DatenschutzWas Vorratsdaten über uns verraten

Der Chaos Computer Club nennt Handys "Ortungswanzen". Zu Recht, wie unsere interaktive Grafik zeigt: Die Vorratsdaten des Grünenpolitikers Malte Spitz enthüllen sein Leben. von 

Bewegungsprofil von Malte Spitz, basierend auf den Vorratsdaten seines Handys

Bewegungsprofil von Malte Spitz, basierend auf den Vorratsdaten seines Handys. Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu öffnen.  |  © ZEIT ONLINE

"Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard, Flensburg und das BKA, haben unsere Daten da", sangen Kraftwerk 1981 in Computerwelt . Es klang damals unglaublich, später bedrohlich, und heute klingt es lächerlich. Denn die Wirklichkeit ist viel banaler. Unsere Telefone sind es, die am meisten über unsere Gewohnheiten verraten. Der Chaos Computer Club nannte die kleinen, mächtigen Computer in unseren Taschen deswegen auch schon "Ortungswanzen".

In einem Gutachten für das Bundesverfassungsgericht hat der Verein im Juni 2009 theoretisch beschrieben , welche Informationen bei der sogenannten Vorratsdatenspeicherung übermittelt werden und was sich daraus alles ablesen lässt . Das Verfassungsgericht hat die damalige Regelung inzwischen gestoppt , aufgegeben aber wurde die Idee von Ermittlern und Politik keineswegs . Zu interessant sind die Möglichkeiten, aus diesen auf den ersten Blick harmlos wirkenden Daten Erkenntnisse zu gewinnen. In den kommenden Wochen will die Bundesregierung über eine neue Regelung entscheiden.

Anzeige
Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen

Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Was genau sich aus den Daten erfahren lässt, das konnten die meisten Menschen bis heute nur in der Theorie sehen, praktische Beispiele gab es nicht. Der Grünenpolitiker Malte Spitz hat sich daher entschlossen, seine Vorratsdaten aus dem Zeitraum August 2009 bis Februar 2010 zu veröffentlichen. Um sie zu überhaupt bekommen, musste er gegen die Telekom klagen .

Die Daten, die ZEIT ONLINE hier zum Download zur Verfügung stellt und die Basis der hier gezeigten interaktiven Karte sind , entstammen einem Exceldokument mit 35.831 Zeilen. Mehr als 35.000 Mal also hat sein Mobiltelefon in diesem halben Jahr Informationen Preis gegeben. Jede einzelne davon ist im Zweifel unbedeutend und harmlos, in der Summe aber ergeben sie das, was Ermittler ein Profil nennen – ein klares Bild über Gewohnheiten und Vorlieben, ja über das gesamte Leben.

Das Profil enthüllt, wann Malte Spitz durch Straßen läuft, wann er Bahn fährt, wann er fliegt. Es zeigt, in welchen Städten und an welchen Orten er sich aufhält. Es zeigt, zu welchen Zeiten er arbeitet und zu welchen er schläft, wann man ihn am besten erreichen kann und wann eher nicht. Es zeigt, wann er lieber telefoniert und wann er lieber eine SMS verschickt und es zeigt, in welchem Biergarten er gerne sitzt. Es zeigt ein Leben.

Vorratsdaten

Wer mit wem, wann, wie lange, von wo aus und womit: Das ungefähr sind die Informationen, die anhand der Vorratsdatenspeicherung erfasst werden sollen.

Das Gesetz, das das Bundesverfassungsgericht am 2. März 2010 für verfassungswidrig erklärte, war 2008 in Kraft getreten. Die Basis bildet eine EU EU-Richtlinie von 2006. Sie verpflichtete alle Telekommunikationsanbieter, die mehr als 10.000 Kunden haben, die sogenannten Verbindungsdaten für mindestens sechs Monate und maximal zwei Jahre zu speichern.

Dies bedeutet: Die gesamte Kommunikation und auch alle Kommunikationsversuche via Telefon, SMS, E-Mail oder Internet werden erfasst und sind ein halbes Jahr rückwirkend noch nachvollziehbar – nicht ihr Inhalt, aber sämtliche Metadaten, die über Art und Umfang des Kontaktes etwas aussagen.

Unschuldsvermutung

Diese Daten sollen, so die Idee des Gesetzgebers, Strafverfolgern zur Verfügung stehen und ihnen vor allem bei der Suche nach Terroristen helfen. Allerdings lassen Schätzungen der Kommunikationsanbieter den Schluss zu, dass sie vor allem dazu dienen, leichtere Vergehen wie illegales Datentauschen, Betrug oder Beleidigungen zu verfolgen.

Unabhängig davon ist der Hauptkritikpunkt, dass mit der Vorratsdatenspeicherung jeder Bürger potenziell verdächtig ist und überwacht wird und dass die Datenspeicherung so dazu beiträgt, die Unschuldsvermutung abzuschaffen.

Außerdem gibt es Studien, die zeigen, dass sich anhand von solchen Verbindungsdaten detaillierte Aussagen über das Verhalten der Beobachteten machen lassen und dass die Daten mindestens genauso aufschlussreich sind wie ein Abhören der Inhalte der Kommunikation.

Streit in der Koalition

Das Bundesverfassungsgericht hatte zwar das deutsche Gesetz dazu kassiert, nichtsdestotrotz schreibt die zugrunde liegende EU-Richtlinie von 2006 vor, Telefon- und Internetdaten zu Fahndungszwecken zu speichern. Die Bundesregierung, weder die schwarz-gelbe noch die große Koalition, hat sich bislang auf ein neues Gesetz einigen können. Man wollte die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof im April 2014 abwarten. 

Gerichtsverfahren

Am 8. April 2014 kippte der Europäische Gerichtshof die EU-Richtlinie von 2006. Die Vorratsdatenspeicherung stelle einen "Eingriff von großem Ausmaß und besonderer Schwere in die Grundrechte auf Achtung des Privatlebens" dar, hieß es in dem Urteil. Die Speicherung von Kommunikationsdaten ohne Verdacht auf Straftaten sei nicht mit EU-Recht vereinbar. Bürgerrechtler aus Irland und Österreich hatten zuvor geklagt.

Um zu verdeutlichen, wie genau sich ein Leben abbilden lässt, hat ZEIT ONLINE die Vorratsdaten mit öffentlichen und für jeden problemlos verfügbaren Datensätzen "angereichert": Zu den Bewegungen von Malte Spitz werden seine Tweets und Blogeinträge angezeigt, die er in dieser Zeit geschrieben hat. Ein Verfahren, dass im Zweifel auch Ermittler nutzen würden, um ein Beobachtungsobjekt "aufzuklären".

Um zu belegen, wie genau die Angaben seines Telefons sind, sind auch seinen Termine sichtbar, wie sie auf der Website der Grünen veröffentlicht wurden. Die Orte, die sich im Muster der Funkzellen zeigen, finden sich dort sämtlich wieder.

Ermittler würden noch sehr viel mehr erfahren, als aus unserer Karte zu erkennen ist – denn einen Teil des Datensatzes veröffentlichen wir nicht: Wen Malte Spitz angerufen hat und wer ihn anrief, die Nummern seiner Kontakte also, sind nicht darin enthalten. Diese Informationen würde nicht nur die Privatsphäre sehr vieler Menschen verletzen, sie würden auch – selbst wenn wir die Nummern verschlüsselt hätten – viel zu viel über Malte Spitz verraten.

Denn nicht nur ein Bewegungsprofil lässt sich aus Vorratsdaten erstellen, sondern auch eines der menschlichen Beziehungen. Vorratsdaten zeigen, wer Freund ist und wer Familie, sie bringen geheime Liebschaften ebenso ans Licht wie verborgene Netzwerke.

Malte Spitz ist Politiker und als Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen viel unterwegs. In diesem Punkt ist er sicher kein Durchschnittsbürger. Die Tatsache aber, dass er sein Mobiltelefon häufig nutzt, dass er damit nicht nur telefoniert, sondern SMS verschickt und im Internet surft, ist heute für viele selbstverständlich.

Alle zehn Minuten hat sich sein Gerät bei einer Funkzelle gemeldet – das ist der von Malte Spitz eingestellte Zeitraum, in dem es nach neuen E-Mails sucht. Eine Funktion, die viele Besitzer von Smartphones aktiviert haben. Es ist das Intervall, in dem das Gerät ein halbes Jahr lang Daten gesendet und abgerufen hat. Ausgeschaltet war es selten. Die Bewegungen von Malte Spitz sind insgesamt zu 78 Prozent erfasst worden.

Sechs Monate – so lange sollen nach dem Willen deutscher Politiker Vorratsdaten gespeichert werden. Sechs Monate – das ist auch der Zeitraum, den uns Spitz zur Verfügung gestellt hat. Er genügt völlig, um zu erkennen, dass keine Geheimnisse mehr bleiben. Solange das Telefon angeschaltet ist, enthüllt es das Verhalten seines Besitzers. Und selbst wenn es auch immer wieder mal nicht an ist, können die Informationen ausreichen, um ein klares Profil zu erzeugen. "Flensburg und das BKA"? Heute müsste es wohl heißen: Telekom und BKA, haben unsere Daten da.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ...gruselig. Irgendein Guttenberg-Anhänger aus der Exekutive des Systems sitzt vor meinen Daten und frönt der Information. Sch**************** .

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Isi 1st
    • 24. Februar 2011 14:53 Uhr

    oppassen!
    naja, 1984 ist lange vorbei, aber die Dystopie ist echt!
    George Orwell war ein Seher und wir sind alle blind!

    Dazu kommt demnächst noch IPv6, so dass jeder seine persönliche IP hat,
    der Computer lesbare Personalausweis und die elektronische Krankenkarte…
    und und und

    ...wenn man dann noch sieht, wer oder was uns regiert..!
    (Puh, meine Akte ist bestimmt auch schon recht umfangreich!^^)

    • Mike M.
    • 24. Februar 2011 14:11 Uhr

    ...nur, wenn der Verdacht besteht, dass Herr Spitz z.B. einen Mord oder Totschlag, schwere Straftaten gegen die persönliche Freiheit (z.B. Menschenraub, Geiselnahme etc.), einen Bandendiebstahl (ein normaler Einbruch reicht nicht), schwere Wirtschaftsstraftaten etc. begangen hat. Dann entscheidet ein Richter darüber, ob die Staatsanwaltschaft Einsicht in die Vorratsdaten bekommt. Es dürfte doch niemand ein Problem damit haben, wenn z.B. mit Vorratsdaten die Entführung eines Kindes durch einen Erpresser aufklärt wird. Wenn man jedoch in diesen Fällen den Datenzugriff befürwortet, dann müssen die Daten eben überhaupt gespeichert werden (das werden sie zum Teil auch heute zwecks Rechnungserstellung, wenn man keine Flatrate hat). Wichtig ist nur, dass der Datenbestand technisch ausreichend vor Missbrauch geschützt wird und dass die Zugriffmöglichkeiten wirklich auf Fälle der schweren Kriminalität beschränkt bleiben.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schön wär's. Glauben sie wirklich unsere Administration schert sich einen Teufel um Gesetze, Richtlinien und Moral? Was möglich ist, wird auch gemacht.

    Das wird nicht nur in Einzelfällen gemacht, sondern flächendeckend.

    wie schon zwischendurch bemerkt hat:

    das entscheidende wörtchen ist das "DARF"

    glauben Sie daran, dass dieses wort beispielsweise in pulach ernst genommen wird...???

