Bundesagentur für Arbeit Datendiebe jagen nach persönlichen Informationen

Ob die Daten von SchülerVZ, Postbank-Kunden oder nun der Jobsuchenden der Arbeitsagentur - was könnten die Datendiebe mit diesen Informationen eigentlich anfangen?

Erst SchülerVZ, dann die Postbank und nun die Agentur für Arbeit: Derzeit häufen sich Fälle, in denen es Außenstehenden gelingt, auf vermeintlich geschützte Daten aus Internetportalen oder sozialen Netzwerken zuzugreifen.

Eine arbeitslose Sozialarbeiterin hatte die Süddeutsche Zeitung darauf gestoßen, dass bei der Jobbörse der Arbeitsagentur theoretisch jeder auf Bewerbungsunterlagen zugreifen kann, und zwar unabhängig davon, ob er Arbeitgeber ist. Auch die Job-Webseite des Guardian ist kürzlich Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Die Zeitung hat mittlerweile E-Mails an rund 500.000 Menschen verschickt, mit dem Hinweis, dass sie potenziell von diesem Angriff betroffen sein könnten.

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Im Fall von Bewerberdaten sind Datenlecks besonders schmerzlich. Schließlich handelt es sich bei den Betroffenen oft um Menschen, die schon länger verzweifelt nach einem Job suchen. "Es darf nicht sein, dass sensible Bewerberdaten in falsche Hände geraten", sagt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in der Süddeutschen Zeitung. Dies ließe sich mit dem Sozialdatenschutz nicht vereinbaren.

Was fängt ein Krimineller mit solchen Daten eigentlich an? Bei SchülerVZ ging es den Angreifern offensichtlich darum, auf bestehende Sicherheitslücken aufmerksam zu machen, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BITKOM. Er schätzt, dass bei der Hälfte aller Fälle, die öffentlich bekannt werden, keine verbrecherischen Absichten dahinter steckten. Im Fall der Arbeitsagentur sagt er sogar deutlich: "Dass jemand solche Daten anfordert, hat nichts mit dem Internet zu tun." Jeder könne theoretisch eine Zeitungsannonce aufgeben und sich Bewerbungen zuschicken lassen. Er will deshalb auch nicht von einem Datenmissbrauch sprechen.

Ein Missbrauch sei aber sehr wohl gegeben, wenn wie bei SchülerVZ massenhaft und automatisiert Daten ausgelesen werden. "Hier haben Daten im Internet nämlich in der Tat eine völlig andere Qualität als auf bedrucktem Papier", sagt Rohleder.

Technisch sei es allerdings sehr gut möglich, sich gegen sogenannte Daten-Crawler zu wehren, wie sie vermutlich bei SchülerVZ zum Einsatz kamen. Crawler sind Programme, mit denen die Datendiebe blitzschnell automatische Datenabfragen starten. Und das ließe sich unterbinden, indem man eine Datenbank verschließe, sobald diese bemerke, dass der Zugriff in viel zu kurzen Intervallen erfolge. Denn sobald im Gegensatz zu einem Menschen eine Maschine Bewerberdaten anfordert, tut sie das in viel kürzeren Abständen, sagt Rohleder.

Im Fall der Bewerberdaten fragt er jedoch, ob überhaupt jemand etwas mit den Daten anfangen könne. "Jedes Unternehmen hortet potenziell Hunderte von Bewerbungsmappen", sagt er. Man müsse immer unterscheiden, welche Daten kopiert werden. Die Schuhgröße sei sicher nicht so relevant wie persönliche Gesundheitsdaten.

Dennoch sieht auch Rohleder einen Trend bei organisierten Kriminellen, sich persönliche Identitäten von Internetnutzern zu verschaffen. Diese Szene professionalisiere sich zunehmend und verfüge über herausragende Intelligenz. In vielen Fällen handele es sich um studierte Informatiker, die auf die schiefe Bahn gekommen seien. Diese Kriminellen könnten zu Unrecht an Bewerberdaten gelangen, "etwa um persönliche Kontakte anzubahnen", mutmaßt Schaar.

Und Klaus Jansen, Bundesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, spricht davon, dass Kriminelle eine schwierige, finanzielle Situation ausnutzen könnten, um windige Geschäfte anzubahnen. In den herausgelesenen Datenbanken von SchülerVZ sieht er potenziell gar "ein gefundenes Fressen für Pädophile". Dass es nicht ganz so leicht sein könnte, aus diesen Daten Gewinn zu schlagen, mag zumindest der klägliche Versuch des Hackers von SchülerVZ nahelegen, den Betreiber der Seiten um 80.000 Euro zu erpressen.

Leser-Kommentare
    • quirtz
    • 29.10.2009 um 18:50 Uhr

    Dürfte ich darauf hinweisen, dass Hacker zwar Schutzsysteme umgehen, aber damit nie, nie, niemals Schlechtes anstellen, meistens die Betreiber sogar auf die Sicherheitslücke aufmerksam machen?

    In der Öffentlichkeit muss endlich der Unterschied zwischen Hackern und Crackern klar gemacht werden.

    Ansonsten muss man ja sensible Daten nicht online stellen; da sie ja nur für Freunde bestimmt sind kann man sie ja auch entsprechend behandeln.

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    Ihre Informationen sind fehlerhaft. Das Begriff "Hacker" steht für Personen, die sich entweder mit Hilfe selbst geschiebener Programme Zugang zu fremden Systemen über Computernetzwerek verschaffen, oder durch direktes Aushorchen (social hacking) von Systemen oder Frontalangriffen in Host-Systeme einsteigen. Zu letzterem ist meist nur IT-Grundwissen notwenig.

    Der Begriff "Cracker" ist eine Bezeichnung für ein Programm, das Kopierschutzmechanismen entschlüsselt, aushebelt oder umgeht.

    Wovon Sie schreiben sind die sog. White-Hads (z.B. CCC). Daneben gibt es noch die sog. Grey-Hads und die sog. Black-Hads. Letztere sind als kriminelle Hacker zu betrachten. Heute überwiegend in der Industriespionage tätig. Aber auch ein frustrierter, arbeitsloser ITK kann sich in seinem dunklen Keller zu einem gesellschaftshassenden und kriminellen Hacker entwickeln.

    Ihre Informationen sind fehlerhaft. Das Begriff "Hacker" steht für Personen, die sich entweder mit Hilfe selbst geschiebener Programme Zugang zu fremden Systemen über Computernetzwerek verschaffen, oder durch direktes Aushorchen (social hacking) von Systemen oder Frontalangriffen in Host-Systeme einsteigen. Zu letzterem ist meist nur IT-Grundwissen notwenig.

    Der Begriff "Cracker" ist eine Bezeichnung für ein Programm, das Kopierschutzmechanismen entschlüsselt, aushebelt oder umgeht.

    Wovon Sie schreiben sind die sog. White-Hads (z.B. CCC). Daneben gibt es noch die sog. Grey-Hads und die sog. Black-Hads. Letztere sind als kriminelle Hacker zu betrachten. Heute überwiegend in der Industriespionage tätig. Aber auch ein frustrierter, arbeitsloser ITK kann sich in seinem dunklen Keller zu einem gesellschaftshassenden und kriminellen Hacker entwickeln.

  1. jeder soll sein Stellenprofil zur Verfügung stellen, davon abgesehen, dass die Uploads oft am Rand der Zumutbarkeit sind, und nach einer Bewerbung bei Firmen wie DIS einfach gelöscht werden, nicht etwa aufbewahrt ... Wozu die Mühe? Alles wertloses Papier im Sturm ... http://kallewestrich.blog...

  2. Zu der BA fand ich eher dies interessant:

    "Trotz dieser Kritik lehnt die Bundesagentur es ab, das Verfahren zur Registrierung zu verschärfen. "Im Hinblick auf die Engpässe am Arbeitsmarkt wollte die BA eine Erhöhung der Einstiegsbarrieren für die Jobbörse vermeiden", heißt es in einer Stellungnahme. Die Nürnberger Behörde verweist auch auf ihre Kontrollen: Man prüfe die Stellenangebote täglich, zumindest per Stichprobe. Außerdem gehe eine Arbeitsgruppe möglichen Missbrauchsfällen nach."

    Quelle: Bewerber und Betrüger (sueddeutsche.de)
    http://www.sueddeutsche.d...

