Twitter-Chef Jack Dorsey will den Kurznachrichtendienst unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf Videos aus der Krise führen. "Wir sind wirklich gut darin, Nachrichten schneller als alle anderen zu liefern", sagte Dorsey dem Magazin Fast Company. Zugleich sei Video etwas, was die Menschen heute erwarteten.

Schon im Mai hatte Twitter angekündigt, Nutzer sollten in ihren Tweets künftig längere Texte verfassen können. Links zu Fotos oder Videos, Gifs oder Umfragen sowie Erwähnungen anderer Twitter-Nutzer würden nicht mehr auf die üblichen 140 Zeichen angerechnet. Am 19. September soll diese Änderung nun auch umgesetzt werden, schreibt das Onlinemagazin The Verge.

Der gut zehn Jahre alte Kurznachrichtendienst kämpft mit wirtschaftlichen Problemen. Die Zahl der Nutzer steckt bei rund 300 Millionen fest und wächst nur langsam. Auch Dorsey gelang es in gut einem Jahr bisher nicht, die Verluste zu stoppen.

Das neue Konzept mit einem stärkeren Fokus auf Videoinhalten beschrieb Dorsey so: "Was wäre, wenn wir das in einem Erlebnis vereinen könnten, damit man nicht nach einem Fernseher suchen müsste, oder wo der Stream läuft – sondern einfach Twitter öffnen könnte, es sich dort ansehen und kommentieren." Letztlich sei es das, was Twitter-Nutzer schon seit rund einem Jahrzehnt machten: "Sie schauen auf einen Bildschirm und sie twittern darüber."

Der Dienst wolle jetzt beides auf einem Bildschirm vereinen und auch auf mobilen Geräten überall ansehen lassen. Mithilfe selbstlernender Maschinen will Twitter zentrale Momente eines Videos erkennen und den Nutzern als Highlights präsentieren.

Facebook mit seinen mehr als 1,6 Milliarden Mitgliedern setzt ebenfalls massiv auf Video und unter anderem auch auf Livestreaming, bei dem Bilder direkt zum Beispiel vom Smartphone übertragen werden. Twitter stieß den Trend mit seiner Livestreaming-App Periscope mit an.