Angela Merkel und David Cameron während der Eröffnungsfeier der Cebit © Nigel Treblin/Getty Images

Deutschland und Großbritannien wollen gemeinsam an der Entwicklung eines neuen mobilen Internetstandards arbeiten. Dazu sei eine Initiative der Technischen Universität Dresden, des King's College in London und der Universität von Surrey im Südosten Englands vereinbart worden, sagte der britische Premierminister David Cameron auf der Eröffnungsfeier der Computermesse Cebit in Hannover. Das sogenannte Netz der fünften Generation (5G) soll 1.000 Mal schneller sein als der bisher modernste Standard LTE (auch bekannt als 4G). Das Herunterladen eines ganzen Spielfilms soll nur noch wenige Sekunden dauern.

Das Forschungsvorhaben ist laut Cameron ein Beispiel dafür, wie beide Staaten ihre Talente in der IT-Branche kombinieren könnten. Die Welt befinde sich in einem Zustand "permanenter technologischer Revolution", in der Länder wie Großbritannien und Deutschland nur Erfolg haben könnten, wenn sie unermüdlich an neuen Ideen und Innovationen arbeiteten, sagte er. "Gemeinsam können wir in dieser Revolution eine führende Rolle einnehmen."

Cameron kündigte zudem an, dass sich beide Länder für eine weitere Vereinheitlichung des Telekommunikationsmarkts in der EU einsetzen würden. Ziel sei unter anderem "der komplette Wegfall von Roaming-Gebühren" für die Nutzung von Handys im Ausland.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, dass Deutschland und Großbritannien intensiv an einem einheitlichen EU-Binnenmarkt für die Telekommunikations- und IT-Branche arbeiten würden. In IT-Fragen seien "einige Kontinente vorweg gelaufen" – nun müsse Europa aufholen.

Merkel sprach den aktuellen Entwicklungen in der IT-Branche, insbesondere der Nutzung enormer Datenmengen, großes Potenzial zu. Mit "Big Data" könnten unter anderem bei der individuellen Behandlung von Krankheiten und beim Energiesparen wichtige Fortschritte gemacht werden.

Ein Schwerpunkt der Messe liegt auf Datenschutz

Andererseits berge der Umgang mit den riesigen Datenmengen auch Risiken, sagte Merkel. Es sei notwendig, "die digitale Welt in einen Ordnungs- und Rechtsrahmen einzufügen". "Ich glaube, wir sind erst am Anfang dessen, was da zu leisten ist, denn das kann natürlich national alleine nicht gemacht werden", sagte sie. Deshalb sei es wichtig, sich mit einer einheitlichen Datenschutzregelung für Europa zu befassen. Außerdem solle das Thema "auch mit unseren amerikanischen Partnern intensiv besprochen werden", sagte Merkel.

Großbritannien ist in diesem Jahr Partnerland der Cebit, die ab Montag für Besucher geöffnet ist. Etwa 3.400 Aussteller aus 70 Ländern nehmen teil, die knappe Mehrheit kommt aus dem Ausland. Der Umgang mit großen Datenmengen ist unter dem Schlagwort "Datability" Leitthema der fünftägigen Messe. Dabei liegt auch ein Schwerpunkt auf Datenschutz und IT-Sicherheit.