Anlässlich der Geburt seines ersten Kindes hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg angekündigt, dass er und seine Frau Chan 99 Prozent ihrer Anteile an dem Internetkonzern auf lange Sicht spenden wollen. Aktuell haben die Aktien im Besitz des Ehepaars einen Wert von rund 45 Milliarden Dollar. Wie der 31-Jährige auf seiner Facebookseite mitteilte, wollen die beiden im Laufe ihres Lebens die Facebook-Papiere sukzessive einer nach Chan benannten Initiative zuführen, die sich unter anderem der Förderung von Gesundheit, Bildung und Internetzugang verschreiben soll.

Das Stiftungskonzept ist überschrieben mit "Ein Brief an unsere Tochter". Darin schreiben Zuckerberg und Chan, der Schwerpunkt ihrer Stiftung werde zunächst auf den Bereichen Bildung, Bekämpfung von Krankheiten sowie dem "Zusammenbringen von Menschen" und dem "Aufbau starker Gemeinschaften" liegen. "Wir werden mehr Details in den kommenden Monaten mitteilen, sobald wir uns in unserem neuen Familienrhythmus eingelebt haben und aus der Elternzeit zurückkehren." Zuckerberg hatte angekündigt, nach der Geburt seines ersten Kindes zwei Monate auszusetzen – keine Selbstverständlichkeit in der leistungsfixierten Gesellschaft des Silicon Valley.

In einer Mitteilung von Facebook an die US-Börsenaufsicht SEC hieß es, Zuckerberg verschreibe fast alle seine Anteile dem Ziel, "das Potenzial der Menschen voranzubringen und Gleichberechtigung zu fördern". Die Macht im Konzern werde er dabei aber auf "absehbare" Zeit nicht aus der Hand geben. Den Angaben zufolge will Zuckerberg in den kommenden drei Jahren nicht mehr als eine Milliarde Dollar jährlich an Anteilen spenden und die Stimmrechte der an die Stiftung gegebenen Aktien weiter kontrollieren. Zuckerberg selbst schreibt, er wolle noch für "viele, viele Jahre" Chef von Facebook bleiben.

Bereits Millionenspenden für Schulen

Bei Wohltätigkeitsorganisationen wurde Zuckerbergs Ankündigung mit großer Begeisterung aufgenommen. "Es handelt sich um ein unglaublich beeindruckendes und enormes Engagement, das wirklich alles in den Schatten stellt, das wir bisher gesehen haben", sagte Phil Buchanan, Präsident des gemeinnützigen Zentrums für effektive Philanthropie. Er spielt damit auf das Engagement anderer Großspender an wie etwa den Investor Warren Buffet oder Microsoft-Mitgründer Bill Gates.

Auch Zuckerberg und Chan fielen bereits als großzügige Spender auf. Erst im Oktober hatten sie eine kostenlose Privatschule für Kinder aus armen Verhältnissen in der Nähe ihres Wohnorts in Kalifornien gegründet und zuvor bereits 100 Millionen Dollar für das Schulsystem im Bundesstaat New Jersey gespendet. Zudem sagten sie 75 Millionen Dollar für das Krankenhaus in San Francisco zu, in dem Priscilla Chan als angehende Kinderärztin gearbeitet hatte.

Auch als Milliardäre noch zur Miete

Zuckerberg und Chan lernten sich 2003 bei einer Party auf der Eliteuniversität Harvard kennen und heirateten im Mai 2012 ohne großes Aufsehen unmittelbar nach dem milliardenschweren Facebook-Börsengang. Das Paar achtet sehr auf seine Privatsphäre. So kaufte Zuckerberg Grundstücke rings um sein Haus in Palo Alto zusammen, nachdem ein findiger Immobilienmakler sie wegen der Nähe zum Facebook-Gründer teurer vermarkten wollte. Laut Medienberichten lassen die Eheleute auch ein Haus in San Francisco aufwendig renovieren. Zuvor lebten sie jahrelang zur Miete.

Als Student hatte Zuckerberg Facebook im Februar 2004 mit Studienfreunden in seinem Wohnheim an der US-Eliteuniversität Harvard gegründet. Heute nutzen weltweit mehr als 1,5 Milliarden Menschen mindestens einmal im Monat das soziale Netzwerk.