Vorratsdaten Leutheusser wartet weitere EU-Entscheidungen ab
Die EU will die umstrittene Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung ändern. Justizministerin Leutheusser begrüßt den Plan, warnt jedoch vor Schnellschüssen.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Überarbeitung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung begrüßt. "Es ist gut, dass auf europäischer Ebene an einer Überarbeitung der Richtlinie gearbeitet wird", sagte die Justizministerin. Die FDP-Politikerin teile die Einschätzung von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström, dass die Vorratsdatenspeicherung im Jahr 2001 zu hastig beschlossen worden sei.
Die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie war vom Bundesverfassungsgericht im März dieses Jahres gestoppt worden. Die Richter befanden, die Speicherung aller Kommunikationsdaten für sechs Monate und ohne konkreten Verdacht sei ein so schwerer Eingriff in die Privatsphäre, dass er nur in Ausnahmen erlaubt werden könne. Das deutsche Gesetz gehe in diesem Punkt zu weit. Vor allem den Zugriff auf die Daten durch Polizei und Geheimdienste wollen die Richter in Karlsruhe beschränkt sehen.
Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gibt es in Deutschland kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Im Justizministerium wollte man zuerst auf die EU warten und darauf, ob von dort weitere Änderungen kommen. Nun hat die EU-Innenkommissarin mitgeteilt, dass eine Arbeitsgruppe der Europäischen Union die umstrittene Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung überprüfe. "Ich will mir Möglichkeiten angucken, sie zu überarbeiten", sagte Malmström der Wochenzeitung DIE ZEIT.
Einfach zurücknehmen könne man die Richtlinie nicht, sagte EU-Kommissarin Malmström. Immerhin hätten die Mitgliedsstaaten sie angenommen. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger warnte davor, die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zu hastig zu überarbeiten. "Nationale Schnellschüsse werden den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts nicht gerecht", sagte sie.
- Datum 01.09.2010 - 17:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Irren ist menschlich und Fehler beheben auch.
Aber der große Bruder in Amerika dürfte einiges dagegen haben, das die ursprünglich von ihm initierten Kontroll- und Überwachungssysteme aufgeweicht werden.
Mit Terrorismus und KiPo hat das alles nichts zu tun, sondern nur damit, das man sich bei der allgemeinen Verständigung des gemeinsamen Abhören und Lauschens per ETSI-Industriestandard als öffentliche Begründung für diese Maßnahmen jenseits von Parlamenten bereits vor langer Zeit in den neunziger Jahren bereits auf diese Sprachregelung geeinigt hat.
Telepolis: Die ETSI-Dossiers (Artikel von 2001)
Im Jahre 2004 hatte der Bundestag eine Vorratsdatenspeicherung abgelehnt, im Jahre 2005 erneut und die Regierung wurde aufgefordert, dies bei der EU durchzusetzen - was einen Herrn Schily natürlich nicht interessierte.
Im Jahr 2006 - genau ein Jahr später - stimmte der Bundestag dann doch für die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung, die er vorher strikt ablehnte.
Was war der Grund für den Sinneswandel?
Angedrohter Liebesentzug? Verdeckte Drohungen? Schwarze Köfferchen? Einreiseverbot in die USA? Eine Mischung aus allem?
Irgendwann werden wir es erfahren.
@ Freigeist2
Vielleicht war im Jahr 2005 auch einfach eine Bundestagswahl, die die Mehrheitsverhältnisse geändert hat. Aber diese Erklärung ist natürlich zu einfach.
@ Freigeist2
Vielleicht war im Jahr 2005 auch einfach eine Bundestagswahl, die die Mehrheitsverhältnisse geändert hat. Aber diese Erklärung ist natürlich zu einfach.
@ Freigeist2
Vielleicht war im Jahr 2005 auch einfach eine Bundestagswahl, die die Mehrheitsverhältnisse geändert hat. Aber diese Erklärung ist natürlich zu einfach.
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