VorratsdateniPhone und iPad speichern Bewegungsprofile

Applegeräte merken sich, wann ein Nutzer wo war. Zwei Programmierer haben die Datei entdeckt und eine Anwendung gebaut, mit der jeder seine Vorratsdaten ansehen kann. von  und

Bewegungsprofil eines iPhones im Raum London

Bewegungsprofil eines iPhones im Raum London  |  © Alasdair Allan/Screenshot ZEIT ONLINE

Dass Smartphones Ortungswanzen sind, wie der Chaos Computer Club sie nennt, dürfte vielen Nutzern längst klar sein. Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Gerät, das ständig seinen Aufenthaltsort kennt, sich diesen auch merkt. Trotzdem erzeugt es ein ungutes Gefühl, wenn Entdeckungen wie die folgenden bekannt werden: iPhone und iPad speichern sämtliche aufgezeichneten Ortungsdaten und übertragen sie an den Rechner des Nutzers, sobald der sein Smartphone oder seinen Tabletcomputer mithilfe der Software iTunes aktualisiert und abgleicht. Das berichteten die beiden Programmierer Alasdair Allan und Pete Warden gerade auf der Konferenz Where 2.0 im kalifornischen Santa Clara .

Die beiden haben ein Programm namens iPhone-Tracker geschrieben , mit dem jeder Apple-Nutzer die über ihn gespeicherten Positionsdaten auslesen und auf einer Karte darstellen kann.

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Die Daten ähneln denen, die in Deutschland im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung für heftige politische Diskussionen sorgen. Denn Mobilfunk-Provider speichern, von wo und wann welches Handy auf das Funknetz zugriff. Sie tun das unter anderem für die Abrechnung der Kosten beim Kunden, meist bis zu 90 Tage. Die EU verlangt sogar mindestens ein halbes Jahr Speicherfrist, damit die Polizei in bestimmten Fällen die Daten für Ermittlungen verwenden kann. Datenschützer halten das für eine anlasslose Totalüberwachung. Um das Problem darzustellen, visualisierte ZEIT ONLINE in einer interaktiven Grafik die Kommunikationsdaten des Grünen-Politikers Malte Spitz.

Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen

Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Was iPhone und iPad aufzeichnen, ist diesen sogenannten Vorratsdaten recht ähnlich. Die Geräte speichern Längen- und Breitengrad basierend auf der Position von Handyfunkzellen. "Das ist weniger Präzise als mit GPS, aber verbraucht wahrscheinlich weniger Strom", schreibt Allan auf seiner Website. Außerdem enthält die Datei zu jeder Position einen Zeitstempel in Sekunden, gerechnet vom 1. Januar 2001 an.

Wie häufig das Gerät diese Daten ablegt, ist unterschiedlich, wahrscheinlich jedoch geschieht es bei jedem Einloggen in eine neue Funkzelle. Laut Allan und Warden ist diese Funktion erst in dem neuen Betriebssystem iOS 4 enthalten, frühere Versionen speicherten die Daten nicht. Im Zweifel also wird seit etwa einem Jahr aufgezeichnet, wo sich jemand aufhielt.

Die Daten sind nicht verschlüsselt, sondern liegen offen in einem XML-Format vor, berichteten die beiden Programmierer. Was auch bedeutet, dass jeder, der Zugriff auf das Gerät selbst oder den Computer hat, mit dem es synchronisiert wurde, sie einsehen kann. Beispielsweise Lebensgefährten oder Freunde. Apple dagegen scheint die Daten nicht abzurufen, zumindest sagen Allan und Warden, dass sie keine Belege gefunden hätten, dass die Datei an Apple geschickt wird.

Warum aber werden diese Informationen überhaupt gespeichert? Eine Erklärung von Apple gibt es dazu bislang nicht. Allan und Warden spekulieren , dass Apple künftig irgendwelche Anwendungen plant, die darauf aufbauen. Sicher jedoch sind sie sich, dass die Speicherung kein Zufall ist – immerhin würde die Datei gezielt bei jeder Synchronisation aktualisiert und auch auf neue Geräte übertragen.

Leserkommentare
    • jagu
    • 21. April 2011 11:42 Uhr

    Wie doof kann man nur sein, für eine Haustür das doppelte zu zahlen um sie dann nicht abzuschließen, weil einem ein Einbrecher mal versichert hat, dass er nie etwas klauen werde.

