Ein als Facebook-Profil Verkleideter beim Karneval in Rio zeigt den "I like"-Daumen © ANTONIO SCORZA/AFP/Getty Images

Auf vielen Websites ist er inzwischen eingebaut: Der kleine "Gefällt mir"-Knopf von Facebook . Bild.de hat ihn schon lange, Stern.de hat ihn vor einigen Monaten eingebaut, Spiegel Online hat sich vergangene Woche dafür entschieden. Auch viele Blogger und Online-Shops setzen inzwischen auf die Möglichkeit, sich mit dem großen Netzwerk zu verbinden.

Praktisch für sie: Klickt ein Facebook-Mitglied auf den Button, wird zugleich ein Beitrag mit Titel, Unterzeile und Bild auf der Profilseite veröffentlicht .

Branchengerüchten zufolge können die Besucherzahlen dank des Knopfes um bis zu das Sechsfache steigen. Und selbst große Seiten profitieren davon nicht unerheblich.

Vor allem aber gewinnt Facebook. Dem Unternehmen gehe es darum, seinen Knopf so breit wie möglich im Internet zu streuen, sagt der niederländische Sozialwissenschaftler Arnold Roosendaal . Ob er tatsächlich angeklickt werde, sei dabei weniger wichtig.

Viel wichtiger ist, dass er einen Zugang zu den Daten der Seite ermöglicht. Facebook kann dank seiner die Benutzerströme auf der Seite messen und noch dazu jeden Nutzer mit einem Facebook-Account, so er gerade eingeloggt ist, identifizieren. Ein Besuch auf einer Website, die den "Gefällt mir"-Knopf nutzt, genügt dafür bereits. So erfährt das Netzwerk, was Nutzer außerhalb der eigenen Server so tun und bekommt ein umfangreiches Profil seiner Mitglieder.

Für die Seitenbetreiber kann das hinderlich sein, lädt der Knopf doch im Hintergrund diverse Scripte nach – das bedeutet, er verbindet sich ständig mit Facebook-Servern und überträgt Daten, was die Seite im Zweifel langsamer macht.

Problematischer aber ist es wohl für die Nutzer von Facebook. "Facebooks Fangarme reichen weit über die eigenen Plattform und die eigenen Mitglieder hinaus ", sagt Roosendaal. Sobald die Webaktivitäten einem einzelnen Facebook-Konto zugeordnet werden können, ist ein Internetnutzer mit seinen Aktivitäten und Interessen für Facebook namentlich identifizierbar.

Ob Facebook damit auch gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt, wird derzeit geprüft. Ein Onlinehändler wurde bereits abgemahnt , weil er in seiner Datenschutzerklärung nicht über die Verwendung des Buttons informiert hatte.

Das Verfahren läuft noch, aber es könnte nur der Anfang sein. Zahlreiche Websites informieren in ihren Datenschutzerklärungen noch nicht über den Einbau des Plugins – und was es für die Nutzer bedeutet.