Website : Hacker legen "New York Times" lahm

Zum zweiten Mal in diesem Monat ist die Seite der "New York Times" von Hackern attackiert worden. Verdächtig sind syrische Unterstützer von Präsident Assad.
©Brendan McDermid/Reuters

Zwei Wochen nach Serverproblemen bei der New York Times hat ein Hackerangriff die Internetseite der Zeitung erneut abstürzen lassen. Eine "bösartige Attacke von außen" sei Grund für den Ausfall, ließ die Zeitung ihre Mitarbeiter wissen und riet beim Versenden sensibler E-Mails zur Vorsicht. Die Internetseite, die zu den beliebtesten amerikanischen Nachrichtenseiten gehört, war mehrere Stunden nicht über die Eingabe der Webadresse erreichbar.

Offline war die Seite jedoch nicht, die Hacker hatten einen sogenannten DNS-Server gehackt, nicht die Website selbst. DNS-Server verknüpfen Webadressen wie www.nyt.com mit der dazu gehörenden IP-Adresse. Diese Verknüpfung war durch den Hack gestört. Die Redaktion der Zeitung veröffentlichte daher via Twitter und Facebook die IP-Adressen, mit denen Nutzer direkt zu einzelnen Texten gelangen konnten.

Außerdem stellte die Zeitung Texte unter der Adresse http://news.nytco.com/global/ online.

Die "Syrian Electronic Army", die aus Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bestehen soll, bekannte sich auf Twitter zu der Attacke. Die angebliche Hackergruppe teilte mit, nicht nur die New York Times, sondern auch die britische Ausgabe der Huffington Post sowie die Website Twitter.com unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. 

In jedem der Fälle richtete sich der Angriff gegen DNS-Server. Beziehungsweise gegen den Registrar der Seiten, ein Unternehmen namens Melbourne IT. Die Seiten selbst konnten sie damit nicht verändern. Im Falle Twitters gelang es ihnen nur, kurzzeitig eine Unterseite für Fotos namens twimg.com zu kontrollieren, wie Twitter bestätigte.

Die Gruppe hat sich bereits zu Attacken auf Twitter-Profile großer Medienunternehmen bekannt, darunter die Financial Times, der britische Sender BBC und die US-Nachrichtenagentur AP. Über das Twitter-Profil von AP wurden Falschinformationen über Explosionen im Weißen Haus und eine Verletzung von Präsident Barack Obama verbreitet. Auch die französische Agentur AFP, der US-Sender CBS News und das US-Satiremagazin The Onion wurden Berichten zufolge bereits Ziel von Attacken.

Die Gruppe wirft westlichen Medien vor, falsch über den Bürgerkrieg in Syrien zu informieren. Häufig nutzen die Hacker die kurzzeitige Kontrolle, um Propaganda-Botschaften zu verbreiten und etwa zur Unterstützung des Assad-Regimes aufzurufen. Die Passwörter werden meist über sogenannte Phishing-Attacken erbeutet, bei denen eine vertrauenswürdig aussehende E-Mail einen schädlichen Link enthält.

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