafen kann es sich Zeit lassen.
    zur Not auch bis zum jüngsten Gericht

    • CPUX
    • 31. August 2013 21:26 Uhr

    Bei weltweit ca. 90% mit Windows Betriebssystemen ausgerüsteten PCs ist das dank eingebauter Backdoor in Windows auch wohl kein all zu großes Kunststück! Also weiterhin fröhliches Schnüffeln. Viele Grüße nach Fort Meade, ihr Schnüffler!

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    • mich-ip
    • 31. August 2013 21:31 Uhr

    Aber klar geht es um Werte. Um exakt zu sein: Börsenwerte.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Werte?"
  4. Ich weiss nicht, ob nur ich diesen Gedanken habe, aber wer oder was hat bisher den Nachweis erbracht, dass die Dokumente von Snowden eigentlich allesamt Authentisch sind? Oder nimmt man es einfach so an, weil wir uns gerne in unserer Paranoia bestätigt fühlen? Für mich sind Dokumente im Grunde nur Papier und Tinte - Über die Authenzität lässt sich doch nur spekulieren, oder nicht?
    Wer hinterfragt diese Dokumente?

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    mist, es muss natürlich "Authentizität" heissen... verflixtes Wort!

    Bis jetzt hat die NSA/Obama-Regierung fast jede Veroeffentlichung kommentiert und dabei runtergespielt "es ist alles nicht so schlimm wie es klingt". Noch keine Veroeffentlichung ist als Luege oder Faelschung bezeichnet worden. Die einzigen, die an der Authentizitaet Zweifel erheben sind Pofalla und Merkel.
    Spiegel und Guardian machen darueber hinaus natuerlich selber genug interne Verifizierung der Daten. Kein Medienunternehmen moechte sich mit "Hitler Tagebuechern" blamieren.

    • Ninnano
    • 31. August 2013 22:18 Uhr

    Die Idee finde ich recht witzig, ich spinne sie mal weiter:
    Was wäre denn zB wenn Snowden ein von der anti-westlichen Hemisphäre installierter Strohmann ist, dessen Aktivitäten den Westen diskreditieren und so auf Dauer wirtschaftlich und politisch noch weiter schwächen sollen...
    Es gibt Kulturen auf der Welt, die längere Schachzüge planen als bloß ein paar Jahre, für die Dekaden des Wartens auf den richtigen Augenblick und äußerste Geduld einfach nur Strategie ist...

    Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber wenn man die ganzen "Unpässlichkeiten" und "Stolperer" des Westens mal bausteinweise zusammenzählt... da wird ein Schuh draus.

    Ja, weitergesponnen habe ich das natürlich auch, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, das der Snowden auch nur ein paar Zoll weit gekommen wäre, würde er damit tatsächlich den Mächtigen schaden können.
    Auch recht fragwürdig ist, warum ein "kleiner" NSA-Zuarbeiter (auch noch von Hawaii aus) derart "einfach" an derart bristante Infos kommen konnte.

    Alles in allem scheint die Situation jetzt ja Folgende zu sein: Trotz des weltweiten Aufschreis und rumheulens weiss nun jeder, wer auf diesem Planeten scheinbar das Heft in der Hand hält - Die sogenannten authentischen Dokumente belegen ja zumindest dies.

    Ich meine, entweder sitzen bei den Mächtigen nur Dilletanten, oder aber wir haben Sinn und Zweck, sowie Tragweite der Situation und deren Auswirkungen noch nicht so recht erkannt.

    Es bleibt spannend :)

  5. mist, es muss natürlich "Authentizität" heissen... verflixtes Wort!

    Antwort auf "Gehts nur mir so?"
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    in dieser Kolumne ist, dass man sein Beitrag nicht editieren kann.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, stü
  • Schlagworte Geheimdienst | Kommunikation | Edward Snowden | NSA | Sender | US-Geheimdienst
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