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Live-Dossier Crypto Wars

Apple gegen das FBI

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Die Frage, ob Apple dem FBI helfen muss, das iPhone eines Attentäters auszulesen, entwickelt sich zum Grundsatzstreit über Computersicherheit. Die Ereignisse im Überblick

25 Beiträge 16. Februar 2016 bis 21. April 2016

Der aktuelle Stand:

  • Das FBI wollte ein iPhone 5c des getöteten San-Bernardino-Attentäters Syed Rizwan Farook auswerten, brauchte dazu nach eigenen Angaben aber die Hilfe von Apple. Per Gerichtsbeschluss hatte die Staatsanwaltschaft deshalb das Unternehmen aufgefordert, eine spezielle Version des Betriebssystems iOS zu entwickeln und auf das Gerät aufzuspielen.

  • Diese Version sollte Apples Sicherheitsmechanismen umgehen, damit das FBI die PIN beziehungsweise das Passwort für das iPhone knacken kann.

  • Apple aber weigerte sich, eine solche Version von iOS zu entwickeln, mit der Begründung, keinen Präzedenzfall schaffen zu wollen. Das Unternehmen befürchtete, immer wieder juristisch dazu gezwungen zu werden, die eigene Technik nachträglich auszuhebeln, oder gleich staatlich verordnete Hintertüren in seine Produkte einbauen zu müssen. Weil die ganze Tech-Branche in den USA Apples Befürchtungen teilt, gilt der Fall als Fortsetzung der Crypto Wars der neunziger Jahre.

21.04.16

Das FBI hat offenbar mehr als 1,3 Millionen Dollar an professionelle Hacker bezahlt, damit sie das iPhone 5c des San-Bernadino-Terroristen Farook knacken. mehr lesen

18.04.16

Silicon Valley versus Capitol Hill

Analyse: Warum sich Apple, Microsoft, WhatsApp und andere gerade jetzt mit allen Mitteln gegen die Begehrlichkeiten der US-Behörden wehren. mehr lesen

© Sean Gallup/Getty Images
08.04.16

Ersatz für den All Writs Act? Zwei einflussreiche US-Senatoren legen einen Gesetzentwurf vor, der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in US-Produkten letztlich verbieten würde. mehr lesen

05.04.16

WhatsApp schafft Fakten

Der Marktführer setzt dank seiner riesigen Nutzerschaft Maßstäbe und kommt einer gesetzlichen Beschränkung von Computersicherheit zuvor: Die Einführung von Ende-zu-Ende-Verschüsselung aller Nachrichten und über alle Plattformen hinweg bedeutet für WhatsApp: Selbst das Unternehmen kann nicht länger sehen, was sich die Nutzer schicken.  mehr lesen

© Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images
31.03.16

Kurz nachdem das FBI das iPhone 5c von Syed Farook ohne Apples Hilfe geknackt hat, bietet die Behörde ihre Hilfe in einem anderen Fall an. Auch hier geht es darum, ein gesperrtes iPhone auszulesen. Wie oft die US-Behörden versuchen, die Hersteller auf Basis eines Gesetzes von 1789 zur Kooperation zu zwingen, zeigen Zahlen der ACLU. mehr lesen

29.03.16

Der Streit zwischen Apple und dem US-Justizministerium ist fürs Erste vorbei. Er zeigt aber, dass die Politik ihr Verständnis von Sicherheit überdenken muss. mehr lesen

29.03.16

Das FBI hat das iPhone nun doch ohne Apples Unterstützung auslesen können. Mit welcher Methode und mit wessen Hilfe, ist unklar. mehr lesen

23.03.16

Hilft eine israelische Firma dem FBI, das iPhone eines Mörders zu hacken? Wenn ja, wie? Was würde aus dem angestrebten Präzedenzfall? Die wichtigsten Fragen und Antworten mehr lesen

21.03.16

FBI sagt Gerichtstermin ab

Das FBI behauptet plötzlich, das iPhone des San-Bernadino-Attentäters möglicherweise doch ohne Apples Hilfe auslesen zu können, und lässt den Termin am Berufungsgericht deshalb verschieben. mehr lesen

© Brendan McDermid / Reuters
21.03.16

Apple-CEO Tim Cook nutzt die Vorstellung des iPhone SE, um die Weltöffentlichkeit noch einmal auf den Streit mit der eigenen Regierung hinzuweisen. mehr lesen

18.03.16

Apple-CEO Tim Cook glaubt, "die bürgerlichen Freiheiten des Landes gegen die Regierung verteidigen" zu müssen. Sollte das Unternehmen vor Gericht unterliegen, könnten seine Security-Experten aber auch einfach kündigen. mehr lesen

14.03.16

Das nächste Problem: WhatsApp

Das nächste Problem für Ermittler: WhatsApp. Laut einem Zeitungsbericht überlegt das Justizministerium, wie es mit verschlüsselten WhatsApp-Chats umgehen soll, die es nicht überwachen lassen kann. Unklar ist demnach, ob die Regierung auch in diesem Fall die juristische Klärung suchen will. mehr lesen

© Gabriel Bouys/AFP/Getty Images
11.03.16

US-Präsident Barack Obama warnt auf der SXSW-Konferenz die Technikbranche wie auch die Politik vor "absoluten Entscheidungen", lässt aber durchblicken, dass er Hintertüren für seine Behörden letztlich befürwortet. mehr lesen

10.03.16

In einer Stellungnahme wirft das Justizministerium Apple vor, der chinesischen Regierung mehr zu helfen als der eigenen. Die zuständige Bundesanwältin Eileen Decker bezeichnet das Vorgehen des FBIs als "maßvoll", die Regierung werde keinen "Generalschlüssel" für alle iPhones erhalten. mehr lesen

01.03.16

Sollte Apple das iPhone 5c entsperren müssen, könnte das FBI den Entscheid auch auf andere Fälle übertragen, sagt FBI-Direktor James Comey in einer Anhörung vor dem US-Kongress. Zuvor hatte die Behörde immer betont, es gehe nicht um die Schaffung eines Präzedenzfalls. mehr lesen

29.02.16

Apple gewinnt einen vergleichbaren Gerichtsprozess in New York

Apple gewinnt einen vergleichbaren Gerichtsprozess in New York: Das Unternehmen muss das iPhone eines Verdächtigen in einem Fall von Drogenkriminalität nicht entsperren. Ob das Urteil eine Auswirkung auf den San-Bernadino-Fall hat, ist aber unklar. mehr lesen

© Lucy Nicholson / Reuters
25.02.16

Tim Cook will den Fall notfalls vom Supreme Court klären lassen. Der Apple-CEO befürchtet, dass die Regierung sein Unternehmen irgendwann dazu zwingt, die Kamera im iPhone eines Verdächtigen aus der Ferne einzuschalten. mehr lesen

24.02.16

Tim Cook will Präsident Obama persönlich die Beweggründe seines Unternehmens erklären. Außerdem soll Apple an einer Technik arbeiten, die es für Regierungen künftig noch schwerer machen soll, sich Zugang zu den Daten auf iPhones zu verschaffen.  mehr lesen

24.02.16

Apple will sich auf das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung berufen, das im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung festgeschrieben ist. mehr lesen

22.02.16

Apple fordert die US-Regierung auf, ihre Forderungen zurückzuziehen und stattdessen eine Kommission mit Experten einzuberufen. Sie soll sich generell mit den Auswirkungen des Falls auf Ermittlungen, die nationale Sicherheit und die Privatsphäre beschäftigen. mehr lesen

19.02.16

Das Justizministerium schaltet sich ein und stellt einen Antrag vor Gericht, damit Apple dem Beschluss zur Hilfe für das FBI nachkommt. Darin heißt es, die gerichtliche Anordnung verlange von Apple nicht, eine Hintertür für jedes iPhone zu öffnen. Zudem sei Apple vor allem von Marketingsorgen umtrieben. mehr lesen

19.02.16

Ein neuer Gesetzentwurf des Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses des US-Senats sieht Strafen für Unternehmen vor, die Gerichtsanordnungen zum Entschlüsseln von Daten missachten.  mehr lesen

18.02.16

Wofür der Fall Apple versus FBI steht

Der vordergründige Streit um ein einziges iPhone 5c veranschaulicht, was passiert, wenn Technik so mächtig wird, dass sie Gesetz und politische Handlungsfähigkeit uneinholbar überholt. mehr lesen

© Ken Ishii/Getty Images
17.02.16

Google und WhatsApp stellen sich auf Apples Seite

Apple erhält Rückendeckung aus der eigenen Branche, zuerst von Google und WhatsApp. Damit wird der Fall zum grundsätzlichen Streit um die künftigen Grenzen von Verschlüsselung und Computersicherheit. mehr lesen

16.02.16

Apple will dem FBI nicht beim Hacken helfen

Das FBI will Apple per Gerichtsbeschluss dazu zwingen, mehrere Sicherheitsfeatures im iPhone eines San-Bernadino-Attentäters auszuhebeln. Aber das Unternehmen weigert sich und fechtet den Beschluss öffentlich an. mehr lesen

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Frühere Ereignisse

  • Am 2. Dezember 2015 töten Tashfeen Malik und ihr Mann Syed Rizwan Farook 14 Menschen in San Bernardino, Kalifornien. Der Vorfall findet während einer Mitarbeiterfeier in einer Sozialeinrichtung statt.
  • Nach der Schießerei ergreifen sie die Flucht. Mehrere Stunden später werden sie gestellt und es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem die beiden Terroristen getötet werden.
  • Die US-Bundespolizei FBI stuft den Fall als Terrorakt ein. Malik soll der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf Facebook die Gefolgschaft geschworen haben.
  • Laut dem FBI hatten die beiden Täter die Tat intensiv vorbereitet. Malik und Farook sollen im Vorfeld versucht haben, ihre persönlichen Handys zu zerstören. Das Arbeitshandy von Farook, ein iPhone 5c aber blieb unangetastet, es wird von den Ermittlern eingesammelt und soll ausgewertet werden. Sie können es aber nicht entsperren, weil sie die PIN oder das Passwort nicht kennen und fürchten, dass nach zu vielen Fehlversuchen alle Daten auf dem Gerät automatisch gelöscht werden.