Eine Hackerattacke von angeblichen Mitgliedern der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Sendebetrieb der französischen Fernsehsendergruppe TV5Monde zeitweise zum Erliegen gebracht. Elf Kanäle sind betroffen. Nach einem vollständigen Ausfall konnte der Sender am Morgen zunächst nur aufgezeichnete Sendungen ausstrahlen, sagte Generaldirektor Yves Begot dem Radiosender RTL.   

"Wir sind noch nicht in der Lage, die Ausstrahlung und Produktion unserer Nachrichten wieder aufzunehmen, aber wir haben die Kontrolle über unsere Facebook- und Twitterkonten zurückerlangt", sagte Bigot. Nach der Attacke in der Nacht waren auf den Websites und Social-Media-Konten des Senders Forderungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu lesen gewesen. Der Angriff dauere an, sagte Bigot. Die Cyberattacke habe am Mittwochabend gegen 22.00 Uhr begonnen. TV5Monde ist eine französischsprachige Sendergruppe, die weltweit ausgestrahlt wird.

Die Website der Sendergruppe war auch am Donnerstagvormittag nicht erreichbar. Es erschien lediglich eine Wartungsmeldung. Bigot sagte, er sei erschüttert gewesen, als er gesehen habe, dass alle elf Kanäle nur ein schwarzes Bild gezeigt hätten. Als die Bedeutung der Botschaft dann auf den eigenen Websited und Social-Media-Konten entdeckt worden sei, habe man verstanden, was geschehen sei. Die Botschaft auf der Website von TV5 Monde lautete: "Ich bin der IS". Zu sehen war ein Banner der Gruppe, die sich selbst als Cyberkalifat bezeichnete.

Propaganda auf der Facebook-Seite

Bei Facebook waren zuvor Drohungen gegen französische Soldaten zu lesen. "Soldaten Frankreichs, bleibt dem Islamischen Staat fern! Ihr habt die Chance, eure Familien zu retten, nutzt sie!", hieß es. Das "Cyber-Kalifat" werde seinen "Cyber-Dschihad" gegen die Feinde des IS fortsetzen. Frankreich nimmt als Teil einer internationalen Koalition am Militäreinsatz gegen die sunnitischen IS-Extremisten im Irak und in Syrien teil.

Medien wie die New York Post, der Boston Globe und die britische Zeitung The Independent waren in den vergangenen Monaten häufiger Ziel von Hackerangriffen. Zu einigen der Attacken hatte sich allerdings die Gruppe Syrian Electronic Army bekannt, die der syrischen Regierung nahesteht.

Bei Angriffen auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo, einen jüdischen Supermarkt und eine Polizistin waren im Januar in Frankreich 20 Menschen getötet worden, darunter die Terroristen. Einer der Attentäter hatte angegeben, er habe Instruktionen vom "Islamischen Staat" erhalten.