Etwa 11.000 Mal haben sich in den ersten sieben Monaten dieses Jahres Menschen bei der Bundesnetzagentur beschwert, weil sie beim Anbieterwechsel mehr als einen Tag lang keine Telefon- oder Internetverbindung hatten. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe und berufen sich auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung. Im Jahr 2016 hatte es insgesamt 19.000 Beschwerden gegeben, 2015 sogar 30.000.

Laut des Telekommunikationsgesetzes darf beim Anbieterwechsel die Verbindung maximal 24 Stunden lang unterbrochen sein. "Die Anbieter bekommen das Problem einfach nicht in den Griff oder wollen es vielleicht auch gar nicht", sagte der Vizevorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. "Für jeden Tag mit nicht funktionierendem Telefon und Internet sollte eine Entschädigung für den Kunden fällig werden. Eine Größenordnung um 100 Euro pro Tag wäre hilfreich."

Der Sprecher der Bundesnetzagentur, Michael Reifenberg, sagte den Funke-Zeitungen, die Behörde habe seit 2014 gegen vier große Konzerne Bußgelder über insgesamt rund 300.000 Euro verhängt, weil sie gegen das Gesetz verstoßen hatten. Die Verzögerungen würden teilweise durch die Unternehmen verursacht, es würden aber auch Leitungen falsch verkabelt werden.