Scoring: Die Schufa entdeckt den DatenschutzSeite 2/2
Doch noch immer empfinden sich viele Verbraucher gegenüber der Schufa nicht zu Unrecht als machtlos. Zumal lange Zeit die bloße Tatsache, dass man um eine Selbstauskunft bat, zu einem schlechteren Wert führte. Das hat der Gesetzgeber auf Drängen der Verbraucherschützer unterbunden. Auch kann sich der Betroffene wehren, sollten ihm unrichtige Daten auffallen. Wenn sie ihm auffallen. Für viele der Angebote dazu sind im Übrigen Gebühren zu entrichten. Wer sich etwa online anmeldet, muss einmalig 18 Euro 50 bezahlen. Dann kann er den ebenfalls kostenpflichtigen Update-Service abonnieren, um regelmäßig über Änderungen oder Abfragen informiert zu werden.
Das Image der Schufa ist, darf man getrost behaupten, nicht unbedingt besser geworden. Was sagt nun die Umfrage dazu? Nicht viel. In lediglich einer Frage geht es darum, was dieses Unternehmen eigentlich tut. Die Befragten konnten dabei zwischen zwei Antworten wählen. Erstens: "Ich finde nicht gut, dass bei der Schufa Daten über die Kreditwürdigkeit gespeichert (...) werden." Schließlich seien es sehr persönliche Daten und jeder solle selbst entscheiden, wer diese Informationen bekomme. 33 Prozent entschieden sich dafür.
Zweitens: "Das sehe ich anders. Die Informationen der Schufa geben Banken einen Anhaltspunkt, wie sicher sie sein können, dass ein Kredit auch wirklich zurückgezahlt wird. Hätten die Banken diese Information nicht, wären Kredite für alle viel teurer oder viel schwieriger zu bekommen." 51 Prozent wählten diese Möglichkeit, die also dem allgemeinen Unwohlsein einen konkreten finanziellen Nutzen entgegen stellt. Und die impliziert, dass die Last, die jetzt auf wenigen mit schlechtem Leumund liegt, dann jeden treffen würde. Wobei es sicher erlaubt ist, zu spekulieren, ob eine Verteilung des Ausfallrisikos auf alle nicht gerechter wäre.
Interessant ist aber noch ein Punkt an der Studie. Der nämlich, dass die Sorgen um Datenmissbrauch wohl keine Hirngespinste sind. Heißt es in der Zusammenfassung doch: "Die Sorgen der Bevölkerung beruhen zu einem erheblichen Teil auf eigenen Erfahrungen im Alltag. Es gibt keine starken Anzeichen für eine gesellschaftliche Mythenbildung (...)." Mit anderen Worten: Nein, die Bürger spinnen nicht und sind auch nicht "irrational", wie die Autoren an anderer Stelle behaupten. Sie haben nur einfach oft genug schlechte Erfahrungen gemacht.
Die Bürger gehen auch nicht – so ein weiteres Ergebnis – "undifferenziert" oder gar "sorglos" mit ihren Daten um. Sie wissen also offensichtlich, was sie wollen und was sie tun.
Nun eine Frage dazu: Die Schufa ist ein Unternehmen, das die Daten von Bürgern – seinen Kunden also – sammelt, um sie gewinnbringend weiter zu verkaufen. Sollte also die Schufa dann nicht um diese Kunden werben? Eigentlich schon. Und wenn diesen Kunden das Ganze unheimlich ist und sie es nicht verstehen, dann sollte man eigentlich mit Transparenz werben. Und nicht versuchen, die offensichtlich klar denkenden Kunden als "irrational" darzustellen.







einzelne suggestivfragen - für die SCHUFA relevante fragen untersortiert unter kreditnichtrelevante
so bastel man sich statische ergebnisse
frage: soll ich mich in langwierigen prozessen gegen falscheintragung waehren wenn obscure incassounternehmen nach monaten kommentarlos falscheintragungen loeschen
frage: bin ich nicht eigentuemer meiner daten mit denen die SCHUFA ihr geld verdient
zurueck in deutschland verstehe ich jetzt warum ein freund hier sowas eine
"gesetzlich geschuetzte kriminelle vereinigung" nennt
so long
"Ein Prozent macht bei den drei Vierteln der deutschen Bevölkerung, die bei der Schufa verzeichnet sind, mehr als 600.000 Menschen. Wenn acht Prozent der Daten zudem veraltet sind, sind sogar weitere fünf Millionen Bürger betroffen."
Da beißt jeder Statistiker in die Tastatur, wenn er so einen Kram liest.
Das Verwunderliche ist und bleibt doch, wie ein eigentlich privates Unternehmen mit Monopolanspruch solch eine Stellung einnehmen konnte. Und dann noch Umfragen erstellen lassen kann...
Schlechte Erfahrungen? Einmal habe ich mir die Mühe gemacht, meine eigene Schufa-Auskunft zu holen. Obwohl es um MEINE Daten geht, die für MEIN Leben große Auswirkungen haben können, musste ich höflichst und nach Ausfüllen von Formularen erst einmal eine saftige Gebühr zahlen. Die war vielleicht für die etwas mehr als zwei Stunden Warteraum-Benutzung?
Als ich den Ausdruck endlich hatte - ohne weitere Erklärungen - fand sich dort ein Konto bei meiner Hausbank auf MEINEN Namen aufgeführt, das ich nicht besaß. Bei der Bank stellte sich heraus, das Konto gab es wirklich. Aber mehr erfuhr ich - aus Datenschutzgründen! - nie, obwohl aller mögliche Schindluder damit getrieben worden sein konnte. Auch wenn der Fehler dieses Mal wohl bei der Bank lag, die Schufa sorgt für eine Verbreitung, ohne dass ich davon wusste.
Die Schufa ist ein undemokratisches, zwielichtiges Werkzeug einer Finanzwirtschaft. Sie muss weg. Das wäre alles.
Die Schufa ist m.E. ein Fall für das Bundesverfassungsgericht.
Hier maßt sich ein privates Unternehmen an, diktatorisch, totalitär und komplett undurchsichtig über die materielle Existenz von Millionen Bundesbürgern zu entscheiden.
Hier ist eine in höchstem Maße undemokratische private Finanz-Stasi entstanden, vor der einem Angst und Bange werden kann. Niemand kann sich diesem Monstrum entziehen, niemand kann sich ernsthaft wehren, es gibt keinerlei demokratische Kontrolle, man ist dem Kraken weitgehend hilflos ausgeliefert.
Es gibt lediglich eine Scheintransparenz, weil die Einsicht in die gespeicherten Daten erlaubt dem Schufa-Opfer keinerlei Schlüsse über die Bewertung dieser Daten. Ein Umzug als Grund für die Herabstufung der Kreditwürdigkeit, das ist eine bodenlose Frechheit in unserer Flexibilitäts-orientierten Gesellschaft.
Dieses "Unternehmen" ist eines demokratischen Rechtsstaates in höchstem Maße unwürdig! Seltsam, dass noch keiner versucht hat, diese hochgefährliche Organisation für ihre perfiden Machenschaften vor Gericht zu bringen.
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