Computer von Arbeitnehmern dürfen nicht anlasslos vom Arbeitgeber überwacht werden. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem Urteil enge Grenzen für den Einsatz von Spähsoftware auf Firmencomputern zur verdeckten Überwachung von Mitarbeitern gezogen. Sogenannte Keylogger, die alle Tastatureingaben an einem Rechner protokollieren und Bildschirmfotos aufnehmen, seien zur Überwachung des Arbeitsverhaltens unzulässig, entschied das Gericht in Erfurt.  

In ihrem Urteil werteten die Bundesarbeitsrichter den Einsatz der Spähsoftware als massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern. Ein solcher Eingriff sei nur dann gerechtfertigt, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Straftat oder eine schwerwiegende Pflichtverletzung des Arbeitnehmers vorliege. Eine Überwachung "ins Blaue hinein" sei unverhältnismäßig.

Anlass für die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts war der Fall eines Programmierers aus Nordrhein-Westfalen. Dessen Arbeitgeber hatte ihm anhand von Daten eines Tastaturspions vorgeworfen, Teile seiner Arbeitszeit am Dienst-PC für private Zwecke genutzt zu haben. Die digitalen Daten seien rechtswidrig gewonnen und dürften vor Gericht nicht verwendet werden, entschied das BAG. Sie erklärten deshalb wie die Vorinstanzen die Kündigung des Programmierers für unwirksam.