Der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes, Edward Snowden, bei seinem bislang letzten öffentlichen Auftritt am 12. Juli in Moskau mit WikiLeaks-Aktivistin Sarah Harrison © Handout/Human Rights Watch/Reuters

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist einer der Kandidaten für den Menschenrechtspreis der Europäischen Union. Insgesamt wurden sieben Personen nominiert, wie das EU-Parlament mitteilte. Der Sacharow-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert, die Entscheidung über den Sieger soll im kommenden Monat fallen.

Snowden, der zahlreiche Spähaktivitäten der NSA und anderer Geheimdienste enthüllt hatte, wurde von den Grünen nominiert. Als Favoritin für den Preis gilt jedoch die mittlerweile 16 Jahre alte pakistanische Schülerin Malala Yousafzai, die für den Schulbesuch von Mädchen kämpft und deswegen vergangenes Jahr von einem Taliban niedergeschossen worden war.

Der Sacharow-Preis ist einer den wichtigsten Preise für Menschenrechte in Europa. Er wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Frühere Gewinner waren unter anderem die Friedensnobelpreisträger Aung San Suu Kyi und Nelson Mandela.

Snowden hat in seinem russischen Asyl nach Darstellung seines Anwalts Gelegenheit, unerkannt Reisen durch Russland zu unternehmen. Er könne den konkreten Aufenthaltsort Snowdens nicht preisgeben, sagte Anwalt Anatoli Kutscherena dem Fernsehsender RT laut der Nachrichtenagentur Interfax.

Familie will Snowden besuchen

Der Aufenthaltsort Snowdens werde niemandem mitgeteilt, sagte Kutscherena. Das geschehe auf Wunsch Snowdens, denn die Gefahren für seinen Mandanten seien "noch immer groß". Snowdens Eltern und Großeltern hätten die Absicht, seinen Mandanten zu besuchen, sagte Kutscherena. 

Russland hatte Snowden am 1. August Asyl für ein Jahr gewährt. Der Geheimdienstanalyst war im Mai nach Hongkong geflogen, um geheime Dokumente zur Überwachung des Internet- und Telefonverkehrs durch die US-Geheimdienste an ausgewählte Medien zu übermitteln.

Am 23. Juni flog er dann weiter auf den Moskauer Flughafen Scheremetjewo, wo er jedoch nicht einreisen durfte, da die USA seinen Pass für ungültig erklärten. Nach mehr als einem Monat gaben die russischen Behörden seinem Asylantrag statt. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht.