Google will enger mit Verlagen bei der Vermarktung ihrer bezahlpflichtigen Online-Inhalte zusammenarbeiten. Das Unternehmen kündigte an, journalistische Texte mit Paywall in ihrer Suchmaschine stärker unterstützen zu wollen. Künftig könnten Verlage bestimmen, ob und in welchem Umfang ihre kostenpflichtigen Inhalte auf Google frei zugänglich sind.

Bislang konnten Nutzer viele Bezahlschranken einfach durch eine Google-Suche umgehen. In Googles Programm First Click Free wurden Verlage dazu verpflichtet, mindestens drei Artikel pro Tag kostenlos auf Google anzeigen zu lassen, damit Inhalte mit Paywall überhaupt im Google-Index auftauchen. An dessen Stelle tritt ein Modell, bei dem Verlage selber bestimmen können, wie viele bezahlpflichtige Artikel Nutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Das neue Modell habe Google zusammen mit vielen Verlagen entwickelt, auch mit der New York Times und der Financial Times.

Laut Google-News-Manager Richard Gingras wolle sein Unternehmen den Verlagen dabei helfen, neue Zielgruppen anzusprechen und erfolgreiche Abo-Modelle zu entwickeln. Bislang seien viele Bezahlangebote zu kompliziert, was potentielle Kunden abschrecke. Google wolle dies nun durch einen kürzeren Einkaufsprozess vereinfachen.

Das Verhältnis zwischen Google und vielen Verlagen war in der Vergangenheit häufig von Konflikten geprägt. In Deutschland versucht eine Gruppe von Verlagen den US-Konzern dazu zu bringen, für ihre Inhalte zu zahlen. Das sollte über die Verwertungsgesellschaft VG Media geschehen.

Google arbeitet aber auch bisher eng mit den Verlagen zusammen, etwa in der "Digital News Initiative" (DNI), zu der auch DIE ZEIT gehört. Über die Initiative werden Entwicklungsprojekte in Verlagen finanziell gefördert. Die deutschsprachigen DNI-Partner wollen sich Ende Oktober mit Google treffen, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen.