Die US-Regierung hat angeordnet, sämtliche Software der russischen Firma Kaspersky aus ihren Büros zu entfernen. Die amtierende Heimatschutzministerin Elaine Duke begründete den Schritt damit, dass sie über angebliche Verbindungen von Kaspersky-Mitarbeitern zu russischen Geheimdiensten und anderen Regierungseinrichtungen besorgt sei. Kaspersky ist auf Programme für Cybersicherheit spezialisiert. Besonders die Software für den Virenschutz ist weltweit verbreitet.

Die US-Geheimdienste sehen es als erwiesen an, dass die russische Regierung Einfluss auf den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr genommen hat. Russlands Präsident Wladimir Putin hat dies stets bestritten. In den USA ermitteln das FBI, mehrere Kongressausschüsse sowie ein Sonderermittler wegen des Verdachts möglicher geheimer Absprachen des Wahlkampfteams von Donald Trump mit der russischen Regierung.

Nun hat es die US-Regierung auf die Software der Firma Kaspersky abgesehen. Heimatschutzministerin Duke sagte, die Programme der russischen IT-Sicherheitsfirma könnten die "nationale Sicherheit" der USA gefährden. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung den von Kaspersky ermöglichten Zugang zu Informationen und Informationstechnologie der US-Regierung für sich nutze.

Duke führte aus, dass die russischen Geheimdienste per Gesetz dazu ermächtigt seien, Unterstützung von Kaspersky einzuholen. Die Sicherheitssoftware gewähre einen umfassenden Zugang auf Dateien und Administrationsrechte von Computern, auf denen sie installiert sei, sagte Duke weiter. Die Behörden hätten nun 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Man habe Kaspersky die Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken Stellung zu nehmen.

Kaspersky weist Spionagevorwürfe zurück

Bereits im Juli hatte die US-Regierung die Nutzung von Kaspersky-Programmen eingeschränkt. Die Beschaffungsbehörde GSA strich die Firma damals von einer Liste zugelassener Anbieter für Produkte für die Internetsicherheit. Kaspersky wies die Spionagevorwürfe bereits damals zurück: "Das Unternehmen hat niemals und wird niemals irgendeiner Regierung auf der Welt dabei helfen, Cyberspionage zu betreiben." Es gebe keine Beweise für die Behauptungen.

Kaspersky macht nach eigenen Angaben 85 Prozent seiner Geschäfte außerhalb Russlands. Das Unternehmen ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Auch in Deutschland wird die Software häufig genutzt.