DatenschutzWas Vorratsdaten über uns verraten

Der Chaos Computer Club nennt Handys "Ortungswanzen". Zu Recht, wie unsere interaktive Grafik zeigt: Die Vorratsdaten des Grünenpolitikers Malte Spitz enthüllen sein Leben.

A visualization of data collected by Malte Spitz's mobile phone

A visualization of data collected by Malte Spitz's mobile phone

"Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard, Flensburg und das BKA, haben unsere Daten da", sangen Kraftwerk 1981 in Computerwelt . Es klang damals unglaublich, später bedrohlich, und heute klingt es lächerlich. Denn die Wirklichkeit ist viel banaler. Unsere Telefone sind es, die am meisten über unsere Gewohnheiten verraten. Der Chaos Computer Club nannte die kleinen, mächtigen Computer in unseren Taschen deswegen auch schon "Ortungswanzen".

In einem Gutachten für das Bundesverfassungsgericht hat der Verein im Juni 2009 theoretisch beschrieben , welche Informationen bei der sogenannten Vorratsdatenspeicherung übermittelt werden und was sich daraus alles ablesen lässt . Das Verfassungsgericht hat die damalige Regelung inzwischen gestoppt , aufgegeben aber wurde die Idee von Ermittlern und Politik keineswegs . Zu interessant sind die Möglichkeiten, aus diesen auf den ersten Blick harmlos wirkenden Daten Erkenntnisse zu gewinnen. In den kommenden Wochen will die Bundesregierung über eine neue Regelung entscheiden.

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Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen

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Was genau sich aus den Daten erfahren lässt, das konnten die meisten Menschen bis heute nur in der Theorie sehen, praktische Beispiele gab es nicht. Der Grünenpolitiker Malte Spitz hat sich daher entschlossen, seine Vorratsdaten aus dem Zeitraum August 2009 bis Februar 2010 zu veröffentlichen. Um sie zu überhaupt bekommen, musste er gegen die Telekom klagen .

Die Daten, die ZEIT ONLINE hier zum Download zur Verfügung stellt und die Basis der hier gezeigten interaktiven Karte sind , entstammen einem Exceldokument mit 35.831 Zeilen. Mehr als 35.000 Mal also hat sein Mobiltelefon in diesem halben Jahr Informationen Preis gegeben. Jede einzelne davon ist im Zweifel unbedeutend und harmlos, in der Summe aber ergeben sie das, was Ermittler ein Profil nennen – ein klares Bild über Gewohnheiten und Vorlieben, ja über das gesamte Leben.

Das Profil enthüllt, wann Malte Spitz durch Straßen läuft, wann er Bahn fährt, wann er fliegt. Es zeigt, in welchen Städten und an welchen Orten er sich aufhält. Es zeigt, zu welchen Zeiten er arbeitet und zu welchen er schläft, wann man ihn am besten erreichen kann und wann eher nicht. Es zeigt, wann er lieber telefoniert und wann er lieber eine SMS verschickt und es zeigt, in welchem Biergarten er gerne sitzt. Es zeigt ein Leben.

Vorratsdatenspeicherung

Wer mit wem, wann, wie lange, von wo aus und womit – das ungefähr sind die Informationen, die anhand der Vorratsdatenspeicherung erfasst werden sollen.

Das Gesetz, das das Bundesverfassungsgericht am 2. März 2010 für verfassungswidrig erklärte, war 2008 in Kraft getreten. Es verpflichtete alle Anbieter von Telekommunikation, die mehr als 10.000 Kunden haben, die sogenannten Verbindungsdaten für sechs Monate zu speichern.

Dies bedeutet: Die gesamte Kommunikation und auch alle Kommunikationsversuche via Telefon, SMS, E-Mail oder Internet werden erfasst und sind ein halbes Jahr rückwirkend noch nachvollziehbar. Nicht ihr Inhalt, aber sämtliche Metadaten, die über Art und Umfang des Kontaktes etwas aussagen.

Das Ende der Unschuldsvermutung

Diese Daten sollen, so die Idee des Gesetzgebers, Strafverfolgern zur Verfügung stehen und ihnen vor allem bei der Suche nach Terroristen helfen. Allerdings lassen Schätzungen der Kommunikationsanbieter den Schluss zu, dass sie vor allem dazu dienen, leichtere Vergehen wie illegales Datentauschen, Betrug oder Beleidigungen zu verfolgen.

Unabhängig davon ist der Hauptkritikpunkt, dass mit der Vorratsdatenspeicherung jeder Bürger potenziell verdächtig ist und überwacht wird und dass die Datenspeicherung so dazu beiträgt, die Unschuldsvermutung abzuschaffen.

Außerdem gibt es Studien, die zeigen, dass sich anhand von solchen Verbindungsdaten detaillierte Aussagen über das Verhalten der Beobachteten machen lassen und dass die Daten mindestens genauso aufschlussreich sind, wie ein Abhören der Inhalte der Kommunikation.

Um zu verdeutlichen, wie genau sich ein Leben abbilden lässt, hat ZEIT ONLINE die Vorratsdaten mit öffentlichen und für jeden problemlos verfügbaren Datensätzen "angereichert": Zu den Bewegungen von Malte Spitz werden seine Tweets und Blogeinträge angezeigt, die er in dieser Zeit geschrieben hat. Ein Verfahren, dass im Zweifel auch Ermittler nutzen würden, um ein Beobachtungsobjekt "aufzuklären".

Um zu belegen, wie genau die Angaben seines Telefons sind, sind auch seinen Termine sichtbar, wie sie auf der Website der Grünen veröffentlicht wurden. Die Orte, die sich im Muster der Funkzellen zeigen, finden sich dort sämtlich wieder.

Leserkommentare
  1. Ich kann es nicht mehr hören. Der Verteidungsminister lügt und betrügt. Ist doch eine Sache, wir haben andere Problem. Der Staat überwacht uns flächendecken. Kein Problem, wir haben andere Probleme. Unsere Regierung arbeitet gegen die Bevölkerung und für Konzerne. Kein Problem, wir haben andere Probleme.

    Ja welche denn?

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    • calmon
    • 24.02.2011 um 17:40 Uhr

    @Zw.ischen.durch
    Das ist für Nicht-Linke Menschen ziemlich einfach zu beantworten:

    Wir sterben langsam aus. 1,38 Kinder pro Frau bedeuten -33% Bevölkerung alle 25 Jahre. Das merkt der deutsche Palin/Guttenberg Hasser und mathematisch eher unbegabte Linke natürlich erst in 25-30 Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge wegsterben und die Bevölkerung jährlich entsprechend abnimmt.

    Weltweit breiten sich Kulturen aus die unsere fortschritliche Kultur unterdrücken werden - Schwule werden dort gehängt, Frauen unterdrückt, Andergläubige verfolgt.

    Das Problem unserer Gesellschaft ist das wir ein haufen gelehrte Linksspinner haben die alles und jeden sofort kritisieren ABER leider die offensichtlichen Tatsachen in der Welt überhaupt nicht verstehen und dabei weiter DENKEN. Das hat nichts mit Wissen zu tun sondern mit logischen Verständniss.

    • calmon
    • 24.02.2011 um 17:40 Uhr

    @Zw.ischen.durch
    Das ist für Nicht-Linke Menschen ziemlich einfach zu beantworten:

    Wir sterben langsam aus. 1,38 Kinder pro Frau bedeuten -33% Bevölkerung alle 25 Jahre. Das merkt der deutsche Palin/Guttenberg Hasser und mathematisch eher unbegabte Linke natürlich erst in 25-30 Jahren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge wegsterben und die Bevölkerung jährlich entsprechend abnimmt.

    Weltweit breiten sich Kulturen aus die unsere fortschritliche Kultur unterdrücken werden - Schwule werden dort gehängt, Frauen unterdrückt, Andergläubige verfolgt.

    Das Problem unserer Gesellschaft ist das wir ein haufen gelehrte Linksspinner haben die alles und jeden sofort kritisieren ABER leider die offensichtlichen Tatsachen in der Welt überhaupt nicht verstehen und dabei weiter DENKEN. Das hat nichts mit Wissen zu tun sondern mit logischen Verständniss.

  2. Schön wär's. Glauben sie wirklich unsere Administration schert sich einen Teufel um Gesetze, Richtlinien und Moral? Was möglich ist, wird auch gemacht.

    Das wird nicht nur in Einzelfällen gemacht, sondern flächendeckend.

    16 Leserempfehlungen
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    Meine Güte. Jedes Mal wenn hier ein wenig Vernunft aufkeimt, gibt es nur noch eine Antwort in der Kommentarsektion: Die da Oben sind bis ins Mark böse und Teil einer Verschwörung aus Mafia, Bin-Laden, Zionisten, Groß-Kapital und US-Imperialisten. Neuerdings auch gerne Google. Und natürlich kriegen solch kluge Kommentare auch noch haufenweise Leser-Empfehlungen. Es scheint hier viele zu geben, die sich direkt in der Opferrolle sehen.

    Wen interessieren denn bitte die Vorrats-Daten von Idioten? Menschen ohne Lebenserfahrung finden im Netz ein Forum ihre unfundierte Weltsicht kundzutun (mal mehr oder weniger Welt-verschwört), verbringen somit noch mehr Zeit fern ab der Welt die sie eh nicht verstehen. Gefahren-Potential gleich null.

    "Um 15:30 Uhr war jemand der sein Haus bei Google verpixeln lässt beim Bäcker Brötchen kaufen." Dann viel irgendwo in China ein Sack Reis um.

    Bitte achten Sie auf einen sachlichen Argumentationsstil. Danke. Die Redaktion/er

    Meine Güte. Jedes Mal wenn hier ein wenig Vernunft aufkeimt, gibt es nur noch eine Antwort in der Kommentarsektion: Die da Oben sind bis ins Mark böse und Teil einer Verschwörung aus Mafia, Bin-Laden, Zionisten, Groß-Kapital und US-Imperialisten. Neuerdings auch gerne Google. Und natürlich kriegen solch kluge Kommentare auch noch haufenweise Leser-Empfehlungen. Es scheint hier viele zu geben, die sich direkt in der Opferrolle sehen.

    Wen interessieren denn bitte die Vorrats-Daten von Idioten? Menschen ohne Lebenserfahrung finden im Netz ein Forum ihre unfundierte Weltsicht kundzutun (mal mehr oder weniger Welt-verschwört), verbringen somit noch mehr Zeit fern ab der Welt die sie eh nicht verstehen. Gefahren-Potential gleich null.

    "Um 15:30 Uhr war jemand der sein Haus bei Google verpixeln lässt beim Bäcker Brötchen kaufen." Dann viel irgendwo in China ein Sack Reis um.

    Bitte achten Sie auf einen sachlichen Argumentationsstil. Danke. Die Redaktion/er

  3. ...nur, wenn der Verdacht besteht, dass Herr Spitz z.B. einen Mord oder Totschlag, schwere Straftaten gegen die persönliche Freiheit (z.B. Menschenraub, Geiselnahme etc.), einen Bandendiebstahl (ein normaler Einbruch reicht nicht), schwere Wirtschaftsstraftaten etc. begangen hat. Dann entscheidet ein Richter darüber, ob die Staatsanwaltschaft Einsicht in die Vorratsdaten bekommt. Es dürfte doch niemand ein Problem damit haben, wenn z.B. mit Vorratsdaten die Entführung eines Kindes durch einen Erpresser aufklärt wird. Wenn man jedoch in diesen Fällen den Datenzugriff befürwortet, dann müssen die Daten eben überhaupt gespeichert werden (das werden sie zum Teil auch heute zwecks Rechnungserstellung, wenn man keine Flatrate hat). Wichtig ist nur, dass der Datenbestand technisch ausreichend vor Missbrauch geschützt wird und dass die Zugriffmöglichkeiten wirklich auf Fälle der schweren Kriminalität beschränkt bleiben.

    10 Leserempfehlungen
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    Schön wär's. Glauben sie wirklich unsere Administration schert sich einen Teufel um Gesetze, Richtlinien und Moral? Was möglich ist, wird auch gemacht.

    Das wird nicht nur in Einzelfällen gemacht, sondern flächendeckend.

    wie schon zwischendurch bemerkt hat:

    das entscheidende wörtchen ist das "DARF"

    glauben Sie daran, dass dieses wort beispielsweise in pulach ernst genommen wird...???

    ordnung. Wenn der Telekommunikationsanbieter die Daten ohne richterlichen Beschluss an Polizei oder Staatsanwaltschaft weitergeben würde, dann begeht er sogar eine Straftat(!). Wegen ein paar Verbrechern riskiert ein deutscher Beamter doch nicht seine Pensionsansprüche. Und glauben Sie nicht, dass sich nicht jeder Verteidiger auf eine unzulässige Datenerhebnung stürzen würde, die er in den Akten findet. Wenn wir über die Vorratsdatenspeicherung diskutieren sollte man das sachlich tun. Nur weil gespeichert wird, stellt man den Bürger noch nicht unter Generalverdacht, weil die Polizei eben an die Daten gar nicht rankommt. Das ist reine (uninformierte oder desinformierende) Panikmache. Gefahren gehen aber von Hackern aus. Wenn sich der Datenbestand technisch nicht effektiv vor Dritten schützen lässt (davon habe ich keine Ahnung), dann muss man die Vorratsdatenspeicherung in der Tat hinterfragen.

