Die pakistanische Regierung geht verstärkt gegen angeblich gotteslästerliche Inhalte in sozialen Medien vor. Ministerpräsident Nawaz Sharif wies das Innenministerium an, umgehend alle Seiten und Foren mit solchen Inhalten zu sperren. "Alle Agenturen sollen aktiv versuchen, die Schuldigen zu finden und sicherzustellen, dass sie dem Gesetz gemäß bestraft werden", sagte Sharif. In Pakistan kann Blasphemie mit dem Tod bestraft werden.

Sharif forderte das Außenministerium dazu auf, mit internationalen Institutionen und sozialen Netzwerken in Kontakt zu treten, um das Problem zu lösen. Der Ministerpräsident warnte auch vor Menschen, die die strengen Blasphemiegesetzes des Landes ausnutzten, um unliebsame Internetseiten von politischen oder religiösen Rivalen zu sperren. Seit Anfang des Jahres wurden mehrere religionskritische sowie liberale Seiten zensiert. Bis Anfang 2016 war zudem YouTube drei Jahre lang gesperrt gewesen, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war.

In der vergangenen Woche hatte ein Richter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad angedroht, Facebook zu sperren, sollten blasphemische Bilder nicht gelöscht werden. Er verglich Gotteslästerer mit Terroristen. 

Im Januar waren fünf Blogger entführt worden, die regierungs- und militärkritische Internetseiten betrieben hatten. Ihnen wurde Blasphemie vorgeworfen. Menschenrechtsaktivisten vermuten den Staat hinter der Entführung. Mittlerweile sind vier der Blogger wieder aufgetaucht. Einer von ihnen sagte der britischen BBC, er sei gefoltert worden.