Google will künftig sein Videoportal YouTube auf Geräten von Amazon blockieren. Der Dienst werde deaktiviert, weil es an Gegenseitigkeit im Umgang mit den Produkten des jeweils anderen fehle, teilte Google mit.

YouTube sehe sich demnach durch den weltgrößten Onlinehändler benachteiligt. So seien bei Amazon keine Produkte des Mutterunternehmens Google erhältlich, die im Wettbewerb mit Amazon-Produkten stehen. Dazu zählen unter anderem der Streaming-Stick Chromecast oder der Lautsprecher Google Home. Auch Amazons Streamingdienst Prime Video ist nicht für Nutzer der Plattform Google Cast verfügbar.

Google möchte mit der Blockade auf Amazon-Geräten erreichen, dass seine Produkte doch auf der Plattform des Onlinehändlers angeboten werden. Falls keine Lösung des Konflikts zustande kommt, wird YouTube ab dem 1. Januar nicht mehr auf Fire TV abspielbar sein. Vom smarten Lautsprechersystem mit Bildschirm Echo Show soll die Plattform bereits am Dienstag verschwinden – auf diesem war die Videoplattform gerade erst zurückgekehrt. In vorherigen Auseinandersetzungen hatte Amazon aber Möglichkeiten gefunden, nicht-autorisierte YouTube-Versionen zugänglich zu machen. 

Der Konflikt zwischen den beiden Unternehmen bestehen bereits seit mehreren Jahren. So begann Amazon damit, die Google-Software Android für seine E-Book-Reader neu zu entwickeln. Vor zwei Jahren verbannte der Onlinehändler dann das Google-Produkt Chromecast aus seinem Sortiment, obwohl der Streaming-Adapter zu den am meisten verkauften Elektrogeräten gehörte.

US-Internetprovider kritisierten die Auseinandersetzung indes und verweisen auf die Vorschriften zur Netzneutralität. Laut dem Chef des Telekommunikationsanbieters USTelecom, Jonathan Spalter, würden sich die größten Provider dazu verpflichtet fühlen, dass kein Inhalt blockiert oder beschnitten wird. Für ihn sehe es so aus, als ob die größten Internetkonzerne dies nicht behaupten können.