    oder wenn er Musik und Filme aus dem Netz herunterlädt oder sich politisch betätigt (via Terrorverdacht).
    Solche Fälle gab es schon zur Genüge, selbst zu Zeiten, als es die Vorratsdatenspeicherung noch gar nicht hätte geben dürfen.

    Es ist schon so gesetzlich geregelt, wie es Mike M. geschildert hat.
    Nur bei schweren Straftaten ist es zulässig, das Ermittlungsbehörden Zugriff auf diese Daten nehmen.
    An unbefugte Dritte dürfen die Provider diese Daten in keinem Fall herausgeben.
    Schön, dann kann man doch beruhigt sein, oder?
    Nur wenn man die letzten Monate ohne Internetzugang auf einer einsamen Insel zugebracht hat.
    Denn ansonsten dürfte man mitbekommen haben, dass umfangreiche, teils als geheim eingestufte Datensätze des amerikanischen Außenministeriums für jeden abrufbar bei Wikileaks zu erhalten sind. Nichts gegen die deutschen Provider und ihre Mitarbeiter, aber weshalb sollte ich zu ihnen mehr Vertrauen haben, als das State Department zu seinen Leuten? Ich befürchte zwar nicht, dass Wikileaks meine vollständigen Bewegungsdaten veröffentlicht, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass solche Datensätze auch für Wirtschaftsspionage recht praktisch sind. Ob Boenig wohl an vollständige Profilen von einigen Leuten bei Airbus Interesse hätte?

    Praktisch rief die örtliche Polizei immer wieder gerne bei den Telekomunikationsunternehmen an um Informationen "auf dem kleinen Dienstweg" zu bekommen, ohne einen Richter zu fragen. Es kursieren ein paar nette Stories im Netz...
    Wegen unklarer Gesetzlage und evtl. Einschüchterung durch die Polizei waren die Telkos auch bereit schnell was rauszurücken.
    Dazu kommt, daß das Ziel der Verhinderung von Straftaten nicht erreicht wurde, bzw. kaum erreicht werden kann. Wenn ein Verdacht besteht, ist Quick Freeze das richtige Verfahren, nicht jeden Bürger dieses Landes einer nachrichtendienstlichen Überwachung zu unterziehen, was einem Generalverdacht gleichkommt.

    "Einsehen kann der Staat diese Daten aber nur, wenn der Verdacht besteht, ..."
    Das ist eine typische Antwort, die von einem Politiker kommen könnte, der das entsprechende Gesetz verteidigt. Diese Daten sind nicht sicher vor Missbrauch, ich würde weitergehen und behauten, die anderweitige Verwendung ist der Grund dafür, dass es ein solches Gesetz überhaupt gibt. Das Gesetz zur Voratsdatenspeicherung wurde doch nicht gemacht, um schwere Kriminalität aufzuklären, das ist bestenfalls ein netter Nebeneffekt (damit das Volk dem zustimmt). Wie auch die andere Formen der Überwachung, man denke nur an das Maut-System, hat das andere Gründe. Man ist eben der Meinung, das Volk flächendeckend überwachen zu müssen. Aber warum sammelt der Staat solche Daten? Aus Angst vor des Volkes Zorn? Die DDR ist (trotz perfekter Überwachung) innerhalb weniger Monate zusammengefallen, die nordafrikanischen Staaten sind es ebenfalls.
    Ich kann Zw.ischen.durch und joG nur zustimmen.

    Schön wär's. Glauben sie wirklich unsere Administration schert sich einen Teufel um Gesetze, Richtlinien und Moral? Was möglich ist, wird auch gemacht.

