Überwachung Die Spielkonsole als SpionSeite 2/2
Es gibt Forscher, die gehen noch einen Schritt weiter. Nick Dyer-Witheford und Greig de Peuter argumentieren, Spielkonsolen selbst seien so etwas wie trojanische Pferde und bereiteten den Weg für weitere Industrieprodukte. Ein Beleg dafür ist Sony. Die Firma nutzte die Playstation 2 auch, um die Verbreitung des DVD-Formats zu beschleunigen. Und heute werden dank Konsolen Blue-rays bekannt.
Nach der Theorie dient das Microsoft-Projekt namens Natal unter anderem dazu, die umfassende Überwachung selbstverständlicher zu machen. Will Natal, das Bewegungen erkennt und keinen Spielkontroller mehr braucht, doch das Spielen überall möglich machen. Die Kommunikation mit der Konsole wird gar nicht mehr als solche wahrgenommen, man bewegt sich einfach. Nagenborg hält Natal deswegen für den Versuch, "ubiquitous computing" gesellschaftsfähig zu machen, den allgegenwärtigen Computer also.
Das könnte sogar staatliche Begehrlichkeiten wecken, glaubt Nagenborg. In den USA gebe es großes Interesse, Spieler zu überwachen, um auffälliges Verhalten präventiv erkennen zu können, berichtete er. Und Nintendo werkele gerade an Spielkonzepten, bei denen auch körperliche Parameter wie Pulsfrequenz und Herzschlag miteinfließen sollen. Für ihn ein Beleg, dass Games derzeit in die falsche Richtung entwickelt würden: Was in medizinischen Kontexten regelmäßig für große Datenschutzbedenken sorge, werde im Spielumfeld relativ problemlos akzeptiert.
Die Hersteller zumindest scheinen sich bewusst zu sein, wie heikel ihre Ideen sind. Im Microsoft-Werbespot zu Natal heißt es: "You are the controller." Dabei ist die Behauptung, der Spieler kontrolliere das Umfeld, eine glatte Lüge. Eigentlich müsste es heißen: Achtung, die Infrarot-Kamera arbeitet wie ein Nacktscanner, und wenn Du Deinen Spielstand mit Deinen Freunden teilst und Deine Daten über die Facebook-Anbindung austauschst, haben wir mehr über Dich erfahren, als Du Dir je hättest träumen lassen.
"Es geht hier nicht um die Behauptung einer großen Microsoft-Verschwörung", sagte Nagenborg. "Es geht nur um die Frage, ob man diese Probleme nicht dringend mehr thematisieren sollte." Zumindest aber sollte darüber nachgedacht werden, "ob wir in einer Gesellschaft leben wollen, die einem permanenten Marketingtestlabor gleicht".
- Datum 22.04.2010 - 17:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Es geht hier nicht um die Behauptung einer großen Microsoft-Verschwörung", sagte Nagenborg. "Es geht nur um die Frage, ob man diese Probleme nicht dringend mehr thematisieren sollte." Zumindest aber sollte darüber nachgedacht werden, "ob wir in einer Gesellschaft leben wollen, die einem permanenten Marketingtestlabor gleicht".
Also soft ist schon fast untertrieben...Natürlich geht es um eine Microsoft-Verschwörung! Gut, vielleicht sollte man das Wort Verschwörung ersetzen, denn viele Menschen werden dann nicht hinhören weil Verschwörungstheorien immer so seltsam anmuten. Doch es ist wirklich langsam genug mit dem Sammeln von Daten über Kunden und User. Die Menschen zahlen für einen Dienst und es reicht wenn sie ihn bekommen. Sie müssen dann nicht noch analysiert werden was sie noch brauchen. Das sagen sie von ganz allein. Aber in unserer heutigen Gesellschaft muss ja jede Firma als erstes die Marktlücke finden mit der sie den Gewinn noch um ein paar Milliarden steigern kann. Für sowas ist Privatsphäre natürlich hinderlich. Dennoch empfinde ich es als regelrechte Belästigung, wenn man mir auf mich zugeschnittene Werbung zeigt. Das grenzt an Manipulation und sollte strafbar sein.
Einfach Produkt zeigen, sagen was es kann und irgendwer ders braucht wird es sich schon kaufen. Die meisten Sachen sind sowieso Geldverschwendung wenn man es richtig betrachtet. Früher konnte man auch ohne High-End-Handy leben...
....man sich zu Dateneigentumsrechten und Datenverfügbartkeit Gedanken machen. Ob dem aber mit Andeutungen und dem Einsatz bewährter Instrumente wie die Herdenangst vor aüsländischen Multis recht geleitet wird?
Ich jedenfalls hätte mehr Angst vor Regierenden die Daten stehlen lassen, dies mit "Guten Gründen" rechtfertigen, um sie dann gegen Minderheiten der Bürger zu verwenden. Aber vielleicht habe ich zu viel Orwell, Gheorghiu und Machiavelli als Kind gelesen und zu wenig Kohlhaas.
....man sich zu Dateneigentumsrechten und Datenverfügbartkeit Gedanken machen. Ob dem aber mit Andeutungen und dem Einsatz bewährter Instrumente wie die Herdenangst vor aüsländischen Multis recht geleitet wird?
