Zu seinem zehnten Geburtstag hat Twitter erste Zahlen zur Nutzung des Kurznachrichtendienstes in Deutschland genannt. Demnach kommen pro Monat etwa zwölf Millionen Menschen auf die Twitter-Plattform. Diese Zahl setzt sich zusammen aus den angemeldeten Twitter-Mitglieder und Nutzern, die sich Tweets ansehen, ohne eingeloggt zu sein. Wie sich die insgesamt zwölf Millionen Nutzer auf diese beiden Gruppen verteilen, gab Twitter jedoch nicht bekannt.

Weltweit wird Twitter meist an der Zahl seiner aktiven Mitglieder gemessen, die den Dienst mit Anmeldung nutzen. Diese lag zuletzt bei 320 Millionen – beziehungsweise bei 305 Millionen, wenn man Nutzer eines SMS-Dienstes abzieht. Zusätzlich gibt es laut Twitter noch 500 Millionen Menschen, die Tweets sehen, ohne angemeldet zu seien. Die Zahl für Deutschland von zwölf Millionen ist also international vergleichbar mit dem addierten Wert von etwa 800 Millionen Nutzern.

Twitter nennt außerdem keine Vergleichszahlen für Deutschland zu vergangenen Jahren. Es gebe aber eine positive Entwicklung, betonte Deutschlandchef Thomas de Buhr. "Während der gesamten Fußball-WM 2014 gab es etwa 3,3 Millionen Tweets dazu in Deutschland", sagte er. Im Februar dieses Jahres seien während der einwöchigen Aktion #Twitterstar zur Wahl des beliebtesten Web-Video-Stars fünf Millionen Tweets abgegeben worden.

Das rasante Wachstum ist vorbei

Am 21. März 2006 verschickte der Mitgründer und heutige Chef Jack Dorsey die erste Twitter-Nachricht. Aktuell kämpft das Unternehmen aus San Francisco aber mit Problemen. Das einst rasante Wachstum der Nutzerzahlen ist vorbei, die Aktie steckt im Keller fest, in der Bilanz stehen Quartal für Quartal rote Zahlen.

Twitter macht seinen Umsatz mit Werbung durch promoted Tweets, Trends oder Profile. Unternehmen zahlen also dafür, dass ihre Nachrichten den Nutzern angezeigt werden. In Deutschland funktioniere die Vermarktung sehr gut, sagte de Buhr. Er mache sich keine Sorgen, dass die Nutzer mit solchen Anzeigen überflutet würden. "Wir haben früher wenig bis keine Werbung gemacht und sind noch jetzt unter dem Potenzial, was möglich ist", sagte er. "Wir werden nicht so viel Werbung schalten, dass es den Nutzer stört."

Zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer plant Twitter in Deutschland eine Kooperation mit dem Spezialisten für Außenwerbung Ströer, bei der Tweets auf den Bildschirmen der Firma angezeigt werden sollen. "Das ist für Ströer eine Möglichkeit, seinen Markenkunden exklusive Inhalte anzubieten und uns bringt es mehr Reichweite", sagte de Buhr.