    Das wird nicht nur in Einzelfällen gemacht, sondern flächendeckend.

    wie schon zwischendurch bemerkt hat:

    das entscheidende wörtchen ist das "DARF"

    glauben Sie daran, dass dieses wort beispielsweise in pulach ernst genommen wird...???

    ordnung. Wenn der Telekommunikationsanbieter die Daten ohne richterlichen Beschluss an Polizei oder Staatsanwaltschaft weitergeben würde, dann begeht er sogar eine Straftat(!). Wegen ein paar Verbrechern riskiert ein deutscher Beamter doch nicht seine Pensionsansprüche. Und glauben Sie nicht, dass sich nicht jeder Verteidiger auf eine unzulässige Datenerhebnung stürzen würde, die er in den Akten findet. Wenn wir über die Vorratsdatenspeicherung diskutieren sollte man das sachlich tun. Nur weil gespeichert wird, stellt man den Bürger noch nicht unter Generalverdacht, weil die Polizei eben an die Daten gar nicht rankommt. Das ist reine (uninformierte oder desinformierende) Panikmache. Gefahren gehen aber von Hackern aus. Wenn sich der Datenbestand technisch nicht effektiv vor Dritten schützen lässt (davon habe ich keine Ahnung), dann muss man die Vorratsdatenspeicherung in der Tat hinterfragen.

    oder wenn er Musik und Filme aus dem Netz herunterlädt oder sich politisch betätigt (via Terrorverdacht).
    Solche Fälle gab es schon zur Genüge, selbst zu Zeiten, als es die Vorratsdatenspeicherung noch gar nicht hätte geben dürfen.

    Es ist schon so gesetzlich geregelt, wie es Mike M. geschildert hat.
    Nur bei schweren Straftaten ist es zulässig, das Ermittlungsbehörden Zugriff auf diese Daten nehmen.
    An unbefugte Dritte dürfen die Provider diese Daten in keinem Fall herausgeben.
    Schön, dann kann man doch beruhigt sein, oder?
    Nur wenn man die letzten Monate ohne Internetzugang auf einer einsamen Insel zugebracht hat.
    Denn ansonsten dürfte man mitbekommen haben, dass umfangreiche, teils als geheim eingestufte Datensätze des amerikanischen Außenministeriums für jeden abrufbar bei Wikileaks zu erhalten sind. Nichts gegen die deutschen Provider und ihre Mitarbeiter, aber weshalb sollte ich zu ihnen mehr Vertrauen haben, als das State Department zu seinen Leuten? Ich befürchte zwar nicht, dass Wikileaks meine vollständigen Bewegungsdaten veröffentlicht, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass solche Datensätze auch für Wirtschaftsspionage recht praktisch sind. Ob Boenig wohl an vollständige Profilen von einigen Leuten bei Airbus Interesse hätte?

    Praktisch rief die örtliche Polizei immer wieder gerne bei den Telekomunikationsunternehmen an um Informationen "auf dem kleinen Dienstweg" zu bekommen, ohne einen Richter zu fragen. Es kursieren ein paar nette Stories im Netz...
    Wegen unklarer Gesetzlage und evtl. Einschüchterung durch die Polizei waren die Telkos auch bereit schnell was rauszurücken.
    Dazu kommt, daß das Ziel der Verhinderung von Straftaten nicht erreicht wurde, bzw. kaum erreicht werden kann. Wenn ein Verdacht besteht, ist Quick Freeze das richtige Verfahren, nicht jeden Bürger dieses Landes einer nachrichtendienstlichen Überwachung zu unterziehen, was einem Generalverdacht gleichkommt.

    "Einsehen kann der Staat diese Daten aber nur, wenn der Verdacht besteht, ..."
    Das ist eine typische Antwort, die von einem Politiker kommen könnte, der das entsprechende Gesetz verteidigt. Diese Daten sind nicht sicher vor Missbrauch, ich würde weitergehen und behauten, die anderweitige Verwendung ist der Grund dafür, dass es ein solches Gesetz überhaupt gibt. Das Gesetz zur Voratsdatenspeicherung wurde doch nicht gemacht, um schwere Kriminalität aufzuklären, das ist bestenfalls ein netter Nebeneffekt (damit das Volk dem zustimmt). Wie auch die andere Formen der Überwachung, man denke nur an das Maut-System, hat das andere Gründe. Man ist eben der Meinung, das Volk flächendeckend überwachen zu müssen. Aber warum sammelt der Staat solche Daten? Aus Angst vor des Volkes Zorn? Die DDR ist (trotz perfekter Überwachung) innerhalb weniger Monate zusammengefallen, die nordafrikanischen Staaten sind es ebenfalls.
    Ich kann Zw.ischen.durch und joG nur zustimmen.

