Entgeltnachweis Elena wird abgeschaltet – vorerst
Das Datensammelsystem Elena soll Verwaltung erleichtern. Doch macht es sie vor allem teurer. Nun wird es deswegen gestoppt – eingestampft aber ist es damit nicht.
© Soeren Stache/AFP/Getty Images

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP)
Am Montag war es nur eine Art Willensäußerung. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte in einem Interview gefordert, das Projekt Elena zu stoppen . Genauer schlug er ein "Moratorium" vor, also eigentlich ein Aufschieben. Zu teuer sei das Verfahren.
Am Tag darauf dann klang es schon definitiver: "Regierung stoppt Datensammelprojekt Elena", titelte die Nachrichtenagentur dpa und berief sich auf "Regierungskreise". Auch sie zitierte als Grund die zu hohen Kosten. Konkret haben sich demnach die Kommunen beschwert.
Eigentlich sollten sie durch die elektronische Verwaltung von Arbeitnehmerdaten Geld und Zeit sparen. Doch statt wie geplant zehn Euro pro Arbeitnehmer aufwenden zu müssen, kostet es die Städte und Gemeinden geschätzte sechzig bis achtzig Euro, wenn ein Arbeitnehmer mithilfe von Elena Verwaltungsakte vollzieht. Vor allem die elektronische Signatur ist wohl nicht zu dem geplanten Preis zu bekommen.
Elena ist ein Akronym und steht für El ektronischer E ntgelt na chweis . Letztlich ist es eine riesige Datenbank, in der seit dem 1. Januar alle relevanten Informationen über Arbeitnehmer gespeichert werden, also Lohnhöhe, Sozialabgaben oder Zeiten der Arbeitslosigkeit. Die Daten liefern die Arbeitgeber automatisch, indem sie jeden Monat ihre Lohnabrechnungen übermitteln.
Nutzen soll es der Verwaltung, die damit schneller überblickt, wer wie lange wie viel verdient und somit welchen Anspruch auf staatliche Leistungen hat. Nutzen soll es auch den Arbeitnehmern, die schneller und unkomplizierter an eben diese Leistungen wie das Wohngeld kommen sollen, da sie nun nicht mehr alle Papiere einzeln beschaffen und den Ämtern vorlegen müssen.
Doch hat diese Datensammlung von Anfang an viele gestört, die darin vor allem ein Risiko sahen. Unkontrollierbares Datenmonster wurde Elena genannt. Dass es nun ausgerechnet die Kosten sind, die das längst laufende Projekt stoppen, wird viele verwundern. Immerhin haben die Gegner bereits eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vorbereitet, über deren Zulassung noch nicht entschieden ist. Auch zwei Onlinepetitionen beim Bundestag gibt es.
- Datum 06.07.2010 - 18:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Da hyperventilieren die Lobbyorganisationen der Großverdiener mal wieder um die Wette. :-)
Winterschlaf hat Elena ja schon ein paar mal gemacht, ich denke nicht, dass man es noch kaputt bekommt. Ab einer gewissen Größen gilt ja wieder Too big & way too expansive to fail.
ELENA ist vor allem eine bewusst am Bürger vorbei initiierte Gesetzesmaßnahme. In Vorahnung der datenschutzrechtlichen Bedenken wurde es in den Medien tatsächlich erst am Tag der Einführung offiziell vorgestellt (tagesschau 1.1.2010).
Daß es jetzt aber nicht aus diesem Grund, sondern weil es zu teuer in der Umsetzung ist, ausgesetzt, wenn nicht gar abgeschafft wird, ist Ironie pur.
Weitere Informationen und Hintergründe gibt es hier:
http://www.videogold.de/e...
http://community.zeit.de/user/maculatur/beitrag/2010/07/06/ein-schritt-vor-zwei-zurück
Unser übergewichtiger Polit-Rentner Brüderle (65 Jahre) hat als blindes Huhn auch mal ein Korn gefunden.
Aber na ja ... Deutsche haben schon immer den Überwachungsstaat geliebt ... im Dritten Reich ebenso wie in der DDR ...warum nicht heute?
Elena macht alles einfacher! Obwohls dadruch komplizierter wird. Elena macht alles billiger obwohl das System selbst alles teuer macht. Außerdem bekämpft Elena nebenher den Terror genau so wie Swift und die Vorratsdatenspeicherung.
Was die Daten angeht, was kann denn schon groß passieren? Bei dem deutschen Staat gab es ja noch nie einen Datenskandal. Des weiteren sorgt Elena für den Weltfrieden und gibt den hungrigen Essen.
So oder ähnlich denken bestimmt unsere werten Herren Politiker darüber. Leider bin ich nicht willens mich nochmal über dieses Datenkrake aufzuregen, deswegen sag ich einfach: Wir haben Zeit gewonnen das Kind namens Elena wieder in die Hölle zu schicken wos herkommt.
Die meisten Daten werden auch weiterhin uebermittelt. Sie landen nicht bei ELENA sondern bei der Rentenversicherung. Das war schon vorher so.
@K6 "eisenstein"
Sie haben recht. Die für die Berechnung der Höhe ihrer Rente relevanten Daten werden selbstverständlich weiter übermittelt. Ist irgendwie ein Selbstläufer.
Die, wie sie es nennen, Aufregung, ist nicht nur berechtigt, sie ist auch notwendig.
