Landgericht Köln - Telekom-Hacker bekommt Bewährungsstrafe Ein britischer Computer-Hacker ist zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Er hat gestanden, mehr als eine Million Telekom-Router lahmgelegt zu haben. © Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters

Mehr als acht Monate nach einem massiven Hackerangriff auf Router der Deutschen Telekom ist der Planer der Aktion vor dem Kölner Landgericht verurteilt worden. Der 29-jährige Brite erhielt ein Jahr und acht Monate auf Bewährung. Die Kammer blieb damit unter den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidigung.

Während des Prozesses hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, Daniel K. habe seine Tat bereut.

K. hatte im November 2016 bei 1,25 Millionen Telekom-Kunden einen Netzausfall verursacht. Vor Gericht sagte er, im Auftrag eines liberianischen Telekommunikationsunternehmens Router weltweit angegriffen zu haben. Sein Ziel war demnach, möglichst viele Router in ein Botnetz zu integrieren. Bei den Telekom-Routern war die Attacke zwar erfolglos, sie führte aber dazu, dass Kunden des Unternehmens vorübergehend nicht mehr ins Netz kamen. Den dadurch entstandenen Schaden beziffert das Unternehmen auf gut zwei Millionen Euro.

Nach dem Hacker wurde monatelang gefahndet, gegen ihn lag ein Europäischer Haftbefehl vor. Im Februar wurde er an einem Londoner Flughafen festgenommen. Deutsche und britische Ermittler hatten in dem Fall zusammengearbeitet.

Nach dem Urteil in Köln droht dem Mann nun der nächste Prozess: Großbritannien hat seine Auslieferung beantragt. In seinem Heimatland wird wegen weiterer Hackerangriffe und Bankenerpressung gegen ihn ermittelt.