Facebookgründer Mark Zuckerberg verspricht, das soziale Netzwerk besser vor politischen Manipulationsversuchen bei Wahlen zu schützen. Politisch motivierte Werbung werde besser kenntlich gemacht, sagte Zuckerberg in einer Videobotschaft. Der US-Konzern werde politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen. Die Belegschaft, die sich um die Identifizierung auffälliger Posts kümmert, werde verdoppelt.

Untersucht würden auch gefälschte Nutzerkonten, die im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland gelöscht worden seien. Bisher habe das Unternehmen aber nicht entdecken können, dass es zu Manipulationsversuchen wie bei der US-Wahl kam.

Zuckerberg warnte jedoch auch davor, dass Facebook nicht alles ungewollte Material finden könne, bevor es tatsächlich veröffentlicht wird. "Wir überprüfen nicht, was Leute sagen, bevor sie es sagen", so Zuckerberg. Wer jedoch gegen das Gesetz oder die Richtlinien von Facebook verstoße, werde sich dafür Konsequenzen stellen müssen.

Facebook wird dem US-Kongress außerdem etwa 3.000 Werbeanzeigen vorlegen, die rund um die US-Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr von Russland aus geschaltet worden sein sollen. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen im Wege, hieß es in einem Blog-Eintrag des sozialen Netzwerks.

Vor zwei Wochen hatte Facebook mitgeteilt, dass man 470 Profile identifiziert habe, die die verdächtigen Anzeigen veröffentlicht hätten. Die Werbebeiträge hätten einen Wert von 100.000 Dollar gehabt. "Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", sagte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos.

Einige der Beiträge hatte Facebook daraufhin dem US-Kongress gezeigt, der die russische Einflussnahme auf die US-Wahl untersucht. Allerdings verweigerte Facebook den Politikern eine längere Einsicht aus Gründen der Privatsphäre. Kongressabgeordnete beschwerten sich daher, dass Facebook mit den Russland-Ermittlungen nicht ausreichend kooperiere. 

Jetzt geht Zuckerberg auf den Gesetzgeber zu. "Ich möchte nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben", sagte Zuckerberg in dem Facebook-Livebeitrag. Er unterstütze die Ermittlungen.