  3. Alle, wirklich Alle! Wer im Internet aktiv ist, der weiß dies doch - nichts ist wirklich geschützt und nicht einmal die Verbindung zum eigenen Rechner - da gibt es eine kleine Tür - da spaziert auch der amerikanische Geheimdienst herein oder ein noch sehr viel Kleinerer? Die Mafia macht es vielleicht auch? Wirklich private Daten - gehören nicht einmal in die elektronische Form überführt - geschweige in den eigenen Rechner oder in das Internet.

    Die geschützten Datennetze der Kraftwerke, haben auch keine Verbindung!

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    ja, das "währe" ja wirklich suuuuuuper! ein absoluter traum, wenn jeder meine kreditkartendaten auch mal bekommt. und natürlich, die mafia spaziert jeden tag direkt durch den don corleone usb stecker auf meine festplatte. man weiß es ja nicht genau, könnte ja sein, nicht wahr? nein und persönliche daten natürlich nieeeemals in den computer eintippen, denn das ist ja wirklich total schlimm, am besten sich zu hause einschließen und nie vor die tür gehen, man könnte ja fotografiert werden. vielleicht überwacht einen ja auch der goldfisch des nachbarn. vielen dank, selten so gelacht...

    ja, das "währe" ja wirklich suuuuuuper! ein absoluter traum, wenn jeder meine kreditkartendaten auch mal bekommt. und natürlich, die mafia spaziert jeden tag direkt durch den don corleone usb stecker auf meine festplatte. man weiß es ja nicht genau, könnte ja sein, nicht wahr? nein und persönliche daten natürlich nieeeemals in den computer eintippen, denn das ist ja wirklich total schlimm, am besten sich zu hause einschließen und nie vor die tür gehen, man könnte ja fotografiert werden. vielleicht überwacht einen ja auch der goldfisch des nachbarn. vielen dank, selten so gelacht...

  4. ja, das "währe" ja wirklich suuuuuuper! ein absoluter traum, wenn jeder meine kreditkartendaten auch mal bekommt. und natürlich, die mafia spaziert jeden tag direkt durch den don corleone usb stecker auf meine festplatte. man weiß es ja nicht genau, könnte ja sein, nicht wahr? nein und persönliche daten natürlich nieeeemals in den computer eintippen, denn das ist ja wirklich total schlimm, am besten sich zu hause einschließen und nie vor die tür gehen, man könnte ja fotografiert werden. vielleicht überwacht einen ja auch der goldfisch des nachbarn. vielen dank, selten so gelacht...

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    Was auf einem Computer ist der im Internt hängt ist nicht sicher - Punkt.

    Und bei den aktuellen Betriebssystemenund Verbindungen kann es auch nocht sicher sein.

    Das heißt nicht dass der Ottonormalverbraucher Opfer eines Hackers wird um Daten auszuspähen - abgesehen von Malware kann dies nämlich durchaus zeitaufwendig sein und ist aktuel für Heimcomputer nicht so ertragsreich.

    Aber die Gefahr ist trotzdem da.

    So wie jedes Schiff sinken kann - auch wenn es vor paar Tagen in der Werft war und jede Scweißnaht und Verbindung 10 mal überprüft wurde.

    Was auf einem Computer ist der im Internt hängt ist nicht sicher - Punkt.

    Und bei den aktuellen Betriebssystemenund Verbindungen kann es auch nocht sicher sein.

    Das heißt nicht dass der Ottonormalverbraucher Opfer eines Hackers wird um Daten auszuspähen - abgesehen von Malware kann dies nämlich durchaus zeitaufwendig sein und ist aktuel für Heimcomputer nicht so ertragsreich.

    Aber die Gefahr ist trotzdem da.

    So wie jedes Schiff sinken kann - auch wenn es vor paar Tagen in der Werft war und jede Scweißnaht und Verbindung 10 mal überprüft wurde.

    • joG
    • 30.10.2009 um 8:46 Uhr

    ...gegen seine Bürger verwendet, wie das hier kürzlich die letzte Regierung Merkel tat, kennt man die Begehrlichkeit und weiss wie nützlich lukrativ solch Diebstahl ist.