  4. ...gruselig. Irgendein Guttenberg-Anhänger aus der Exekutive des Systems sitzt vor meinen Daten und frönt der Information. Sch**************** .

    9 Leserempfehlungen
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    oppassen!
    naja, 1984 ist lange vorbei, aber die Dystopie ist echt!
    George Orwell war ein Seher und wir sind alle blind!

    Dazu kommt demnächst noch IPv6, so dass jeder seine persönliche IP hat,
    der Computer lesbare Personalausweis und die elektronische Krankenkarte…
    und und und

    ...wenn man dann noch sieht, wer oder was uns regiert..!
    (Puh, meine Akte ist bestimmt auch schon recht umfangreich!^^)

    oppassen!
    naja, 1984 ist lange vorbei, aber die Dystopie ist echt!
    George Orwell war ein Seher und wir sind alle blind!

    Dazu kommt demnächst noch IPv6, so dass jeder seine persönliche IP hat,
    der Computer lesbare Personalausweis und die elektronische Krankenkarte…
    und und und

    ...wenn man dann noch sieht, wer oder was uns regiert..!
    (Puh, meine Akte ist bestimmt auch schon recht umfangreich!^^)

  5. wie schon zwischendurch bemerkt hat:

    das entscheidende wörtchen ist das "DARF"

    glauben Sie daran, dass dieses wort beispielsweise in pulach ernst genommen wird...???

    6 Leserempfehlungen
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    Aber dann schön jammern, wenn die Strafverfolgungsbehörden nichts tun können. Als die Daten noch wegen der Abrechung in vor-flatrate-Zeiten gespeichert wurden, fand das jeder völlig okay, die Einzelgesprächsauflistung sogar superpraktisch. Jetzt wird ein Riesendrama daraus gemacht. Wenn die Daten nur auf irgendeinem Server schlummern, sind wir vom gläsernden Bürger und dem Generalverdacht weit entfernt. Das bloße Speichern und die Frage eines Zugriffs sind zwei paar Schuhe. Alles andere ist Desinformation. Dass "die örtliche Polizei immer wieder gerne bei den Telekomunikationsunternehmen an(ruft) um Informationen auf dem kleinen Dienstweg zu bekommen" (Kommentar 13), hat der Autor wohl aus dem Tatort. Wenn so etwas passiert, würden sich alle Beteiligten strafbar machen! Wenn Sie von einem entsprechenden Fall Kenntnis erlangt haben, zeigen Sie die Beteiligten doch an! Auch Stasivergleiche (Kommentar 16) sind völlig daneben, weil die Stasi für den Zugriff überhaupt keine Verdachtsschwellen, keine richterliche Anordnung etc. brauchte und sogar Gesprächsinhalte abhören konnte. Auf Handys können Kriminelle jedenfalls nicht verzichten (zu Kommentar 11). Ich finde es deshalb sehr sinnvoll, wenn die Staatsanwaltschaft im Nachhinein, nachdem ein entsprechender richterlicher Beschluss ergangen ist, z.B. nachprüfen kann, woher ein Geiselnehmer seinen letzten Erpresseranruf getätigt hat, um ihn dingfest zu machen und das Entführungsopfer, falls es noch lebt, zu retten.

    Aber dann schön jammern, wenn die Strafverfolgungsbehörden nichts tun können. Als die Daten noch wegen der Abrechung in vor-flatrate-Zeiten gespeichert wurden, fand das jeder völlig okay, die Einzelgesprächsauflistung sogar superpraktisch. Jetzt wird ein Riesendrama daraus gemacht. Wenn die Daten nur auf irgendeinem Server schlummern, sind wir vom gläsernden Bürger und dem Generalverdacht weit entfernt. Das bloße Speichern und die Frage eines Zugriffs sind zwei paar Schuhe. Alles andere ist Desinformation. Dass "die örtliche Polizei immer wieder gerne bei den Telekomunikationsunternehmen an(ruft) um Informationen auf dem kleinen Dienstweg zu bekommen" (Kommentar 13), hat der Autor wohl aus dem Tatort. Wenn so etwas passiert, würden sich alle Beteiligten strafbar machen! Wenn Sie von einem entsprechenden Fall Kenntnis erlangt haben, zeigen Sie die Beteiligten doch an! Auch Stasivergleiche (Kommentar 16) sind völlig daneben, weil die Stasi für den Zugriff überhaupt keine Verdachtsschwellen, keine richterliche Anordnung etc. brauchte und sogar Gesprächsinhalte abhören konnte. Auf Handys können Kriminelle jedenfalls nicht verzichten (zu Kommentar 11). Ich finde es deshalb sehr sinnvoll, wenn die Staatsanwaltschaft im Nachhinein, nachdem ein entsprechender richterlicher Beschluss ergangen ist, z.B. nachprüfen kann, woher ein Geiselnehmer seinen letzten Erpresseranruf getätigt hat, um ihn dingfest zu machen und das Entführungsopfer, falls es noch lebt, zu retten.

