Überwachung: Was Microsoft alles der Polizei verrät
All die Daten, die Seiten wie Facebook über Nutzer sammeln, kann auch die Polizei bekommen. Was genau sie kriegt, steht in Handbüchern, die nun veröffentlicht wurden.
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Wer seine Mordpläne auf Hotmail plant und das Opfer auf Facebook beobachtet, muss sich nicht wundern, wenn der Staatsanwalt bald vor der Tür steht
Eigentlich war das Dokument geheim, Netzaktivisten haben es jetzt für alle zugänglich im Netz veröffentlicht: In seinem "Global Criminal Compliance" Handbuch beschreibt Microsoft, welche Informationen es über seine Kunden weitergibt, wenn Strafverfolger anklopfen: E-Mails zum Beispiel, die ein Kunde über ein Microsoft-Konto wie Hotmail oder MSN oder Xbox Live verschickt. Das Unternehmen verrät demnach auch die genauen Zeiten, zu denen sich ein Kunde ein- oder ausgeloggt hat, die persönlichen Angaben, die er machte, als er das Konto eingerichtet hat – unter Umständen
also auch die Kreditkartendaten.
Dazu kommen auch die Anmeldedaten zum Chatprogramm Messenger. Die Chat-Botschaften selbst werden nicht gespeichert, dafür aber Gesprächspartner, wenn die Kontakte zum eigenen Unternehmen, also auch zum Microsoft-Partner Yahoo! gehören. Und man führt auch sorgfältig Buch darüber, wer sich online für die Spielekonsole Xbox registriert. Immerhin weist Microsoft darauf hin, dass einige Kunden ihre Mails auf ihren eigenen Festplatten verwalten. "Darauf haben wir leider keinen Zugriff", heißt es in dem Handbuch für Mitarbeiter.
Microsoft beschreibt zudem genau, welche Bedingung erfüllt sein muss, um die Informationen zu erhalten. Für einige Daten reicht eine Vorladung. Dann gibt es die kompletten Anmeldedaten, zudem E-Mails, die älter als 180 Tage sind. Für mehr bedarf es immerhin einer richterlichen Anordnung oder gar eines Durchsuchungsbefehls.
Das Handbuch erschien zuerst auf der Seite Cryptome.org, einem Portal für anonyme Geheimnisverräter. Microsoft machte daraufhin Druck auf den Zugangsdienst des Portals. Man berief sich dabei auf den "Digital Millennium Copyright Act", also das amerikanische Gesetz, das es verbietet, geistiges Eigentum eines Unternehmens zu kopieren und zu veröffentlichen. Bei einer Band hätte man dieses Argument noch verstanden. In diesem Fall allerdings führte die Beschwerde dazu, dass der Internetprovider sofort die ganze Seite abklemmte. Was für erhebliche Empörung im Netz sorgte. Und die Seite Wikileaks dazu veranlasste, als Pate einzuspringen und dem Dokument rasch ein neues Zuhause zu geben.
Nun kann man sagen: So geheim sind diese Dokumente nicht – den Großteil der Informationen erhält auch, wer sich die Geschäftsbedingungen durchliest, denen man zustimmen muss, bevor man die Dienste nutzen darf. Nur tut das kaum jemand. Wenn Microsoft zunächst so vehement darauf reagierte, dann vermutlich, weil man die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema lieber vermieden hätte. Taucht so etwas als "geleakte" Geheim-Information auf, verbreitet sie sich rasend schnell durch die Blogs. Damit wächst die Gefahr, dass sich deutlich mehr Kunden abwenden und nach anonymeren Bewegungsmöglichkeiten im Netz Ausschau halten. Denn dass es die gibt, ist unbestritten.
Cryptome ist seit einigen Stunden wieder online. Dort veröffentlichte man jetzt auch den E-Mail-Verkehr zwischen den Seiten-Betreibern, ihrem Netzzugangsdienst und Microsoft. Daraus geht hervor, dass Microsoft keinesfalls dafür verantwortlich gemacht werden möchte, dass die komplette Seite vom Netz genommen wurde. Man wollte nur, dass das Dokument verschwindet – und hat diese Forderung nun sogar zurückgezogen. Der Schaden der Aktion war größer als der Nutzen.







seine Informationen tatsächlich den genannten Anbietern ztur Verfügung stellt, ist selber Schuld. Es muss doch klar sein, dass es gerade amerikanischen Behörden gegenüber keinerlei Schutz gibt. Im Gegenteil, ihnen werden auch backdoors geöffnet. Natürlich alles i.S. Terrorismus. Aber leider sind die internt-junkies informationsresistent.
misst man eigentlich die Verletzung jeglichen Datenschutzes (und dabei interessiert es mich generisch überhaupt nicht, ob manche Menschen dazu ihr Einverständnis gegeben haben) und den "Gewinn" an Aufklärung?
