Facebook-Nutzer werden künftig mehr Beiträge von Freunden und Familie statt von Medien, Unternehmen und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Damit wolle man sich wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausrichten, persönliche Beziehungen zu ermöglichen, teilte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Blogbeitrag mit. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzern zurück. 

Facebook will demnach mit einem Algorithmus versuchen vorherzusagen, welche Inhalte besonders viele Interaktionen von Nutzern auslösen werden. Diese Beiträge erscheinen dann bevorzugt im Newsfeed, der Startseite des Netzwerks.  

Für viele Unternehmen und Medien dürften die Änderungen einen Einschnitt bedeuten. Facebook hatte in den vergangenen Jahren versucht, verstärkt zur Plattform für Medieninhalte zu werden. Viele Medien und Marken setzen darauf, Menschen über Facebook zu erreichen. "Es stimmt, dass die Verbreitung dieser Inhalte zurückgehen wird und dies bedeutende Auswirkungen für das Ökosystem haben wird", sagte Facebook-Manager John Hegeman. Die Zahl der Anzeigenplätze im Newsfeed werde nicht erhöht. 

Hegeman sagte, dass Nutzer durch das Update voraussichtlich weniger Zeit auf Facebook verbringen werden. Man fühle sich aber gut damit, "weil die Zeit, die sie dort verbringen, wertvoller und letztlich gut für unser Geschäft sein wird". Für Facebook sei die soziale Interaktion wichtiger als das passive Konsumieren von Inhalten. Der Manager nannte Studien, die zeigten, dass Interaktion mit geliebten Menschen für das Wohlbefinden wichtiger sei als das Lesen von Nachrichten oder das Anschauen von Videos.