Facebook Dank "Places" mit dem Finger auf andere zeigen

Facebook hat den Lokalisierungsdienst "Places" gestartet. Der kann nützlich sein, aber es empfiehlt sich, einige Funktionen besser gleich wieder abzuschalten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Vorstellung von "Places"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Vorstellung von "Places"

Früher brachten Eltern ihren Kindern bei, dass man nicht mit dem Finger auf andere Menschen zeigt. Im Internet aber ist vieles anders. Facebook beispielsweise macht es seit einiger Zeit möglich, andere zu taggen – die Personen auf einem beliebigen Foto namentlich zu kennzeichnen, ob sie es wollen oder nicht. Diese neue Kulturtechnik bedeutet nichts weiter, als virtuell den Finger auf jemanden zu richten.

Das taggen , also das Anbringen eines Namensetiketts, funktioniert längst auch bei anderen Anbietern. Facebook erweitert es nun auf den Raum des realen Lebens. Seit dem heutigen Donnerstag kann man auch diejenigen benennen, die sich an bestimmten Orten aufhalten.

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Möglich macht das der neue Dienst Places . Wenn sie diese Funktion aktivieren, können Facebook-Nutzer anderen nicht nur mitteilen, was sie gerade tun, sondern auch, wo sie sich befinden. Vorerst nur in den USA, bald jedoch weltweit.

Geolocation-Dienste

Foursquare, Gowalla und Brightkite gehören zu den bekanntesten Geolocation-Diensten. Das Prinzip ist bei allen ähnlich: Mitglieder können sich über ihr Handy Plätze in der Nähe anzeigen lassen und dort "einchecken". Ob in Bars, Restaurants, im Einkaufscenter, am Arbeitsplatz oder im heimischen Wohnzimmer – über Twitter teilt man den aktuellen Standort seinen Freunden mit. Bei Foursquare und Gowalla gibt es für jedes Check-In virtuelle Punkte. Wer bei Foursquare am häufigsten an einem Ort eincheckt, wird dessen Bürgermeister. Brightkite erlaubt zudem, eigene Bilder zum jeweiligen Standort hochzuladen.

Google Latitude

Googles neuer Service Latitude ermöglicht nicht nur gelegentliche Check-Ins, sondern zeigt permanent den Aufenthaltsort des Handybesitzers an. Natürlich nur für Personen, die man zuvor autorisiert hat. Über Google Maps sieht man so, wo sich seine Freunde gerade aufhalten. Das ist je nach Einstellung der genaue Standort oder bloß die jeweilige Stadt. Darüber hinaus erstellt Latitude auch komplette Bewegungsprofile. 

Soziale Netzwerke

Auch renommierte soziale Netzwerke integrieren zunehmend ortsbezogene Funktionen. Seit März erlaubt Twitter, einzelne Tweets mit Positionsdaten zu verknüpfen. Der Bilderservice Twitpic ermöglicht mittlerweile, anzugeben, wo die jeweiligen Bilder aufgenommen wurden. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kündigte vor Kurzem an, dass man bald Positionsdienste anbieten möchte.

Geolocation heißt die Idee, und sie existiert in den Angeboten Foursquare und Gowalla schon eine Weile.

Doch wie schon mehrfach zuvor  geht Facebook in der Enttarnung seiner Kunden noch einen Schritt weiter. Wer, um ein negatives Beispiel zu wählen, einen Bekannten aus einem Sexshop kommen sieht, kann nun den Namen des Betroffenen mit dem Ort verknüpfen – für viele andere sichtbar. Er muss sich dazu zwar zuerst selbst an diesem Ort "einchecken", also preisgeben, dass auch er dort ist, dann aber kann das auch mit seinen Freunden tun.

Im Sinne des Netzwerkgedankens ist das nur konsequent. Warum die Menschen, die sich via Internet verbinden und miteinander kommunizieren, nicht auch in der stofflichen Welt zusammenbringen? Entsprechend positiv kommt ein Facebook-Werbevideo daher, das allein die Vorteile eines solchen Angebotes betont.

Die hat es ganz bestimmt. Es kann praktisch und nützlich sein, zu sehen, wer von den eigenen Freunden in der Nähe ist oder – auch das ist mit Places möglich –, die Kommentare zu lesen, die andere zu einem Ort hinterlassen haben.

Leser-Kommentare
  1. Ich glaube kaum,dass facebook irgendwann einmal die Verwendung von Ortungswanzen unnötig machen wird. Wer hat den bitte den nerv, oder überhaupt einen Grund sich auf Scbritt und Tritt zu taggen? Das einzige dass faces mit sich bringen wird, ist das sich zukünftig die discomäuse jedes Wochenende auf ihren Lieblingsclub verlinken und mein kumpel mich jeden Tag auf den lokalen Stripclub.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • pirad
    • 20.08.2010 um 12:49 Uhr

    Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?

    • pirad
    • 20.08.2010 um 12:49 Uhr

    Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?

    • oware
    • 19.08.2010 um 21:58 Uhr

    wer's mitmacht. Einfach mal von diesem ich-produziere-mich- Dienst abmelden und diese Art von Problemen sind für einen persönlich gelöst...

  2. Nur eine Erweiterung für all diejenigen, die den Drang haben, der Welt alles mitzuteilen, selbst, dass sie sich gerade auf Klo den Hintern abputzen.

