Videos von Netflix sollen demnächst auch in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern zu sehen sein. Noch in diesem Jahr werde die kalifornische Streaming-Plattform ihr Angebot auf Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg ausweiten, teilte das Unternehmen mit

Zum monatlichen Festpreis verspricht der 2007 gestartete Videodienst eine gut sortierte Auswahl an internationalen TV-Serien und Filmen, die geräteübergreifend nutzbar sind – ähnlich wie die Online-Videotheken maxdome oder Watchever oder die Verkaufsportale Google Play Store sowie iTunes von Apple.

Für die Expansion soll die Unternehmenszentrale umziehen: Das europäische Netflix-Hauptquartier werde "für die nächste Phase der Expansion in Europa" Anfang 2015 von Luxemburg in die Niederlande verlegt, sagte der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel. Netflix habe die Regierung darüber unterrichtet, heißt es in einem Schreiben Bettels an das luxemburgische Parlament.  

Mit der Expansion weitet der kalifornische Videoanbieter seine Europa-Präsenz aus: Bisher ist Netflix in Großbritannien, Irland, Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark und den Niederlanden vertreten. Der bisherige Sitz in Luxemburg hatte wohl vor allem steuerliche Gründe: die Mehrwertssteuer für audiovisuelle Angebote beträgt dort nur ein Prozent.    

In Frankreich hatte der erwartete Markteinstieg eine Debatte ausgelöst, weil sich Netflix voraussichtlich nicht an der vorgeschriebenen Finanzierung zur Förderung französischer Werke beteiligen muss. Dazu sind nur Medien mit Sitz in Frankreich verpflichtet. Vertreter der Kinofilmbranche sorgen sich deshalb um ihre Einnahmen.

Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge mit 48 Millionen Mitgliedern in 40 Ländern die weltgrößte Videoplattform.