Denn es werden nicht nur Info´s gesammelt wie seither, sondern auch solche, die mit der Höhe einer Rente, eines Arbeitslosengeldes oder sonst eines Bezuges für den sie möglicherweise ein Arbeitsleben eingezahlt haben, in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Die aber, sollten sie mal krank werden, dabei vielleicht wegen einer Reha-Maßnahme ihren Job aufgeben müssen, nach erfolgter Genesung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung eben genau dies verhindern. Denn dann hat der (potentielle) Arbeitgeber die Möglichkeit nachzusehen, ob sie krank waren. Welche Krankheit sie hatten. Sollte da dann was stehen mit "chronisch" können sie die Hoffnung auf einen neuen Job gleich begraben. Oder ob sie sich an Streiks beteiligt haben. Ob sie sich mit ihrem (gewerkschaftlichen) Engagement für die Belange der ehemaligen Kollegen eingesetzt (den alten Chef geärgert) haben. Ob sie schon mal gekündigt wurden und warum. Und so weiter.
In Zeiten, in denen Facebook, YouTube und andere Medien zur Recherche über Jobbewerber (nicht nur zu deren Vorteil) genutzt werden, kann nur, wer der absoluten Gleichgültigkeit anheim gefallen ist, sich nicht aufregen über ELENA. Alle anderen bleiben wach und aufmerksam.
@K6 "eisenstein"
Sie haben recht. Die für die Berechnung der Höhe ihrer Rente relevanten Daten werden selbstverständlich weiter übermittelt. Ist irgendwie ein Selbstläufer.
Die, wie sie es nennen, Aufregung, ist nicht nur berechtigt, sie ist auch notwendig.
Denn es werden nicht nur Info´s gesammelt wie seither, sondern auch solche, die mit der Höhe einer Rente, eines Arbeitslosengeldes oder sonst eines Bezuges für den sie möglicherweise ein Arbeitsleben eingezahlt haben, in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Die aber, sollten sie mal krank werden, dabei vielleicht wegen einer Reha-Maßnahme ihren Job aufgeben müssen, nach erfolgter Genesung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung eben genau dies verhindern. Denn dann hat der (potentielle) Arbeitgeber die Möglichkeit nachzusehen, ob sie krank waren. Welche Krankheit sie hatten. Sollte da dann was stehen mit "chronisch" können sie die Hoffnung auf einen neuen Job gleich begraben. Oder ob sie sich an Streiks beteiligt haben. Ob sie sich mit ihrem (gewerkschaftlichen) Engagement für die Belange der ehemaligen Kollegen eingesetzt (den alten Chef geärgert) haben. Ob sie schon mal gekündigt wurden und warum. Und so weiter.
In Zeiten, in denen Facebook, YouTube und andere Medien zur Recherche über Jobbewerber (nicht nur zu deren Vorteil) genutzt werden, kann nur, wer der absoluten Gleichgültigkeit anheim gefallen ist, sich nicht aufregen über ELENA. Alle anderen bleiben wach und aufmerksam.
leicht erklärt. Ich rege mich vorallem darüber auf das ein teures System, das offensichtlich seinen Nutzen nicht gerecht wird duchgepeitscht wird. Dort wo Kosten eingespart werden sollen, muss erstmal ein vielfaches investiert werden, wobei ungewiss ist ob diese Kosten die ivestiert werden würden jemals wieder reinkommen. Weiter werden Daten gespeichert die für den eigentlichen verwendungszweck unwichtig sind, wie z. B. die Streiktage. Genau so mit dem neuen Personalausweis, wofür zum teufel muss das Ding aus der ferne ablesbar sein? Um elektronische Unterschriften zu hinterlassen reicht es das teil in ein Kartenlesegerät zu schieben. Man muss nicht auf 10 m entferung vom PC einen online Kauf tätigen können.
Genau deswegen rege ich mich auf.
@K6 "eisenstein"
Sie haben recht. Die für die Berechnung der Höhe ihrer Rente relevanten Daten werden selbstverständlich weiter übermittelt. Ist irgendwie ein Selbstläufer.
Die, wie sie es nennen, Aufregung, ist nicht nur berechtigt, sie ist auch notwendig.
Denn es werden nicht nur Info´s gesammelt wie seither, sondern auch solche, die mit der Höhe einer Rente, eines Arbeitslosengeldes oder sonst eines Bezuges für den sie möglicherweise ein Arbeitsleben eingezahlt haben, in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Die aber, sollten sie mal krank werden, dabei vielleicht wegen einer Reha-Maßnahme ihren Job aufgeben müssen, nach erfolgter Genesung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung eben genau dies verhindern. Denn dann hat der (potentielle) Arbeitgeber die Möglichkeit nachzusehen, ob sie krank waren. Welche Krankheit sie hatten. Sollte da dann was stehen mit "chronisch" können sie die Hoffnung auf einen neuen Job gleich begraben. Oder ob sie sich an Streiks beteiligt haben. Ob sie sich mit ihrem (gewerkschaftlichen) Engagement für die Belange der ehemaligen Kollegen eingesetzt (den alten Chef geärgert) haben. Ob sie schon mal gekündigt wurden und warum. Und so weiter.
In Zeiten, in denen Facebook, YouTube und andere Medien zur Recherche über Jobbewerber (nicht nur zu deren Vorteil) genutzt werden, kann nur, wer der absoluten Gleichgültigkeit anheim gefallen ist, sich nicht aufregen über ELENA. Alle anderen bleiben wach und aufmerksam.
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