Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich in einem offenen Brief und in einem BBC-Interview für mehr globalen Zusammenhalt ausgesprochen. In dem Schreiben, das die BBC als "Manifest" wertet, plädiert Zuckerberg für eine weltweite Vernetzung, die Fortschritt ermöglichen soll. Zugleich räumte er ein, dass sich viele Menschen zurückgelassen fühlten, ihre "Hoffnung für eine bessere Zukunft verloren" hätten und "Bewegungen gründen, die sich abschotten".

Im BBC-Interview sagte er, die Pioniere des technologischen Fortschritts hätten "nicht bedacht, welche Herausforderungen (die Globalisierung) für Menschen bedeute". Er fügte hinzu: "Einiges von dem, was wir gerade sehen, ist eine Reaktion darauf."

Wie viele (aber längst nicht alle) CEOs im Silicon Valley steht Mark Zuckerberg dem neuen US-Präsidenten Donald Trump kritisch gegenüber; so schlug er Trumps Einladung zu einem Hintergrundgespräch in New York aus. Zuckerberg erwähnte die Trump-Administration in seinem offenen Brief nicht direkt. Auf die Frage der BBC, ob Trump seine Sicht teile, dass Zusammenhalt und Globalisierung zu größerem Fortschritt führen, antwortete Zuckerberg nur: "Darauf werde ich nicht direkt antworten. Sprechen Sie mit ihm, schauen Sie, was er bisher gesagt hat, und Sie bekommen ein Gefühl dafür."

Fortschritt erfordert Globalisierung

Facebook solle in Zukunft noch stärker zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen, führte Zuckerberg in seinem Brief aus. Statt wie bisher vor allem  Freunde und Familien zu vernetzen, wolle das Unternehmen eine Infrastruktur bereitstellen, die der Information, gegenseitigen Unterstützung und dem zivilen Engagement dienen soll. Vor allem aber solle diese Infrastruktur alle Gesellschaftsschichten miteinschließen.

Fortschritt erfordere heutzutage, "dass die Menschheit zusammenkommt, nicht nur als Städte oder Nationen, sondern als globale Gemeinschaft". Der 32-Jährige betonte die Chancen der Globalisierung, die es zu nutzen gelte: etwa die Verbreitung von Wohlstand und Frieden, die Bekämpfung von Armut und die Beschleunigung von wissenschaftlichem Fortschritt. Doch auch die Probleme der Welt – etwa der internationale Terrorismus, der Klimawandel und Epidemien – ließen sich nur gemeinsam lösen.