    • Mike M.
    • 24. Februar 2011 14:36 Uhr

    ordnung. Wenn der Telekommunikationsanbieter die Daten ohne richterlichen Beschluss an Polizei oder Staatsanwaltschaft weitergeben würde, dann begeht er sogar eine Straftat(!). Wegen ein paar Verbrechern riskiert ein deutscher Beamter doch nicht seine Pensionsansprüche. Und glauben Sie nicht, dass sich nicht jeder Verteidiger auf eine unzulässige Datenerhebnung stürzen würde, die er in den Akten findet. Wenn wir über die Vorratsdatenspeicherung diskutieren sollte man das sachlich tun. Nur weil gespeichert wird, stellt man den Bürger noch nicht unter Generalverdacht, weil die Polizei eben an die Daten gar nicht rankommt. Das ist reine (uninformierte oder desinformierende) Panikmache. Gefahren gehen aber von Hackern aus. Wenn sich der Datenbestand technisch nicht effektiv vor Dritten schützen lässt (davon habe ich keine Ahnung), dann muss man die Vorratsdatenspeicherung in der Tat hinterfragen.

    Praktisch rief die örtliche Polizei immer wieder gerne bei den Telekomunikationsunternehmen an um Informationen "auf dem kleinen Dienstweg" zu bekommen, ohne einen Richter zu fragen. Es kursieren ein paar nette Stories im Netz...
    Wegen unklarer Gesetzlage und evtl. Einschüchterung durch die Polizei waren die Telkos auch bereit schnell was rauszurücken.
    Dazu kommt, daß das Ziel der Verhinderung von Straftaten nicht erreicht wurde, bzw. kaum erreicht werden kann. Wenn ein Verdacht besteht, ist Quick Freeze das richtige Verfahren, nicht jeden Bürger dieses Landes einer nachrichtendienstlichen Überwachung zu unterziehen, was einem Generalverdacht gleichkommt.

    oder wenn er Musik und Filme aus dem Netz herunterlädt oder sich politisch betätigt (via Terrorverdacht).
    Solche Fälle gab es schon zur Genüge, selbst zu Zeiten, als es die Vorratsdatenspeicherung noch gar nicht hätte geben dürfen.

    Genau diesen Schutz vor Missbrauch kann uns keiner geben. Schon Wikileaks verdrängt? Spätestens da sollten wir gelernt haben das selbst ein Staat der die Mittel und die Macht hat, es nicht verhindern kann (auch wenn er will). Die Telecom hat auch schon genug Datenlecks gehabt (Wir erinnern uns an die Telefonnummern CDs die zum Kauf angeboten wurden).

    Zu dem geht es um die Daten von 8,1 Millionen Bundesbürgern die missbraucht werden können, aber nur ein Bruchteil ist für Polizei/Staatsanwaltschaft interessant.

    Auch kann man heute schon SIM Karten tauschen ;)

    Es ist schon so gesetzlich geregelt, wie es Mike M. geschildert hat.
    Nur bei schweren Straftaten ist es zulässig, das Ermittlungsbehörden Zugriff auf diese Daten nehmen.
    An unbefugte Dritte dürfen die Provider diese Daten in keinem Fall herausgeben.
    Schön, dann kann man doch beruhigt sein, oder?
    Nur wenn man die letzten Monate ohne Internetzugang auf einer einsamen Insel zugebracht hat.
    Denn ansonsten dürfte man mitbekommen haben, dass umfangreiche, teils als geheim eingestufte Datensätze des amerikanischen Außenministeriums für jeden abrufbar bei Wikileaks zu erhalten sind. Nichts gegen die deutschen Provider und ihre Mitarbeiter, aber weshalb sollte ich zu ihnen mehr Vertrauen haben, als das State Department zu seinen Leuten? Ich befürchte zwar nicht, dass Wikileaks meine vollständigen Bewegungsdaten veröffentlicht, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass solche Datensätze auch für Wirtschaftsspionage recht praktisch sind. Ob Boenig wohl an vollständige Profilen von einigen Leuten bei Airbus Interesse hätte?