Ich jedenfalls hätte mehr Angst vor Regierenden die Daten stehlen lassen, dies mit "Guten Gründen" rechtfertigen, um sie dann gegen Minderheiten der Bürger zu verwenden. Aber vielleicht habe ich zu viel Orwell, Gheorghiu und Machiavelli als Kind gelesen und zu wenig Kohlhaas.
....man sich zu Dateneigentumsrechten und Datenverfügbartkeit Gedanken machen. Ob dem aber mit Andeutungen und dem Einsatz bewährter Instrumente wie die Herdenangst vor aüsländischen Multis recht geleitet wird?
Ich jedenfalls hätte mehr Angst vor Regierenden die Daten stehlen lassen, dies mit "Guten Gründen" rechtfertigen, um sie dann gegen Minderheiten der Bürger zu verwenden. Aber vielleicht habe ich zu viel Orwell, Gheorghiu und Machiavelli als Kind gelesen und zu wenig Kohlhaas.
Was in diesem Artikel völlig vernachlässigt wird ist das zunehmend eine Client-Server-Verbindung (wie beispielsweise Steam (Valve) oder Games for Windows) erforderlich wird die die Spieler nutzen müssen um die Spiele freizuschalten und mit der Spieler spätestens Online gehen muss wenn Multiplayer gespielt wird. Diese Software bietet üblicherweise die Möglichkeit sich mit anderen Spielern zu Vernetzten und sammelt fleißig Daten über online Zeiten, Spielstatus, Erfolge etc.
Der ganze Natalkameraspaß ist nur ein Vorgeschmack auf die Features für die nächsten Word und Officeversionen.
Da kann man dann beim Gehaltspoker einwenden der mitarbeiter sei nur 35% der Arbeitszeit mehr als 67% motiviert und eine Gehaltserhöhung rechtfertig sich erst wenn die der Corporate Identity zugehörige sitzposition zu mindestens 85% der Arbeitszeit eingehalten wird.
Ist mir dann schon lieber, wenn das Ganze für ein Spiel gebraucht wird.
"Der Computer weiß immer, wo man selbst ist und wo die Feinde sind, dem kann man sich noch nicht mal bei einem gehackten oder modifizierten System entziehen"
Komisch ne, das Schachbrett weiß auch zu jeder Zeit wo die Figuren auf ihm stehen.
das hört sich für mich nach etwas an,dass man auf facebook oder als app programieren könnte
Ich würde dem Verfasser des Artikels sowie dem geneigten Leser die Foren von Ubisoft empfehlen.
Dort gab es in den vergangenen Wochen erheblichen Aufruhr.
Viele Spieler hatten sich Sorgen gemacht, ob durch den Permanent-Online Zwang beim Spielen von Ubisoft-Titeln nicht auch heimlich umfangreiche Daten an Ubisoft übertragen würden, die mit Daten aus Social Networks wie Facebook gekoppelt werden. Ubisoft kooperiert offen mit Facebook.
Letztendlich würde der Spieler die Kontrolle über diese Daten verlieren und wäre den Unternehmen in dieser Beziehung ausgeliefert.
Diese Debatte nahm an Schärfe zu, als eine Spielerin erfolglos über Wochen vergeblich versuchte, eine Löschung ihres Accounts bzw. ihrer Daten bei Ubisoft zu erreichen.
Diese Erfahrung teilte sie mit den Forenteilnehmern im Siedler 7 Forum von Ubisoft und versuchte auch auf diesem Weg Hilfe zu bekommen, da selbst ein Schreiben an den Datenschutzbeauftragten von Ubisoft zu nichts führte.
Die Reaktion von Ubisoft: Der mehrere Seiten umfassende Thread wurde gelöscht und die Forenregeln wurden geändert. Es ist jetzt verboten, in den Foren von Ubisoft über Datenschutzthemen zu schreiben.
Sicher hat Ubisoft das Hausrecht über seine Foren.
Dennoch: Das Verbrennen von Threads, in denen es um grundsätzliche Rechte in einer digitalen Welt geht und das Verhängen von Maulkörben bei Datenschutz Diskussionen ist - egal wann und egal wo - nicht akzeptabel. Insbesondere aber da, wo junge Menschen das Thema diskutieren wollen.
wozu eine Firma dient? Natürlich um Gewinne zu machen.
Hat eine Firma XY ein Geschäftsmodell gefunden, welches sich vermarkten lässt, muss laut kapitalistischer Regel auch ein kontinuierliches Wachstum erfolgen.
Dabei ist es völlig unerheblich ob diese Firma Fahrräder oder Computerspiele produziert.
Zum Schluss sprechen nur die Zahlen. Ethik, Moral und weiteres "unnützes Zeug" hat dort nichts verloren.
Wachstum, heisst das Zauberwort und wenn es nichts mehr gibt wohin man wachsen kann, wird eben ein "künstlicher" Markt geschaffen indem man eine "virtuelle Mauer" baut, die verhindert, dass man als Kunde aussteigt.
Schon mal versucht einen Facebook Account zu löschen?
Viel Spass beim suchen.
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