Wieder ein Skandal bei Fahrdienstvermittler Uber: Das Unternehmen gibt zu, den Diebstahl von Kunden- und Fahrerdaten verheimlicht zu haben. Bei dem Angriff vor rund einem Jahr seien persönliche Informationen von weltweit mehr als 57 Millionen Kunden und Angestellten gestohlen worden. Die Hacker, die durch eine schlecht geschützte Datenbank in einem Cloud-Dienst an die Daten gekommen waren, entwendeten demnach Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Kunden sowie die Angaben von Autokennzeichen von rund 600.000 Uber-Fahrern, gab Uber jetzt bekannt.

Statt Behörden oder Betroffene zu informieren, bezahlte Uber den Hackern 100.000 Dollar (rund 85.000 Euro), damit sie die gestohlenen Daten vernichten, berichteten der Finanzdienst Bloomberg und die New York Times. Es ist außergewöhnlich, dass ein Unternehmen einen Datendiebstahl in dieser Dimension Behörden und Nutzern wissentlich verschwieg und einen Deal mit den Angreifern einging. Die New Yorker Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Uber-Sicherheitschef Joe Sullivan und ein weiterer Manager verloren ihre Jobs, wie das Unternehmenberichtete. Sullivan war zuvor Sicherheitschef bei Facebook.

Sicherheit mit NSA-Know-how

Der derzeitige Uber-Chef Dara Khosrowshahi kritisierte den Umgang des Unternehmens mit dem Datendiebstahl in einem Blogbeitrag. Es gebe jedoch keine Hinweise, dass die gestohlenen Daten missbraucht wurden, so Khosrowshahi. Es seien nach bisherigen Erkenntnissen auch keine Kreditkartendaten oder Informationen zu Fahrten gestohlen worden, hieß es. 

Khowrowshahi engagierte Matthew Olsen, einen früheren Chefjuristen des US-Geheimdienstes NSA, als Berater. Er solle dabei helfen, die Sicherheit bei Uber neu zu gestalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Uber unter der Rigide seines ehemaligen Chefs Travis Kalanick in die Schlagzeilen gerät. Das Unternehmen hatte bei der rasanten internationalen Expansion in vielen Ländern gegen geltende Regeln verstoßen. Zuletzt sorgte auch eine Klage der Google-Schwesterfirma Waymo für Aufsehen, in der Uberder Einsatz gestohlener Roboterwagen-Technologie vorgeworfen wird. Kalanick räumte im Sommer unter dem Druck von Investoren den Chefposten. Der Datenklau-Skandal dürfte seine Ambitionen, irgendwann wieder an die Spitze zurückzukehren, durchkreuzen.