    Aber ok, nichts wird so vehement und unsachlich verteidigt, wie eine falsche (Kauf-)Entscheidung.

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    • CM
    • 21. April 2011 11:55 Uhr

    Die anderen Hersteller machen das vermutlich genauso - sie wurden nur nicht so schnell öffentlich vorgestellt. Das ist Apples berühmte Benutzerfreundlichkeit und gilt offenbar auch für Hacker.

  1. Am Ende haben wir nur noch die Wahl zwischen Google Symbian, Windows Mobile und Apple.

    Am Ende haben wir nur noch die Wahl zwischen Datenkrake, Datenkrake und Datenkrake.

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    Mein Handy ist aus dem Jahre 2000.

    Internet ist deaktiviert, ich benutze es auch nur für Anrufe und SMS, manchmal als MP3-Player.

    Als Ersatz für das Fehlen des ganzen neumodischen SchnickSchnacks habe ich weniger Angst vor Google und Apple.

    Aber ich finde, Apple-Kunden haben eh jedes Beschwerde-Recht mit Kauf des Gerätes verspielt. Dass Apple Daten sammelt, wo es nur geht, ist wohl keinem neu. Dass die Geräte technisch nicht spitze sind, ist auch bekannt. Dass man für den Namen und das Apfel-Logo nochmal nen 100er extra zahlt ebenso. Und einzig der App-Store als großes Plus reisst es dann auch nicht raus.

    Beim iPhone braucht man sogar eine App, um MP3-Dateien als Klingelton einzustellen. Und ohne Jail-Break kostet dieses "Programm" auch noch Geld!

    Oder das iPad, ein Tablet-"PC" OHNE USB-SCHNITTSTELLE! Solang mein Tisch nicht wackelt, brauch ich sowas auch nicht.

    Vergessen sie bitte RIM (Research in Motion) nicht - aus Kanada.

    Allgemein eher unter dem Namen BlackBerry bekannt - ja, BlackBerrys sind kein Spielzeug sondern Werkzeug, aber dafür arbeiten sie zuverlässig und relativ unzerstörbar.
    Meines ist nun 3 Jahre alt und arbeitet munter weiter.

    Die Sicherheitsanforderungen sind bei diesen Geräten ebenfalls wesentlich höher da der Hauptmarkt Geschäftskunden sind die ihre Informationen nicht in aller Welt wissen wollen.

  2. man zahlt hunderte von euros um dann ausspioniert zu werden. ein total praktischer nebeneffekt. :D
    @jagu: de, kann ic hnur zustimmen.

    • CM
    • 21. April 2011 11:53 Uhr

    Mich wundert nur, daß Apple offenbar wenig getan hat, um die eingebaute Vorratsdatenspeicherung zu tarnen. Ansonsten wundert mich nichts mehr.

    Wer heute ein Handy kauft, kauft Technik von Datenkraken wie Google und Apple. Mich würde keineswegs wundern, wenn die Handy-Hersteller ähnlich wie die Netzbetreiber freundlich zur Zusammenarbeit mit Sicherheitskräften mehrerer Nationen aufgefordert werden - oder Hilfe bei der Entwicklung erhalten, als Co-Finanzierung oder in Form von Software.

    Daher sollte man sich zumindest in einer kleinen Glosse auch mal über die Wahl der Namen Gedanken machen.

    Sollte man nicht statt Namen wie "iPhone", "Galaxy" oder "Experia" treffendere Begriffe finden "NSAphone", "BNDlaxy" oder "KGBeria"? Oder die Namen passender Politiker adaptieren?

  3. Mein Handy ist aus dem Jahre 2000.

    Internet ist deaktiviert, ich benutze es auch nur für Anrufe und SMS, manchmal als MP3-Player.

    Als Ersatz für das Fehlen des ganzen neumodischen SchnickSchnacks habe ich weniger Angst vor Google und Apple.

    Aber ich finde, Apple-Kunden haben eh jedes Beschwerde-Recht mit Kauf des Gerätes verspielt. Dass Apple Daten sammelt, wo es nur geht, ist wohl keinem neu. Dass die Geräte technisch nicht spitze sind, ist auch bekannt. Dass man für den Namen und das Apfel-Logo nochmal nen 100er extra zahlt ebenso. Und einzig der App-Store als großes Plus reisst es dann auch nicht raus.

    Beim iPhone braucht man sogar eine App, um MP3-Dateien als Klingelton einzustellen. Und ohne Jail-Break kostet dieses "Programm" auch noch Geld!