    • HeintzR
    • 25. Februar 2011 7:25 Uhr

    "Einsehen kann der Staat diese Daten aber nur, wenn der Verdacht besteht, ..."
    Das ist eine typische Antwort, die von einem Politiker kommen könnte, der das entsprechende Gesetz verteidigt. Diese Daten sind nicht sicher vor Missbrauch, ich würde weitergehen und behauten, die anderweitige Verwendung ist der Grund dafür, dass es ein solches Gesetz überhaupt gibt. Das Gesetz zur Voratsdatenspeicherung wurde doch nicht gemacht, um schwere Kriminalität aufzuklären, das ist bestenfalls ein netter Nebeneffekt (damit das Volk dem zustimmt). Wie auch die andere Formen der Überwachung, man denke nur an das Maut-System, hat das andere Gründe. Man ist eben der Meinung, das Volk flächendeckend überwachen zu müssen. Aber warum sammelt der Staat solche Daten? Aus Angst vor des Volkes Zorn? Die DDR ist (trotz perfekter Überwachung) innerhalb weniger Monate zusammengefallen, die nordafrikanischen Staaten sind es ebenfalls.
    Ich kann Zw.ischen.durch und joG nur zustimmen.

    wie allein in den letzten 2 Jahren durch mehrfachen Datenklau in Millionenhoehe bewiesen wurde. Zudem stieg der genehmigte Zugang zu privaten Daten in erheblichem Umfage. Es erfolgt darueberhinaus keine Information an einen Ueberwachten der gegebenenfalls zu Unrecht in ein Ermittlungsverfahren, verwickelt wurde. Ihr Todschlagargument eroeffnet der Uerberwachung der Privatsphere Tuer und Tor, dies muss unbedingt unterlassen werden. Die Ermittlung und Abwehr von Kriminalitaet, darf keinen hoeheren Stellenwert haben, als die Privatsphere und die Menschenwuerde. Zudem werden private Daten bereits heute millionenfach verkauft, ohne jegliche Zustimmung der Betroffnen. Ein von der Politik gedeckter Skandal. Es gibt bis heute keinerlei Garantien fuer den Buerger, dass seine persoenlichen Daten nicht missbraucht werden.

    • wolla
    • 18. April 2011 16:49 Uhr

    So ein Blödsinn. Jeder Entführer wird sein Telefon eingeschaltet zuhaus liegen lassen und,wenn nötig, ein prepaied oder ein ausländisches Telefon benutzen.
    Das sind so die typischen Gründe, auf die kein rechtschaffender Bürger mit nein antworten kann. Das ist der Sumpf, auf dem Diktaturen wachsen können.
    Und welche der genannten Straftaten ließen sich verhindern, wenn es die Datenspeicherung nicht gäbe ?
    Vielleicht schnappt man damit ein paar Blöde, aber wenn die Polizei die Rechte von Millionen Bürger einschränken müsste, um die paar zu packen, die vielleicht vergessen habe, ihr Telefon auszuschalten, dann müsste man die Polizei weiterbilden.

    • Elite7
    • 21. April 2011 17:17 Uhr

    wenn ich klagen muss, um Einsicht in Daten zu erhalten, die mir eigentlich schon von rechtswegen zustehen. Zweites Problem ist, dass selbst wenn ein Richter über die Einsicht entscheiden muss, so wird er es diese Entscheidung wahrscheinlich in Zukunft häufiger und schneller treffen. Im übrigen wissen wir alle, wie Behörden und Polizei mit Gesetzen umgehen und gerne mal mit unseren Daten jonglieren.

    • 15thMD
    • 31. Oktober 2011 21:20 Uhr

    ...

    richtig müsste es heissen:
    Es wird jeweils angezeigt, wo sich die SIM-Karte (!)aufhielt. Und welche Verbindung mit ihr getätigt wurde.

    Da ich z. B. drei Karten auf meinen Namen laufen habe, die sich an ganz unterschiedlichen Orten aufhalten dürfte eine Aussage über meine jeweiligen Aufenthaltsorte schon mal nicht so treffsicher zu machen sein.

    wenn ein Hacker sich diese Daten unter den Nagel reißt -

    benötigt dieser zur Einsicht dann auch erst das okay eines Richters?

