Personalausweis : Was beim neuen Perso zu beachten ist

Ab Montag gibt es nur noch den neuen Personalausweis, der dank seiner biometrischen Funktionen einige besorgt. Hier ein paar Praxistipps zum Umgang damit.
Zwei Lesegeräte für den neuen Personalausweis © Stephanie Pilick/dpa

Die Frist ist abgelaufen: Wer sich bis zum heutigen Freitag keinen der alten Personalausweise geholt hat, der kann nun nur noch den "neuen Personalausweis" (nPA) beantragen. Der ist aufgrund der Vielzahl der Funktionen und Einsatzmöglichkeiten durchaus umstritten und macht dem einen oder anderen wohl auch Angst.

Was man auch immer man von ihm halten mag, einen Vorteil hat er unbesehen: Er passt dank seines Scheckkartenformats in jedes Portemonnaie. Der Ausweis an sich ist auch nicht heikel, er darf nach dem derzeitigen Stand der Technik als sicher gelten. Thilo Weichert, einer der kritischsten Datenschützer des Landes, sagt: "Ich sehe den Ausweis im Großen und Ganzen eher positiv."

Und ja, man kann damit auch den einen oder anderen Weg sparen und demnächst beispielsweise ein Konto eröffnen oder ein Auto anmelden, ohne seine Wohnung verlassen zu müssen.

Oder, wie es Innenminister Thomas de Maizière salopp zusammenfasst: "Er ist klein aber oho, er ist schick, er ist nützlich und er kann viel."

Ganz so sicher und simpel wie von der Bundesregierung gern dargestellt, ist das Dokument aber nicht. Daher im Folgenden ein paar Praxistipps.

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Kommentare

37 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

~ 1149

Der Zwangsdigitalisierung nächster Schritt. Über alle Bedenken und Risiken will ich gar nichts sagen. Mich nervt einfach schon, dass der Mensch hier durch noch mehr Nummern ersetzt wird. Oder dass der Einzelne nur für seine Identität noch mehr Nummern und Passwörter kennen muss. Oder dass das, was noch möglich ist, besonders wenn der neue Ausweis abhanden kommt, dem normalen Bürger gar nicht bekannt sein kann, er aber letztlich doch dafür verantwortlich gemacht wird.

Nein, für mich ist dies vor allem ein Schritt hin zu noch mehr Standardisierung der Menschen, die im Detail einige, die nicht ins Raster passen, noch mehr abhängt. Man muss nicht nur mehr wissen, man muss auch mehr besitzen. All die schönen neuen Möglichkeiten sind nicht jedem zugänglich. Trotzdem soll jeder dafür zahlen, unter anderem auch durch einer mehr als vierfach so hohen Gebühr für den Ausweis selbst.

Schnell wird solch eine Methode auch zum Standard im Leben. Überweisungen in alter Form werden dann teurer, irgend wann unmöglich. Ich weiß, wovon ich rede, denn auf einem anderen Gebiet kämpfe ich seit einigen Jahren selbst gegen Vorurteile und Beschränkungen an. Denn vor langer Zeit habe ich beschlossen, kein Handy-Besitzer zu werden. Heute wird mir diese Wahl immer weniger zugestanden. Letztens stieß ich auf das erste Online-Formular eines Handels, dass eine Mobil-Nummer als Pflichteingabe forderte.

Nachteile sind beim nPA vorhersehbar. Und auch, wer die Gewinne macht, ist recht klar in diesem Fall.

Seite 8 fehlt…

…da hätte man noch die Optimierung des Chips mit der Mikrowelle beschrieben können, weil man dadurch die Datensicherheit ultimativ erhöhen kann. Wird der Ausweis damit korrekt behandelt, wir nie wieder wer unautorsiert an die Daten kommen, nur mit zwei guten Augen und dem Original in der Hand, wie früher, alles zum Abschreiben.

Nach einer derartigen Sicherheitsbehandlung bleibt der Ausweis auch gültig, weil der Chip dafür nicht vorgeschrieben ist. Wenn ich es richtig weiß, dann haben beispielsweise Diplomatenpässe generell keinen Chip eingebaut bekommen - aus Sicherheitsgründen - also Belange, die man dem Bürger nicht zugestehen mag.

Die Zukunft lässt grüßen! Kennen sie Buugle? Nein? bitte hier …

http://qpress.de/2010/09/...–-fur-die-totale-sicherheit/

Denn der Bürger will ja auch gut überwacht sein, ist ja nur zu seinem Besten … oder dem der Herrschaft?

Computer sichern...

...das klingt ja dämlich - offenbar haben die Herren im Ministerium keine Ahnung wie die digitale Welt funktioniert.

Außer wenn ich etwas wie "Steady State" nutze und mein Betriebssystem nach jeder Benutzung zurücksetze ist es unmöglich eine 100%ige Sicherheit zu garantieren - denn auch Virenscanner können nicht notwendigerweise jede neue Schadsoftware finden - erst wenn die Antivirensoftware ein Signaturupdate hat kann sie relativ garantiert jene Schadsoftware finden.

Zur Größe - also mir fallen durchaus mal Karten aus meinem Portemonaie - mein Personalausweis ist mir NIE herausgefallen.
Dazu ist der alte Personalausweis schön biegsam - ich kann ihn theoretisch knicken - Plastikkarten brechen - oder verformen sich zumindest, sind aber dauerhaft beschädigt.

Und Nummern merken - dass kann ich schlecht - ich werde eh nur einen Pass haben können (lebe im Ausland) aber wenn ich mir noch mehr Nummern merken sollte... auf gar keinen Fall - ich muss mir schon zu viele merken - also entweder kann ich dann die Nummer vernichten und das war es dann, oder ich nutze meine "normalen" Passwörter - aber das wäre dann wiederum unsicher...
Ich habe jetzt schon fast überall das gleiche Passwort - und ich weiß das es unsicher ist... aber sonst kann ich mir sie nicht merken, es sei denn ich schreibe sie mir alle auf - aber das sollte man ja wohl scheinbar auch nicht tun, es sein den man hat einen Safe...

Personalausweise auch für Deutsche im Ausland

Auch wenn Sie in Grossbritanien leben - Sie können/ dürfen sich doch in den Gewissenskonflikt um einen neuen Personalausweis stürzen:

"Am 1. November 2010 übernimmt der Bund die Ausgabe der Personalausweise. Übergangsweise können dann Auslandsdeutsche bis 31. Dezember 2012 wie bisher auch nur in Deutschland bei jeder Passstelle einen Ausweis beantragen. Ab dem 1. Januar 2013 übernehmen dann die deutschen Auslandsvertretungen die Ausgabe der Personalausweise für Auslandsdeutsche."

http://de.wikipedia.org/w...