Nicht nur, dass ich gerne wüsste, wie rechtlich verwertbar meine "sie-haben-X-Minuten-Profil-Y-betrachtet-Zeit" sein soll, sondern ebenso gerne wüsste ich auch, warum die Informationen rund um die Nutzung der Daten immer im geheimen verhandelt und gehalten werden und erst durch die beiden erwähnten Portale, cryptome und wikileaks, an Öffentlichkeit gewinnen darf?
Das nun schon seit Jahren hinter verschlossenen Türen verhandelte ACTA setzt diese Negativtradition fort und wird dazu von den mir bekannten "großen" Medien nicht mal ansatzweise journalistisch aufgearbeitet.
Auch hier reift dann wieder eine Pauschalverurteilung in Form von Überwachung und Datenverknüpfung heran, wie sie sicherlich noch keine Welt zuvor gesehen hat.
Wo ist die Offenheit, die Transparenz und die Information für Kunden und Nutzer, wenn es um die vermeintlichen Sicherheitsaspekte eben ihrer persönlichen Daten geht? Muss ich rein darauf vertrauen, dass jeder Mensch so klug ist, sich nicht bei Facebook und Co. anzumelden oder muss ich nicht viel eher dafür sorgen, dass alles rund um die Datenverwertung offen, nicht unter Schriftgröße 10 und einfach verständlich dargestellt wird, bevor ich "selbst schuld" formuliere und mir bewusst sein muss, dass diese Schuld auch meine Daten gefährdet?
keine Welt zuvor gesehen hat.<< schreiben Sie.
Bei der innerlichen Überprüfung: erinnert an Dorf vor hundert Jahren, Klatsch und Tratsch dort, das einzige Telefon öffentlich --> global village --> ausweglos.
In die Stadt ziehen, metaphorisch gesprochen, ist nicht mehr...
keine Welt zuvor gesehen hat.<< schreiben Sie.
Bei der innerlichen Überprüfung: erinnert an Dorf vor hundert Jahren, Klatsch und Tratsch dort, das einzige Telefon öffentlich --> global village --> ausweglos.
In die Stadt ziehen, metaphorisch gesprochen, ist nicht mehr...
fallen mir dazu als erstes ein. Bischen rumgegoogelt - wahrscheinlich schon sehr verdächtige Suchworte --> Liste - und diese Auskunft gefunden:
>>Gilt das Briefgeheimnis auch für elektronische Post? Nach unserer Auffassung: Ja. Vertreten wird aber auch, dass für den Email-Verkehr nicht das Briefgeheimnis, sondern das Fernmeldegeheimnis gilt. Danach wäre nicht § 99 StPO einschlägig, der unter bestimmten Voraussetzungen zur Postkontrolle ermächtigt, sondern § 100 a StPO.<<
http://www.rechtsanwaltdr...
Immerhin liegt die Vermutung nahe, der Verfasser sei rechtskundig, auch sonst sind die Infos - emails gelten mit Eingang als zugestellt, müssen also im Zweifelsfall auch im Urlaub abgerufen werden - ganz interessant.
Müsste man mal aufdröseln, auf welche Informationen die Polizei, je nach Betrachtungsweise, Anspruch hätte...
Und natürlich wäre auch interessant, ob es sich bei der Sammelei von facebook z.B. nicht schon um flagrante Verstösse gegen diese Rechtsvorschriften handelt - wer wem einen Brief schreibt oder wer wen anruft, müsste als Information doch auch schon geschützt sein, oder?
keine Welt zuvor gesehen hat.<< schreiben Sie.
Bei der innerlichen Überprüfung: erinnert an Dorf vor hundert Jahren, Klatsch und Tratsch dort, das einzige Telefon öffentlich --> global village --> ausweglos.
In die Stadt ziehen, metaphorisch gesprochen, ist nicht mehr...
In ihrer aktuellen Form sollten sie illegal werden...
Sie sind seitenlanng.... und werden dann in kleiner Schrift in einem kleinen Fenster angezeigt.
Ich persönlich lese sie nur durch - und dann überfliege ich sie - wenn ich den Verdacht habe dass ich etwas verlieren könnte.
Einen Großteil des "Geschwafel" könnte man zentral zusammenfassen wir Weitergabe, Rückentwicklung und so ähnliches - denn die sind bei allen Firmen gleich und die tatsächliche EULA nur auf das wesentliche beschränken.
Und Facebook - ich habe mir das mal genau vor einiger Zeit durchgelesen - nachdem ich es ausgedruckt habe... da nahm man sich damals einfach mal ein paar Rechte hier und da - zum Beispiel Bilder (Anmerkung: Dies war vor über 1 Jahr, vielleicht vor über 1,5 Jahren - seitdem wurde die EULA verändert) - und die "Änderungen ohne Warnung" sind auch so eine Sache - soll man bei jeder Benutzung die EULA neu lesen?