    • pat
    • 30.10.2009 um 9:52 Uhr

    Guten Tag,
    also der Herr Rohleder meint also, dass bei 50% keine verbrecherische Absichten hinter dem Datenklau stehen? Naja. Ich würde den Spieß hier einfach einmal herumdrehen. Denn die Firmen die UNSERE Daten unverschlüsselt per EMail verschicken handeln zu 100% kriminell!! Hier gilt doch hoffenlich auch der Spruch: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht." Also wer krankendaten per EMail(!) verschickt, hat vor ein ordenltiches Gericht zu kommen und müßte hier verknackt werden! Und dann gibt es da ja noch die bösen "studierten Informatiker". hehe, dass ich nicht lache! Sie meinen also ernsthaft, dass diese "studierte Informatiker" die Daten klauen? Meiner Meinung nach sind es Auftragsarbeiten, die von Firmen finanziert werden. Warum werde ich eigentlich ständig von Callcentern angerufen, im Auftrag von Firmen, von denen ich noch nie etwas gehört habe? Komisch, dass in solchen Artikeln der "kleine Mann" klaut, und der "kleine Mann" beklaut wird! Nur zur erinnerung: Wer Sicherheitslücken in fremden Systemen entdeckt, wird hierzulande verknackt und bekommt keinen müden Euro dafür!

  5. Ihre Informationen sind fehlerhaft. Das Begriff "Hacker" steht für Personen, die sich entweder mit Hilfe selbst geschiebener Programme Zugang zu fremden Systemen über Computernetzwerek verschaffen, oder durch direktes Aushorchen (social hacking) von Systemen oder Frontalangriffen in Host-Systeme einsteigen. Zu letzterem ist meist nur IT-Grundwissen notwenig.

    Der Begriff "Cracker" ist eine Bezeichnung für ein Programm, das Kopierschutzmechanismen entschlüsselt, aushebelt oder umgeht.

    Wovon Sie schreiben sind die sog. White-Hads (z.B. CCC). Daneben gibt es noch die sog. Grey-Hads und die sog. Black-Hads. Letztere sind als kriminelle Hacker zu betrachten. Heute überwiegend in der Industriespionage tätig. Aber auch ein frustrierter, arbeitsloser ITK kann sich in seinem dunklen Keller zu einem gesellschaftshassenden und kriminellen Hacker entwickeln.

    Antwort auf "Hacker????"
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    • quirtz
    • 30.10.2009 um 12:48 Uhr

    Von White-Hads & Grey-Hads werden Black-Hads nie, wirklich nie als Hacker bezeichnet, die Gemeinde wehrt sich ja auch regelmäßig vehement gegen solche Bezeichnungen, die alles in einen Topf werfen.

    Ihre Definition von Hacker ist ebenfalls falsch, ein Hacker in diesem (spez.) Zusammenhang ist jemand, der sich mit Computer- und Netzwerksicherheit auskennt, ihre Definition ist die falsche, aber sehr verbreitete Hollywood-Klischee-Definition.

    Cracker hat beide Bedeutungen, aber in diesem Zusammenhang ist ja wohl klar, dass Black-Hads & Script-Kiddies gemeint sind.

    "Aber auch ein frustrierter, arbeitsloser ITK kann sich in seinem dunklen Keller zu einem gesellschaftshassenden und kriminellen Hacker entwickeln."

    hier muss es also CRacker/Black-Had heißen

    • quirtz
    • 30.10.2009 um 12:48 Uhr

    Von White-Hads & Grey-Hads werden Black-Hads nie, wirklich nie als Hacker bezeichnet, die Gemeinde wehrt sich ja auch regelmäßig vehement gegen solche Bezeichnungen, die alles in einen Topf werfen.

    Ihre Definition von Hacker ist ebenfalls falsch, ein Hacker in diesem (spez.) Zusammenhang ist jemand, der sich mit Computer- und Netzwerksicherheit auskennt, ihre Definition ist die falsche, aber sehr verbreitete Hollywood-Klischee-Definition.

    Cracker hat beide Bedeutungen, aber in diesem Zusammenhang ist ja wohl klar, dass Black-Hads & Script-Kiddies gemeint sind.

    "Aber auch ein frustrierter, arbeitsloser ITK kann sich in seinem dunklen Keller zu einem gesellschaftshassenden und kriminellen Hacker entwickeln."

    hier muss es also CRacker/Black-Had heißen

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