Der Psychologe, Netzwerkforscher und Unternehmer Peter Kruse ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren an Herzversagen, teilte das von ihm gegründete Bremer Unternehmen Nextpractice mit. Als Wissenschaftler und Psychologe befasste sich Kruse mehr als 15 Jahre lang mit den Eigenschaften und Verhaltensweisen intelligenter Netzwerke – und damit auch mit dem Zusammenwirken von Menschen und dem Einfluss des Internets auf die Gesellschaft. Mit dem Schwerpunkt der Nutzung kollektiver Intelligenz gründete er Anfang der 1990er Jahre auch seine Unternehmensberatung.

Bekannt wurde Kruse für seine Vorträge auf Tagungen im In- und Ausland. Die Fachwelt lobte den Internetexperten als "Netzkultur-Guru", als Vordenker des "Change-Managements" und erklärte ihn zu einem der führenden Fachleute des Personalwesens.

Internetfachleute und Mitarbeiter von Nextpractice reagierten bestürzt auf die Todesnachricht. Kruse habe noch Großes verwirklichen wollen, schrieben die Firmenchefs im Namen der Mitarbeiter. Zu seinen Plänen zählte demnach der Aufbau eines eigenen Instituts, das die komplexen Prozesse der Gesellschaft besser verständlich machen sollte. Man habe sich "von Herzen gewünscht", dass Kruse diesen Plan noch hätte verwirklichen können.

Trauernde Anhänger beschrieben ihn als tiefgründig, smart, witzig. Fachleute und Journalisten erinnerten mit Postings auf Twitter und in Netzwerken an den Verstorbenen, der "eine neue Qualität von Arbeit und Führung" entwickelt habe.