Zum Thema Weitergabe - bei einem Durchsuchungsbefehl finde ich so etwas grundsätzlich in Ordnung - Briefe die daheim aufbewahrt werden würden ja auch damit "freigegeben" - und wer will kann lokal auf dem PC verschlüsseln und die Datei verschlüsselt verschicken - das gibt mindestens Aufschub - und lokal kann man Daten auch zerstören - eine SSD (Solid State Drive) ist empfohlen, denn auf einer Festplatte lassen sich Daten wiederherstellen - auf einer SSD sind sie weg sobald sie überschrieben sind - eine Weitergabe ohne Durchsuchungsbefehl finde ich etwas "überwachungstaatsähnlich".
Komisch, jetzt wundern sich viele, dass die Betreiber sozialer Netzwerke und Anbieter im Internet Daten von uns speichern und ggf. an Behörden weiter geben. Irgendwie naiv sich darüber aufzuregen. Man sollte sich halt überlegen, was man wem im Internet, wie im real live, verrät.
von Vincke
Ein sanfter Riese, dieses MS. Sie wollen nur unser Bestes und das bekommen sie auch. Info ist teuer und wertvoll und Verträge mit den US-Behörden wollen bedient werden - mit Input. Quid pro quo, doctor Lector. Gottseidank bleiben Verbrechen auch ohne MS Verbrechen, mit MS nur etwas transparenter. Na und?
Mitlerweile müsste wirklich jeder mitbekommen haben, das der Sinn von Social Media Portalen wie Facebook (USA) oder der VZ Clon (Deutschland) im sammlen von Nutzerdaten für Werbezwecke liegt - damit wird natürlich auch allen "anderen" Absichten Tür und Tor geöffnet.
Wer eine E-Mail über einen größeren Anbieter schreibt kann auch eine Postkarte versenden, dass kommt auf das gleiche raus.
Wer also Spaß daran hat diese Portale oder diese Art von Kommunikation zu nutzen soll es tun, sich aber bewusst sein, dass seine Daten wahrscheinlich für immer gespeichert sind und auch abrufbar bleiben - Stichwort Backup. Wer dann noch online illegale Aktivitäten plant oder durchführt (quasi in der Öffentlichkeit) ist selber schuld. Solche Leute bleiben wohl immer auf der Strecke.
Natürlich haben die Erfinder des Web 2.0 nicht an die Rechte und Interessen der jeweiligen Nutzer gedacht. Bezeichnend für die Idee ist jedoch, wieviele Leute darauf hereinfallen, wieviele es für unbedingt notwendig zum Leben erachten, ihr in den meisten Fällen völlig belangloses Geschwätz, ihre uninspirierten, handwerklich schwachmatischen und nur von ihnen selbst so genannten Kunstwerke zu veröffentlichen. Als wenn sich irgendjemand dafür interessieren würde - mal abgesehen von denen, die mit dem Datenmüll ihr täglich Brot verdienen. Oder ihren Swimmingpool.
Wer sich bei solchen Plapperdiensten registriert, trägt also selbst die Schuld daran, wenn seine Daten auch Dritten bekannt werden. Und sollte schlicht die Klappe halten und nicht heulen über diese ach wie verfassungswidrige Praxis. (Dasselbe gilt übrigens für die Nutzer von Microsoft-Produkten.)
Aber wie Ernest Renan einst so fein bemerkte: Wenn es etwas gibt, was uns eine Vorstellung vom Unendlichen vermittelt, so ist es die Ausdehnung der menschlichen Dummheit.
Natürlich haben die Erfinder des Web 2.0 nicht an die Rechte und Interessen der jeweiligen Nutzer gedacht. Bezeichnend für die Idee ist jedoch, wieviele Leute darauf hereinfallen, wieviele es für unbedingt notwendig zum Leben erachten, ihr in den meisten Fällen völlig belangloses Geschwätz, ihre uninspirierten, handwerklich schwachmatischen und nur von ihnen selbst so genannten Kunstwerke zu veröffentlichen. Als wenn sich irgendjemand dafür interessieren würde - mal abgesehen von denen, die mit dem Datenmüll ihr täglich Brot verdienen. Oder ihren Swimmingpool.
Wer sich bei solchen Plapperdiensten registriert, trägt also selbst die Schuld daran, wenn seine Daten auch Dritten bekannt werden. Und sollte schlicht die Klappe halten und nicht heulen über diese ach wie verfassungswidrige Praxis. (Dasselbe gilt übrigens für die Nutzer von Microsoft-Produkten.)
Aber wie Ernest Renan einst so fein bemerkte: Wenn es etwas gibt, was uns eine Vorstellung vom Unendlichen vermittelt, so ist es die Ausdehnung der menschlichen Dummheit.
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