Nach monatelangen Verhandlungen haben sich der Online-Gigant Google und die US-Verleger darauf verständigt, dass das "Google Book Settlements" nur für Bücher gilt, die urheberrechtlich in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien registriert sind. Damit wären mehr als 95 Prozent der Bücher, die in Deutschland oder anderen Ländern außerhalb dieses Geltungsbereiches verlegt wurden, nicht mehr Bestandteil der Vereinbarung. Zudem sollen Google-Konkurrenten wie Amazon oder Microsoft der Zugang zu eingescannten Büchern erleichtert werden.

Mit der abgemilderten Version der umstrittenen Vereinbarung für die Bereitstellung von digitalisierten Büchern im Internet reagierte Google auf die heftige Kritik aus Europa und auf die Einwände des US-Justizministeriums. Über den neuen Vorschlag muss nun ein New Yorker Richter entscheiden.

Seit Jahren digitalisiert Google Bücher, die im Handel nicht mehr zu bekommen sind. Online sind bereits einige Millionen Werke verfügbar. Vertreter der amerikanischen Verleger und Autoren hatten Google angeklagt, weil der Konzern ohne Zustimmung der Rechteinhaber ungefähr sieben Millionen Bücher eingescannt und teilweise online zugänglich gemacht hatte.

Ursprüngliche Entscheidung wurde zurück genommen

Im Oktober vergangenen Jahres hatten sich der Internetkonzern und die amerikanische Buchbranche dann auf einen Vergleich geeinigt, der vor allem den elektronischen Vertrieb von urheberrechtlich geschützten Büchern regeln sollte. Die ursprüngliche Vereinbarung wurde jedoch zurückgezogen, nachdem das amerikanische Justizministerium Einwände erhob.

Auf dem europäischen Buchmarkt hatte die Vereinbarung für Empörung gesorgt, da auch Bücher ausländischer Autoren von dem Verfahren des US-amerikanischen Justizsystems betroffen sein können. Kritisiert wurde zudem, dass Google die Rechteinhaber nicht um ihre Zustimmung zum Scannen gefragt hatte. 

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezog vor einigen Wochen klar Stellung gegen den Bücher-Deal: "Für die Bundesregierung ist klar: Das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden. Deshalb lehnen wir es ab, dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird."

Die US-Justizministerium befürchtete durch die vorherige Vereinbarung eine Gefährdung des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Besonders umstritten war der Umgang mit Titeln, die vergriffen sind, aber dennoch dem Urheberschutz unterliegen, ohne dass ein Kontakt zum Autor hergestellt werden kann.