    • joG
    • 24. Februar 2011 14:17 Uhr

    .....werden zunehmend zugänglich und im Nachhinein überprüfbar. Ob das schlecht ist, kommt darauf an, wem sie zugänglich sind, wie man sie einsehen kann, wie ihre Verwendung kontrolliert wird oder wie illegal oder auch nur illegitim erworbene Daten verwendet werden dürfen. Solche Parameter bestimmen das Niveau der von ihnen ausgehenden Gefahr für die Bürger. Wenn bspw illegitim erworbene Daten in Prozessen nicht verwendet werden dürften, wäre die Begehrlichkeit des Staates gestohlene Daten zu erwerben geringer. Darf man sie verwenden, so wird der Staat hohe Kosten für den Erwerb akzeptieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... ist die Verwendung illegal erlangter Erkenntnisse in Deutschland sehr großzügig geregelt - im Gegensatz zu den USA.

    dass die Illegal erlangten Daten ausgerechnet für Gerichtsverfahren verwendet werden ?

    Gibt es nicht auch genügend Kriminelle für welche solche Daten wie ein Lottogewinn wären ?

    Man denke hier nur ein mal daran, dass es in Deutschland nicht möglich ist, den Internetbetrug einzugrenzen. Die Betrüger brauchen ja nur mal einen Umweg über einen ausländischen Server verwenden und schon sind sie "Verschwunden".

  2. Schön wär's. Glauben sie wirklich unsere Administration schert sich einen Teufel um Gesetze, Richtlinien und Moral? Was möglich ist, wird auch gemacht.

    Das wird nicht nur in Einzelfällen gemacht, sondern flächendeckend.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Meine Güte. Jedes Mal wenn hier ein wenig Vernunft aufkeimt, gibt es nur noch eine Antwort in der Kommentarsektion: Die da Oben sind bis ins Mark böse und Teil einer Verschwörung aus Mafia, Bin-Laden, Zionisten, Groß-Kapital und US-Imperialisten. Neuerdings auch gerne Google. Und natürlich kriegen solch kluge Kommentare auch noch haufenweise Leser-Empfehlungen. Es scheint hier viele zu geben, die sich direkt in der Opferrolle sehen.

    Wen interessieren denn bitte die Vorrats-Daten von Idioten? Menschen ohne Lebenserfahrung finden im Netz ein Forum ihre unfundierte Weltsicht kundzutun (mal mehr oder weniger Welt-verschwört), verbringen somit noch mehr Zeit fern ab der Welt die sie eh nicht verstehen. Gefahren-Potential gleich null.

    "Um 15:30 Uhr war jemand der sein Haus bei Google verpixeln lässt beim Bäcker Brötchen kaufen." Dann viel irgendwo in China ein Sack Reis um.

    Bitte achten Sie auf einen sachlichen Argumentationsstil. Danke. Die Redaktion/er

  3. Gar nichts. Wer meint überwacht zu werden, der kann sich über die Technik und die Auswertungsverfahren kundlich machen.

    Danach verhält er/sie sich bewußt "subversif" und führt die Fahnder gezielt auf eine falsche Spur.

    Wir haben andere Probleme im Land, als Panikmache an der Überwachungsfront.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • flusser
    • 24. Februar 2011 16:29 Uhr

    Genau, wir haben ganz andere Probleme im Land:

    Zum Beispiel den Juchtenkäfer im Stuttgarter Schloßgarten oder den dazu gehörenden Bahnhofsbau! Für soetwas tröten die Stuttgarter Ökofundies mit dem scharfen Blick für das Unwesentliche täglich um 19 Uhr mit dem Deppenstreich und gehen ihren Nachbarn auf den Wecker. Bravo!

    Dagegen ist die Generalüberwachung der Bürger durch den Staat und die Wirtschaft natürlich lächerlich, Datenschutz ist Panikmache der Paranoiker!

    NEIN! Datenschutz ist immens wichtig und keineswegs eine Kleinigkeit um die man sich nicht weiter kümmern muss! Schön, daß Zeit-Online diesem Thema mal den gebührenden Platz einräumt: Ganz oben auf der Seite!