    • Hermez
    • 24.02.2011 um 14:31 Uhr

    ...der potentielle Missbrauch dieser Daten ist in jedem fall gegeben.
    Die Verhinderungvon Straftaten ist meiner Meinung nach marginal.
    Kriminelle wissen längst um diese "Gefahr" und werden es tunlichst vermeiden sich durch Handy Gebrauch erwischen zu lassen, genauso wie durch die Benutzung von Kreditkarten.
    Es ist m.E. nur ein weiterer Schritt zum "gläsernen Bürger"

    6 Leserempfehlungen
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    • drb
    • 03.03.2011 um 15:05 Uhr

    wird beides verlieren

    oder im längeren Originalzitat

    Those who would give up essential Liberty to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety

    Diejenigen, die für ein wenig vorübergehende Sicherheit grundlegende Freiheiten aufgeben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit

    Benjamin Franklin

    Diese Zitat sagt alles aus!

    • drb
    • 03.03.2011 um 15:05 Uhr

    wird beides verlieren

    oder im längeren Originalzitat

    Those who would give up essential Liberty to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety

    Diejenigen, die für ein wenig vorübergehende Sicherheit grundlegende Freiheiten aufgeben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit

    Benjamin Franklin

    Diese Zitat sagt alles aus!

  6. oppassen!
    naja, 1984 ist lange vorbei, aber die Dystopie ist echt!
    George Orwell war ein Seher und wir sind alle blind!

    Dazu kommt demnächst noch IPv6, so dass jeder seine persönliche IP hat,
    der Computer lesbare Personalausweis und die elektronische Krankenkarte…
    und und und

    ...wenn man dann noch sieht, wer oder was uns regiert..!
    (Puh, meine Akte ist bestimmt auch schon recht umfangreich!^^)

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Einfach nur..."
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    Hoffnung macht dagegen die totale Inkompetenz der Überwacher. Wie lange hat es gedauert, den E-Personalausweis zu hacken? 16 Stunden? Und die elektronischen Wahlautomaten? Nicht einmal 3 Tage...
    Solange unfähige Trottel dieses Land regieren, liegt die größte Gefahr wohl eher im privaten Bereich; etwa kann jeder Abmahnanwalt diese Daten aufgrund einer Gesetzeslücke (die ich nicht ganz verstehe - läuft über Akteneinsicht bei Ermittlungen) diese Daten einsehen.

    Andererseits: war der Staat nich ein mal dafür da, das Recht, Würde und die Freiheit der Menschen in diesem Lande zu schützen, statt eine Gefahr für sie darzustellen? Vielleicht wird´s mal wieder Zeit für einen Sturm auf die Bastille; immerhin zeigt man uns ja gerade im arabischen Raum, wie so was funktioniert.

    Hoffnung macht dagegen die totale Inkompetenz der Überwacher. Wie lange hat es gedauert, den E-Personalausweis zu hacken? 16 Stunden? Und die elektronischen Wahlautomaten? Nicht einmal 3 Tage...
    Solange unfähige Trottel dieses Land regieren, liegt die größte Gefahr wohl eher im privaten Bereich; etwa kann jeder Abmahnanwalt diese Daten aufgrund einer Gesetzeslücke (die ich nicht ganz verstehe - läuft über Akteneinsicht bei Ermittlungen) diese Daten einsehen.

    Andererseits: war der Staat nich ein mal dafür da, das Recht, Würde und die Freiheit der Menschen in diesem Lande zu schützen, statt eine Gefahr für sie darzustellen? Vielleicht wird´s mal wieder Zeit für einen Sturm auf die Bastille; immerhin zeigt man uns ja gerade im arabischen Raum, wie so was funktioniert.

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