    • pirad
    • 20.08.2010 um 12:49 Uhr
    4. Handy

    Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?

    Antwort auf "Etwas übertrieben..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zitat: "4. Handy "Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?""

    Nicht mehr lange, denke ich. Als weiteren Schritt könnte man sich dann kleiner Implantate unter der Haut (bsp. an der Hand) vorstellen. Diese Implantate könnten dann:

    - An der Kasse zum bargeldlosen Bezahlen (RFID)
    - Zur Geolokalisation mittels GPS Signal
    - Beim Arzt zum einchecken (ersetzt die Krankenkassenkarte)
    - Bei der Ausweisskontrolle (ersetzt die Papier-Identifikation)
    - Zur Volkszählung
    - Beim Einkauf im Web.
    - Zur Stimmabgabe bei Wahlen
    - etc.

    genutzt werden.

    Illusion? Machbar ist es allemal und meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit.

    Zitat: "4. Handy "Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?""

    Nicht mehr lange, denke ich. Als weiteren Schritt könnte man sich dann kleiner Implantate unter der Haut (bsp. an der Hand) vorstellen. Diese Implantate könnten dann:

    - An der Kasse zum bargeldlosen Bezahlen (RFID)
    - Zur Geolokalisation mittels GPS Signal
    - Beim Arzt zum einchecken (ersetzt die Krankenkassenkarte)
    - Bei der Ausweisskontrolle (ersetzt die Papier-Identifikation)
    - Zur Volkszählung
    - Beim Einkauf im Web.
    - Zur Stimmabgabe bei Wahlen
    - etc.

    genutzt werden.

    Illusion? Machbar ist es allemal und meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit.

    • hcb
    • 20.08.2010 um 15:17 Uhr

    Über Places weiß ich jetzt zu wenig, außer dem, was hier in diesem Bericht dazu gesagt wurde.

    Aber mal zu den Kommentaren über mir.
    Die Vorteile von Facebook überwiegen doch ganz klar, wenn man es vernünftig nutzt.
    Ich war für eine längere Zeit in Canada und habe sehr viele neue Freunde gefunden, die ich nicht mehr missen möchte. Ohne Facebook wäre es so gut wie unmöglich, im Kontakt zu bleiben.
    Klar könnte man sich einfach eine Email oder einen Brief schreiben, aber dadurch dass man die aktuellen Geschehnisse seiner Freunde immer direkt angezeigt bekommt, entstehen auch immer wieder mal nette Diskussion um irgendwelche Themen.

    Also für mich überwiegen klar die Vorteile, auch wenn mir die Nachteile bewusst sind.

  3. der kommentator über mir hat völlig recht.

    dem autor des artikels und den verfassern einiger anderer kommentare muss ich leider vollkommene unverständnis unterstellen.

    es geht bei facebook eben keineswegs um das sich-selbst produzieren oder das preisgeben der privatesten informationen.
    Der Nutzen von Facebook liegt darin reale(!) Bekanntschaften und Freundschaften zu pflegen.

    Wer das nicht verstanden hat berichtet entweder bei FB über seine toilettengänge, oder, niveaulich durch aus ebenwürdig, gibt inkompetente kommentare zu schlechten artikeln ab.

    Ich bin jung, viel unterwegs und habe Bekannte und Freunde überall. Ich nutze das Internet nicht nur so zur pflege von Freundschaften, ich bin sogar darauf angewiesen.
    Kurzes Beispiel: Gestern habe ich eine Nachricht einer deutschen Freundin aus New York bekommen die dieses Wochenende in Wiesbaden ist und dann für zwei Monate nach Berlin zieht. Heute das selbe von einem Freund aus Paris der ab nächster Woche in Frankfurt ist.
    Ich habe 300 Freunde bei Facebook. Eine Anwendung die mir unkompliziert erkenntlich macht wo sich diese Aufhalten (vorrausgesetzt sie sind mit dem tagg einverstanden) erscheint mir durchaus sinnvoll.

    • TDU
    • 20.08.2010 um 19:03 Uhr

    Meiner Ansicht nach entwicklt sich das Internet immer mehr zum Dorf. Anheimelnde Gemütlichkeit sowie Klatsch und Tratsch mit Ausgrenzungscharakter für den nicht Konformen.

    Mit dem Finger auf andere zeigen zu können, ist da die sinnvolle Ergänzung. Im realen Leben passiert das ja auch eher heimlich oder im übertragenen Sinne. Aber irgendwann kriegt es natürlich doch heraus.

  4. Zitat: "4. Handy "Wie lange wird es dauern, bis man sein Handy anweisen kann alle 5 Minuten die GPS Daten an Facebook zu senden?""

    Nicht mehr lange, denke ich. Als weiteren Schritt könnte man sich dann kleiner Implantate unter der Haut (bsp. an der Hand) vorstellen. Diese Implantate könnten dann:

    - An der Kasse zum bargeldlosen Bezahlen (RFID)
    - Zur Geolokalisation mittels GPS Signal
    - Beim Arzt zum einchecken (ersetzt die Krankenkassenkarte)
    - Bei der Ausweisskontrolle (ersetzt die Papier-Identifikation)
    - Zur Volkszählung
    - Beim Einkauf im Web.
    - Zur Stimmabgabe bei Wahlen
    - etc.

    genutzt werden.

    Illusion? Machbar ist es allemal und meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit.

    Antwort auf "Handy"

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