Der gefälschte Eric-Schmidt-Account von Techcrunch , den die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gerade noch einmal nachgestellt hat , war nur eine in einer ganzen Reihe von Lücken, die es beim Thema Privatsphäre bei Facebook gibt. Das Wall Street Journal hat gerade eine weitere entdeckt: Zahlreiche der Apps genannten Anwendungen läsen unerlaubt Nutzerdaten aus und gäben diese an Anzeigenkunden oder Internet-Forschungsunternehmen weiter, berichtete das WSJ auf seiner Internetseite .

Es geht dabei um die sogenannte User-ID. Jedem Nutzer des Netzwerks wird eine eindeutige Nummer zugeordnet, Gründer Marc Zuckerberg beispielsweise hat die ID 68310606562. 

Die zehn größten Apps nun, darunter bei Millionen Usern beliebte Spiele wie Farmville , lasen diese ID aus und übermittelten sie zum Teil an Firmen, die ihr Geld damit verdienen, Profile zusammenzustellen. Dank der ID können solche Firmen Facebooknutzer eindeutig identifizieren und diese Information mit anderen verknüpfen und verkaufen.

Es geht dabei nicht darum, dass so Informationen gestreut werden, die Nutzer als privat eingestuft haben und bewusst nicht mit allen teilen. Daher mag es banal klingen, aber die Information "XY nutzt Facebook und spielt Farmville" ist für Werber im Zweifel durchaus interessant. Noch dazu wenn sie mit anderen Interessen des Betreffenden angereichert wurde.

Hatte der Nutzer seine Datenschutzeinstellungen auf den höchstmöglichen Level eingestellt, blieb es bei der Verknüpfung von ID und Namen. Wenn nicht, übermittelte Facebook auf diesem Weg auch alle im Profil zugänglichen Informationen. Aber nicht nur die ID wurde mit den Programmen geteilt. Einige Apps – darunter Farmville – lasen trotz höchstem Selbstschutz auch das Freundesnetzwerk aus.