Filmplakat der Sony-Satire "The Interview" in Los Angeles © Christopher Polk/Getty Images

Im Fall der Hacker-Angriffe auf Sony Pictures Entertainment will Nordkorea den USA beweisen, dass das Land nicht für den Cyberangriff verantwortlich sei. Die USA hatten Nordkorea offiziell der Hackerattacke, die mit dem Sony-Film The Interview über ein fiktives Attentat auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Verbindung steht, beschuldigt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang sagte, das Land wolle bei der Aufklärung helfen und drohte am Samstag mit "ernsten Konsequenzen", sollten die USA den Vorschlag ablehnen. Laut einem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses halten die USA an der Schlussfolgerung der Bundespolizei FBI fest, wonach Pjöngjang hinter der Attacke stecke. 

Unterdessen sollen die USA China um Hilfe bei der Abwehr von Cyberangriffen aus Nordkorea gebeten haben, schreibt das Wall Street Journal. Ein ranghoher Vertreter der US-Regierung sagte, dass in Peking eine "Kooperation" angefragt worden sei. In Gesprächen sei es zudem um "Informationsaustausch" gegangen. Peking ist der Hauptverbündete von Pjöngjang und soll sich laut New York Times noch nicht zu einer Kooperation geäußert haben. Demnach soll es bei den Gesprächen auch um eventuelle ökonomische Sanktionen gegen die Elite um Kim Jong Un gegangen sein. 

Südkorea und Japan haben der US-Regierung derweil ihre Unterstützung versichert. Das Außenministerium in Seoul verwies zudem auf Parallelen eines Cyberangriffs auf südkoreanische Banken und Medien im März 2013. Für den Angriff wurde ebenfalls Nordkorea verantwortlich gemacht. 

Obama bezeichnet Filmstopp als Fehler

US-Präsident Barack Obama hatte Nordkorea zuvor mit Konsequenzen gedroht. "Wir werden reagieren", sagte Obama und bezeichnete es als "Fehler", dass Sony die Nordkorea-Satire The Interview nach Terrordrohungen zurückgezogen hat. "Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben", sagte Obama.

Eine Gruppe von Hackern hatte Ende November Computersysteme von Sony Pictures angegriffen und interne Sony-Dokumente und E-Mails veröffentlicht. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen des Films The Interview ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Sony sagte den Kinostart des Films wenig später ab.