GoogleWie ich lernte, Street View zu lieben

Ich hatte Angst vor Street View, ich habe sie nicht mehr. Denn die Vorteile überwiegen. Der Dienst bringt mehr Wissen und mehr Freiheit für alle.

Das Bild von der Pinkelpause machte ein Street-View-Fahrzeug auf Hawaii. Google hat es inzwischen aus dem Dienst entfernt

Das Bild von der Pinkelpause machte ein Street-View-Fahrzeug auf Hawaii. Google hat es inzwischen aus dem Dienst entfernt

Ich gebe es zu, auch ich hatte anfangs Angst. Immerhin ist es ein irritierender Gedanke: Da kommt ein internationaler Konzern einfach so vorbeigefahren, fotografiert mein Haus und stellt es für alle Welt und für alle Ewigkeit sichtbar ins Internet.

Wer meine Adresse kennt, kann von November an nachschauen , ob meine Mülltonne überquillt, ob ich halbnackt den Rasen mähe, ob ich ihn überhaupt mähe und ob...

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Genau an dieser Stelle kam ich ins Schlingern. Denn zwei Parameter bestimmen unsere Wahrnehmung: Raum und Zeit. Google aber bildet nur einen davon ab. Der zweite bleibt so ungenau, dass er irrelevant wird.

Denn zwar werden möglicherweise tatsächlich "spielende Kinder im Vorgarten" zu sehen sein, wie Bild drohend schreibt. Doch bis der eventuelle Betrachter sie sich im Internet anschaut, sind diese Kinder längst ausgezogen. Und es sind nicht einmal meine eigenen, immerhin fuhren Googles Kamerawagen durch meine Stadt, als ich das Haus noch gar nicht bewohnte.

Glaubt man dem Konzern, ist eine Aktualisierung der Bilder nicht geplant. Und selbst wenn? Wie oft kann es sich Google leisten, alle Straßen noch einmal abzufahren? Alle zehn Jahre? Von mir aus.

Aber da sind ja noch die Sprengfallen, sagt der Bund Deutscher Kriminalbeamter! Terroristen könnten sich nun gefahrlos Standorte dafür aussuchen. Respekt, über Einbrecher hatte ich durchaus kurz nachgedacht, aber auf Sprengfallen wäre ich selbst in der Zeit meiner größten Besorgnis nicht gekommen. Andere schon, na gut .

Doch was bitte sehen die Terroristen nun mehr, als sie nicht schon bei einer Fahrt mit dem Auto durch meine Straße sehen würden? Und wieso gefahrlos? Welches Risiko wäre es für sie, den Bürgersteig entlang zu laufen?

Ja, sagen die Kritiker, aber die Privatsphäre...

Leserkommentare
  1. einige Lobbyisten kochen das Thema ganz frei von Paranoia über die Medien und einige Politiker auf, um damit Gesetze und Abmahnmöglichkeiten bzw. Einnahmequellen zu generieren. Anwälte haben nämlich die boomende Digitalfotografie als Einnahmequelle entdeckt. Das Recht am eigenen Bild wie eine aussterbende Tierart erscheinen zu lassen, die es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt, während in den sozialen Netzwerken ohne Ende seelengestript wird, war nur die erste Ausbaustufe. Erst die techniscen Möglichkeiten der Digitalfotografie mit Geodaten in Verbindung mit Streetview, gibt diesen Leuten die Möglichkeit Fotografen zu melken wie Autofahrer. Wenn jetzt nämlich viele Bundesbürger in ihrer Panik in Streetview ihre Häuser unkenntlich machen, ist es nicht mehr weit zu einem Gesetz, daß Fotografen dazu zwingt die dort unkenntlich gemachten Häuser auf den eigenen Bildern ebenso unkenntlich zu machen. Suchmaschinen, die Bilder nach ihrem Aufnahmestandort suchen sind kein Problem.....

    Panoramafreiheit Ade.

  2. Google, entwickelt einfach nur sein Angebot weiter und ist dabei noch nicht einmal sonderlich einfallsreich.

    In Frankreich beispielsweise haben die Gelben Seiten schon vor Jahren "Street View" im Programm. Spart Zeit bei der Wohnungssuche, ermöglicht "diesen Laden mit der grünen Tür" wiederzufinden,...

    Wir sind diejenigen, die das Unternehmen zum Koloss anwachsen lassen. Darüber wird das Unternehmen genauso stolpern wie der Konsument.

  3. bis die daten ins netz gehen sind sie sowieso schon alt.
    es gibt satelliten fotos von teilen in d-land auf google-earth die sind 8 jahre alt obwohl das datum auf dem monitor etwa anderes sagt.
    da nimmt google es nicht so genau.
    mal sehen was auch street view wirklich wird.....

  4. und ich finde es unnötig. Siehe meine Kommentare auf der zehnten Kommentarseite zu diesem Artikel:

    http://www.zeit.de/digita...

  5. offenkundig haben große ängste: vor unserem demokratischen staat, vor der polizei ( die angeblich bei jeder gelegenheit unschuldige bürger zu brei prügelt ) vor google - vor wem noch ?
    dazu mein rat: eigene projektonen prüfen und sigmund freud lesen. das schafft erleichterung und bringt freiheit.

    Antwort auf "2 einwände"

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