Google - Mitarbeiter nach sexistischem Text entlassen Google entlässt einen Mitarbeiter, der ein Memo veröffentlicht hatte, in dem die Dominanz von Männern in der IT-Branche biologisch begründet wird. © Foto: Mike Blake/Reuters

Ein Google-Entwickler ist laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wegen eines sexistischen Textes entlassen worden. Google äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten, der Ingenieur selbst bestätigte demnach aber den Vorgang.

James Damore hatte in einem Schreiben den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit angeblich biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt. Frauen seien "offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik" und zögen daher die Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vor, während Männer über "natürliche Fähigkeiten" verfügten, die sie zu besseren Programmierern machten. Außerdem seien Frauen weniger widerstandsfähiger gegen Stress, behauptet Damore. Der Versuch, mehr Frauen in die Branche zu bringen, sei ein Fehler. Das aber dürfe man nicht laut sagen, zumal nicht in einer "ideologisierten Unternehmenskultur" wie bei der von Google.

Das interne Schriftstück war am Wochenende an die Öffentlichkeit gelangt und hatte eine Debatte ausgelöst. Googles Managerin für Diversität, Danielle Brown, schrieb in einer E-Mail an die Angestellten, die Äußerungen würden weder von ihr noch vom Konzern "unterstützt, gefördert oder ermutigt". Viele Mitarbeiter kritisierten den Text laut Medienberichten in internen Foren als Ansammlung sexistischer Stereotype. Allerdings bekam der Autor auch Zuspruch in Teilen der Belegschaft.   

Googles Chef Sundar Pichai unterbrach wegen des Textes seinen Urlaub. In einer E-Mail an die Mitarbeiter schrieb er, dass Teile davon gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und mit der Verbreitung schädlicher Stereotype über Geschlechter eine Grenze überschritten hätten. Zu behaupten, ein Teil der Belegschaft habe Merkmale, die sie biologisch weniger fähig für die Arbeit bei Google machten, sei "beleidigend und nicht okay". Gleiches gelte, wenn Mitarbeiter zweifelten, ob sie ihre Ansichten am Arbeitsplatz frei äußern könnten. 

Die US-Technologiebranche ist von Männern dominiert. In den vergangenen Monaten hatten sich immer wieder Frauen öffentlich über sexuelle Belästigung und Diskriminierung beschwert.