Entgeltnachweis Elena wird abgeschaltet – vorerstSeite 2/2

Aufgrund massiver Kritik auch aus den eigenen Reihen hatte die Bundesregierung bereits nachgebessert und im Januar erklärt, dass nun eventuelle Streikzeiten nicht mehr erfasst würden und man noch einmal alle Daten daraufhin prüfe, ob sie wirklich notwendig seien.

Nichts davon hat nun den Stopp bewirkt. Als Problem genannt wird dagegen vor allem die digitale Signatur. Arbeitnehmer sollen, wenn Elena ab 2012 voll funktioniert, bei Behörden ihre Daten nach Bedarf freigeben. Damit das kein Einfallstor für Betrug wird, soll eine Art digitaler Unterschrift als Sicherung fungieren. Deren Entwicklung aber liefe nun aus dem Ruder, heißt es. Die Kosten dafür sollen oberhalb einer Milliarde Euro liegen. Auch insgesamt seien die Kosten der Einführung zu hoch, bemängeln vor allem mittelständische Firmen.

Das aber bedeutet, dass Elena längst nicht vollständig gestoppt ist. Denn digitale Signaturen werden bald Standard für viele Anwendungen sein. Der elektronische Personalausweis , der ab dem 1. November auch eine Signatur enthält, bereitet ihnen gerade den Weg. Nur weil es jetzt noch zu teuer ist, eine eigene Signatur für Elena zu bauen, muss das in fünf Jahren nicht mehr der Fall sein und das Projekt könnte wieder anlaufen.

Die Datenschutzbedenken dagegen, die gewichtiger scheinen, spielten nun keine Rolle. Gegner des Projektes gehen daher auch nicht davon aus, gewonnen zu haben. Der Bürgerrechtsverein Foebud, der die Verfassungsbeschwerde eingereicht hat, ruft daher auch auf, weiter zu protestieren , "bis das Gesetz aufgehoben ist".

 
Leser-Kommentare
  1. Da hyperventilieren die Lobbyorganisationen der Großverdiener mal wieder um die Wette. :-)

  2. Winterschlaf hat Elena ja schon ein paar mal gemacht, ich denke nicht, dass man es noch kaputt bekommt. Ab einer gewissen Größen gilt ja wieder Too big & way too expansive to fail.

  3. ELENA ist vor allem eine bewusst am Bürger vorbei initiierte Gesetzesmaßnahme. In Vorahnung der datenschutzrechtlichen Bedenken wurde es in den Medien tatsächlich erst am Tag der Einführung offiziell vorgestellt (tagesschau 1.1.2010).
    Daß es jetzt aber nicht aus diesem Grund, sondern weil es zu teuer in der Umsetzung ist, ausgesetzt, wenn nicht gar abgeschafft wird, ist Ironie pur.

    Weitere Informationen und Hintergründe gibt es hier:

    http://www.videogold.de/e...

    http://community.zeit.de/user/maculatur/beitrag/2010/07/06/ein-schritt-vor-zwei-zurück

  4. Unser übergewichtiger Polit-Rentner Brüderle (65 Jahre) hat als blindes Huhn auch mal ein Korn gefunden.

    Aber na ja ... Deutsche haben schon immer den Überwachungsstaat geliebt ... im Dritten Reich ebenso wie in der DDR ...warum nicht heute?

  5. Elena macht alles einfacher! Obwohls dadruch komplizierter wird. Elena macht alles billiger obwohl das System selbst alles teuer macht. Außerdem bekämpft Elena nebenher den Terror genau so wie Swift und die Vorratsdatenspeicherung.
    Was die Daten angeht, was kann denn schon groß passieren? Bei dem deutschen Staat gab es ja noch nie einen Datenskandal. Des weiteren sorgt Elena für den Weltfrieden und gibt den hungrigen Essen.

    So oder ähnlich denken bestimmt unsere werten Herren Politiker darüber. Leider bin ich nicht willens mich nochmal über dieses Datenkrake aufzuregen, deswegen sag ich einfach: Wir haben Zeit gewonnen das Kind namens Elena wieder in die Hölle zu schicken wos herkommt.

  6. Die meisten Daten werden auch weiterhin uebermittelt. Sie landen nicht bei ELENA sondern bei der Rentenversicherung. Das war schon vorher so.