    Oder das iPad, ein Tablet-"PC" OHNE USB-SCHNITTSTELLE! Solang mein Tisch nicht wackelt, brauch ich sowas auch nicht.

    Antwort auf "Keine Wahl"
  4. mit seinen blackberries nicht vergessen.
    meines erachtens nach noch die sicherste Variante.

    • CM
    • 21. April 2011 11:55 Uhr

    Die anderen Hersteller machen das vermutlich genauso - sie wurden nur nicht so schnell öffentlich vorgestellt. Das ist Apples berühmte Benutzerfreundlichkeit und gilt offenbar auch für Hacker.

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    Bei den anderen Hersteller gibt es keine so weitreichenden AGBs wie beim Apfelhändler. Es war ja damit zu rechnen, dass da ein Wurm im Apfel war.
    Viel interessanter ist die Entwicklung des Menschen durch die Smartphones. Nun kann man Menschen dabei beobachten, wie sie 10x75 im Handy rechnen, wie manche das Navi für den täglichen Arbeitsweg benutzen, kurz wie das Gehirn ganz ausgeschaltet wird.
    In ein paar Jahren fragt man sein Handy, wie komme ich über die Strasse, wieviel ist 2+2 und in einigen Jahrzehnten ...?

  5. Lieber jagu,

    könnten Sie mir (und vielleicht den anderen "Mac-Dummies") kurz erläutern, weshalb Ihre Kriterien einer vorgeblich " falsche[n] (Kauf-)Entscheidung" auch die meinen sein sollten?

    Mit den ewig wiedergekäuten Contra-Apple-Argumenten im Einzelnen bin ich durchaus vertraut - was ich jetzt noch nicht verstanden habe ist, weshalb die bei Ihnen angedeutete Auffassung auch für "Mac-Dummies" gelten sollte.

    Da Sie den angeblich doppelten Preis ansprechen, frage ich mich übrigens, ob ich meine Bio-Milch nicht auch günstiger als 08/15-Milch beim Discounter bekommen könnte. Will sagen: Wenn Milch Milch ist, dann sicherlich; und wenn der 'nackte' Kaufpreis eines Produktes die einzige Richtschnur einer Kaufentscheidung wäre ebenso.

    Wenn mir die eine Milch besser schmeckt und ich einen Mehrpreis hierfür gerne in Kauf nehme, dann weshalb nicht? Mein Geld, meine Kaufentscheidung.

    Aber meine Hauptfrage an Sie geht mehr in die Richtung, weshalb Ihre Gründe die Gründe aller sein sollen?

    Herzlichst
    aR

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    ...diese wirklich blöden Vergleiche, welche immer von Apple-Fans kommen:

    "Da Sie den angeblich doppelten Preis ansprechen, frage ich mich übrigens, ob ich meine Bio-Milch nicht auch günstiger als 08/15-Milch beim Discounter bekommen könnte."

    Bei Bio-Milch weiß ich aber dass die Milch frei von vielen Schadstoffen ist UND das die Tiere artgerecht gehalten werden.

    Ist das bei Apple so? Unter welchen Bedingungen werden diese Geräte denn hergestellt? Sicherlich sind andere auch ncht besser, aber daher hingt der Vergleich Bio und Nicht-Bio. Und der Vorteil einer Bio-Milch liegt nicht nur darin dass sie besser schmeckt...

    Dann erklären Sie mir doch einmal bitte wo ein iPhone besser ist als die Flagschiffe anderer Hersteller? Und dann bitte auch ohen die typischen Aufzählungen von Apple-Fans, diese sind oftmals auch nur Schönrederei. Ich habe beim iP4 gegenüber meinem SGS keine wirklichen Vorteile erkennen können.

    Es ist doch letzten endes immer so: Die Apple-Fans als eine Minderheit erheben für sich den Anspruch anderen zu erzählen, was sinnvoll ist und was nicht. Das grenzt schon an Größenwahnsinn. SD-Karten-Slot oder USB-Anschluss für ein Pad? Wer braucht das schon (eine ganze Menge wollen es). BD-Laufwerke beim Mac? VBraucht doch keiner (komisch dass sich die Dinger so gut verkaufen). USB 3? Wo ist der Sinn (sicherlich mehr Sinn als bei FW). Flash? GAAAANZZZ BÖÖÖÖSSE...

    Ich würde mir von niemanden vorschreiben lassen was ich als sinnlos ansehe...
    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er

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