Soziale Netzwerke StudiVz und Co. wollen Kunden besser schützenSeite 2/2

Schaar glaubt jedoch, dass solche Skandale letztlich zu mehr Datenschutz führen. "Das Risiko, mit einem Datenschutzskandal in der Presse zu stehen, steigt", sagte er. Seit dem 1. September sind Firmen zudem gesetzlich verpflichtet, gravierende Datenpannen der Öffentlichkeit und den Kunden mitzuteilen.

Dennoch sind nach Meinung Schaars weitere Anstrengungen nötig. "Viele Datenschutzbehörden haben zu wenig Personal", kritisiert er. In einigen Landesbehörden seien sogar Stellen abgebaut worden, "das ist der falsche Weg." Darüber hinaus fordert Schaar ein Gütesiegel für vorbildliche Internetanbieter. "Wir können nicht jedes Unternehmen überwachen, ein Gütesiegel würde die Transparenz erhöhen."

Ein solches Siegel hatte bereits die große Koalition durchsetzen wollen, war aber gescheitert. Nun will die neue Regierung das Projekt wieder aufgreifen.

Erschienen im Tagesspiegel vom 13.11.2009

 
Leser-Kommentare
  1. Ihre Offenheit ist ihre Achillesferse. Wenn der Hacker tatsächlich einen Weg gefunden hat, die Captchas zu umgehen oder auszulesen, dann steht nix der Datenkrake im Weg. Es sei denn, es werden andere Maßnahmen ergriffen, wonach es ja nicht aussieht.
    Ausnahmsweise muss ich die Netzwerke einmal in Schutz nehmen. ZUmindest die VZ-ler haben die Möglichkeit - Facebook auch - ihre Privatsphäre-Einstellungen schärfer einzustellen, dass sie von Automa-Bots nicht ausgelesen werden können, weil nur Leute Zugriff haben, die persönlich ausgewählt wurden. Das sagt aber nichts über die Sicherheit der Datenbank oder anderer Schnittstellen aus.

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