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    @K6 "eisenstein"
    Sie haben recht. Die für die Berechnung der Höhe ihrer Rente relevanten Daten werden selbstverständlich weiter übermittelt. Ist irgendwie ein Selbstläufer.
    Die, wie sie es nennen, Aufregung, ist nicht nur berechtigt, sie ist auch notwendig.
    Denn es werden nicht nur Info´s gesammelt wie seither, sondern auch solche, die mit der Höhe einer Rente, eines Arbeitslosengeldes oder sonst eines Bezuges für den sie möglicherweise ein Arbeitsleben eingezahlt haben, in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Die aber, sollten sie mal krank werden, dabei vielleicht wegen einer Reha-Maßnahme ihren Job aufgeben müssen, nach erfolgter Genesung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung eben genau dies verhindern. Denn dann hat der (potentielle) Arbeitgeber die Möglichkeit nachzusehen, ob sie krank waren. Welche Krankheit sie hatten. Sollte da dann was stehen mit "chronisch" können sie die Hoffnung auf einen neuen Job gleich begraben. Oder ob sie sich an Streiks beteiligt haben. Ob sie sich mit ihrem (gewerkschaftlichen) Engagement für die Belange der ehemaligen Kollegen eingesetzt (den alten Chef geärgert) haben. Ob sie schon mal gekündigt wurden und warum. Und so weiter.
    In Zeiten, in denen Facebook, YouTube und andere Medien zur Recherche über Jobbewerber (nicht nur zu deren Vorteil) genutzt werden, kann nur, wer der absoluten Gleichgültigkeit anheim gefallen ist, sich nicht aufregen über ELENA. Alle anderen bleiben wach und aufmerksam.

    @K6 "eisenstein"
    Sie haben recht. Die für die Berechnung der Höhe ihrer Rente relevanten Daten werden selbstverständlich weiter übermittelt. Ist irgendwie ein Selbstläufer.
    Die, wie sie es nennen, Aufregung, ist nicht nur berechtigt, sie ist auch notwendig.
    Denn es werden nicht nur Info´s gesammelt wie seither, sondern auch solche, die mit der Höhe einer Rente, eines Arbeitslosengeldes oder sonst eines Bezuges für den sie möglicherweise ein Arbeitsleben eingezahlt haben, in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Die aber, sollten sie mal krank werden, dabei vielleicht wegen einer Reha-Maßnahme ihren Job aufgeben müssen, nach erfolgter Genesung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung eben genau dies verhindern. Denn dann hat der (potentielle) Arbeitgeber die Möglichkeit nachzusehen, ob sie krank waren. Welche Krankheit sie hatten. Sollte da dann was stehen mit "chronisch" können sie die Hoffnung auf einen neuen Job gleich begraben. Oder ob sie sich an Streiks beteiligt haben. Ob sie sich mit ihrem (gewerkschaftlichen) Engagement für die Belange der ehemaligen Kollegen eingesetzt (den alten Chef geärgert) haben. Ob sie schon mal gekündigt wurden und warum. Und so weiter.
    In Zeiten, in denen Facebook, YouTube und andere Medien zur Recherche über Jobbewerber (nicht nur zu deren Vorteil) genutzt werden, kann nur, wer der absoluten Gleichgültigkeit anheim gefallen ist, sich nicht aufregen über ELENA. Alle anderen bleiben wach und aufmerksam.

  7. leicht erklärt. Ich rege mich vorallem darüber auf das ein teures System, das offensichtlich seinen Nutzen nicht gerecht wird duchgepeitscht wird. Dort wo Kosten eingespart werden sollen, muss erstmal ein vielfaches investiert werden, wobei ungewiss ist ob diese Kosten die ivestiert werden würden jemals wieder reinkommen. Weiter werden Daten gespeichert die für den eigentlichen verwendungszweck unwichtig sind, wie z. B. die Streiktage. Genau so mit dem neuen Personalausweis, wofür zum teufel muss das Ding aus der ferne ablesbar sein? Um elektronische Unterschriften zu hinterlassen reicht es das teil in ein Kartenlesegerät zu schieben. Man muss nicht auf 10 m entferung vom PC einen online Kauf tätigen können.
    Genau deswegen rege ich mich auf.

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