Hessens Polizei hat eine umstrittene Software der US-Firma Palantir Technologies gekauft, die gegen islamistischen Terrorismus und organisierte Kriminalität eingesetzt werden soll. Das berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf das hessische Innenministerium. Palantir steht im Verdacht, Kontakte zur Firma Cambridge Analytica unterhalten zu haben, die mit illegal erlangten Facebook-Daten versucht haben soll, die US-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen.

Palantir-Mitarbeiter würden bereits hessische Polizeibeamte an der neuen Software ausbilden. Der Wert des Programms betrage nach offizieller Mitteilung "0,01 Euro ohne MwSt". Gegenüber dem Spiegel habe das hessische Innenministerium eingeräumt, dass dies "nicht der tatsächliche Preis" sei, wollte diesen aber aus "Gründen des öffentlichen Sicherheitsinteresses des Landes Hessen" nicht nennen.

Palantir wurde 2004 von dem Facebook-Investor und PayPal-Erfinder Peter Thiel mithilfe des US-Geheimdienstes CIA gegründet. Erst kürzlich erhielt das Unternehmen einen Auftrag über 876 Millionen Dollar vom US-Militär.

Der Kauf der Software in Hessen ist auch deshalb heikel, weil die Firma in den USA wegen missbräuchlicher Nutzung von Kundendaten aufgefallen war. Auf eine Ausschreibung sei verzichtet worden, weil es am Markt keine einsatzbereite Alternative gegeben habe, begründete Hessen die Form der Anschaffung.

Hinweis: In der ursprünglichen Version dieser Nachricht hieß es, Cambridge Analytica stehe im Verdacht, die US-Präsidentschaftswahl manipuliert zu haben. Diese Formulierung geht nach derzeitigem Stand viel zu weit. Wir haben sie deshalb nachträglich verändert.