    • jw915
    • 10. März 2011 16:51 Uhr

    "Weltweit breiten sich Kulturen aus die unsere fortschritliche Kultur unterdrücken werden"

    Die Fortschrittlichkeit und Menschenrechte, die wir heute in Deutschland genießen sind keine deutschen Errungenschaften, es sind Errungenschaften der anderen westlichen Demokratien, die in der Nachkriegszeit auf Deutschland übertragen wurden.

    "Schwule werden dort gehängt, Frauen unterdrückt, Andergläubige verfolgt."

    Und wenn wir weiter Parteien wie die CDU und CSU regieren lassen und auf unseren Grundrechten herumtrampeln lassen, dann wird das auch wieder in Deutschland passieren.

    In andere Worten, das Problem der Verletzung unserer Grundrechte ist genau das Problem, das Sie auch fürchten. Sie verstehen einfach die Ursachen nicht.

    ... wer nicht überwacht werden möchte, der wird Mittel und Wege finden, sich zu entziehen. Den Terroristen möchte ich sehen, der brav über sein eigenes von ihm angemeldetes Handy die Polizei und den Verfassungsschutz darüber informiert, was er so alles treibt. D.h. gerade in den wichtigen Fällen bei schweren Verbrechen wird es nicht greifen. Also wird es vor allem gegen die Menschen benutzt werden, die sich keiner Schuld bewusst sind und die angeblich nichts zu befürchten haben.

    Es ist doch aber auch eine Sache der Moral und der Intimsphäre, ob man überwacht werden möchte. Wenn man z.B. nichts zu verbergen hat, warum sollte man dann nicht gleich eine Kamera im eigenen Schlafzimmer dulden, deren Daten gespeichert und nur in einem Verdachtsfall ausgewertet werden? Wäre ja nicht schlimm. Sieht ja niemand und wer würde schon diese Daten zurückhalten, wenn es wirklich darum geht, einen Terroranschlag aufzuklären oder ein entführtes Kind wieder zu finden?

    Ich hoffe, das Beispiel macht klar, dass es nicht einfach um die Auswertung der Daten geht und wer wann daran kommen kann, sondern dass es auch um die Privatsphäre und die eigene Selbstbestimmung geht.

  4. Ich kann es nicht mehr hören. Der Verteidungsminister lügt und betrügt. Ist doch eine Sache, wir haben andere Problem. Der Staat überwacht uns flächendecken. Kein Problem, wir haben andere Probleme. Unsere Regierung arbeitet gegen die Bevölkerung und für Konzerne. Kein Problem, wir haben andere Probleme.

    Ja welche denn?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • calmon
    • 24. Februar 2011 17:40 Uhr

    @Zw.ischen.durch
    Das ist für Nicht-Linke Menschen ziemlich einfach zu beantworten:

    Wir sterben langsam aus. 1,38 Kinder pro Frau bedeuten -33% Bevölkerung alle 25 Jahre. Das merkt der deutsche Palin/Guttenberg Hasser und mathematisch eher unbegabte Linke natürlich erst in 25-30 Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge wegsterben und die Bevölkerung jährlich entsprechend abnimmt.

    Weltweit breiten sich Kulturen aus die unsere fortschritliche Kultur unterdrücken werden - Schwule werden dort gehängt, Frauen unterdrückt, Andergläubige verfolgt.

    Das Problem unserer Gesellschaft ist das wir ein haufen gelehrte Linksspinner haben die alles und jeden sofort kritisieren ABER leider die offensichtlichen Tatsachen in der Welt überhaupt nicht verstehen und dabei weiter DENKEN. Das hat nichts mit Wissen zu tun sondern mit logischen Verständniss.

  5. ... ist die Verwendung illegal erlangter Erkenntnisse in Deutschland sehr großzügig geregelt - im Gegensatz zu den USA.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 24. Februar 2011 15:36 Uhr

    ....als ich das schrieb. Es ist oft so, dass man diese Unterschiede nicht kennt und daher die eigene, persönliche Sicherheit vor dem eigenen Staat falsch beurteilt. Dem begegnet man hier wirklich oft und somit einer schrägen Wahrnehmung der Realität.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service