DatenleckPS3-Hacker klagt Sony-Spitze an

Sony-Hacker George Hotz wirft der Konzernspitze Arroganz in Bezug auf Datensicherheit vor. Womöglich sind auch Kreditkarten-Informationen gestohlen worden. von 

Der Hacker George Hotz nimmt die Entwickler der Sicherheitsarchitektur in Schutz: Nicht sie, sondern die Entscheidungsträger seien für den jüngsten Datenskandal bei Sony verantwortlich. Das schreibt Hotz in einem aktuellen Blogpost . Der Hacker mit dem Spitznamen "Geohot" war über Szenekreise hinaus bekannt geworden, nachdem er den Kopierschutz der Playstation 3 geknackt hatte und daraufhin von Sony in einen Rechtsstreit verwickelt worden war.

Die Sony-Führungskräfte hätten Hackern den Krieg erklärt und über die Idee gelacht, jemand könne die "Festung Sony" einnehmen. Sie hätten über Piraterie gejammert und daher immer mehr Juristen eingestellt. "Was sie eher gebraucht hätten, wären gute Sicherheitsexperten gewesen", schreibt der Hacker. Die Community zu vergrätzen sei keine gute Idee gewesen. Das hätte Sony wohl in den Fokus der Hacker gebracht.

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George Hotz behauptet zwar, die aktuellen technischen Hintergründe des Server-Einbruchs nicht zu kennen, wirft Sony aber Arroganz vor. Zentrale Sicherheitsregeln seien nicht eingehalten worden.

Bemerkenswert findet er daher, dass dem Playstation-Network persönliche Daten entlockt werden konnten. Bei anderen Firmen, bei denen es zu vergleichbaren Hacks gekommen war, sei das nicht gelungen: "Weder bei Microsofts Xbox Live, als die Xbox 360 geknackt worden war, noch bei iTunes, nach dem Jailbreak des iPhones , noch bei Gmail, als Android aufgebrochen worden war."

Am Ende seines Blog-Eintrags wendet sich Georg Hotz direkt an den Kollegen, dem es gelungen ist, sich Zugang zu den Sony-Nutzerdaten zu verschaffen. "Du bist auf jeden Fall talentiert und wirst künftig viel Geld bekommen (oder eine Haftstrafe und Bankrott gehen)." Aber Hotz ermahnt den Täter auch, die persönlichen Daten nicht zu verkaufen. Dazu erläutert er, was nach seinem Verständnis einen Hacker ausmache: Er würde Computer angreifen, aber sich nicht an anderer Leute Eigentum vergreifen. Hotz schreibt außerdem, er sei sehr gespannt, die Details des Hacks zu erfahren. Vermutlich weil dann Fahrlässigkeit und Arglosigkeit der Verantwortlichen offensichtlich würden.

Die Hacker haben laut einem Bericht der New York Times inzwischen angegeben , unter den gestohlenen Daten befänden sich auch die Kreditinformationen der Nutzer. Laut Kevin Stevens von der Sicherheitsfirma Trend Micro kursierten in entsprechenden Zirkeln die Hoffnung, die Liste mit den Kreditkarteninformationen für über 100.000 Dollar verkaufen zu können. 

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Leserkommentare
  1. Die Ausssage

    "nachdem er den Kopierschutz der Playstation 3 geknackt hatte"

    ist falsch.

    Richtig wäre:

    "Er veröffentlichte auf seinem Blog den vollständigen Root Key der Playstation 3 mit welchem es möglich ist, Homebrew-Software zu installieren".

    Software zum Umgehen des Kopierschutzes wurde nicht von ihm entwickelt bzw. veröffentlicht.

  2. "Er veröffentlichte auf seinem Blog den vollständigen Root Key der Playstation 3 mit welchem es möglich ist, Homebrew-Software zu installieren".... oder eben kopierte Spiele

  3. Das Bereitstellen eines Messers macht einen noch lange nicht zum Mörder. Mit einem Messer ist es möglich viele tolle Dinge anzustellen: Fleisch, Gemüse, Brot schneiden... Allerdings kann ich damit auch jemanden umbringen. Wenn das primäre Ziel war, ein Werkzeug zu erstellen mit dem ich in der Küche mein Essen zubereiten kann, andere es aber als Mordinstrument benutzen, wer ist dann derjenige der gegen das Gesetz verstößt?

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    • Pangea
    • 29. April 2011 14:22 Uhr

    Sehr naive Sichtweise.

    "Guns don't kill people, people kill people."
    Stanley Smith, American Dad

    http://www.youtube.com/wa...

    • Bikila
    • 30. April 2011 8:51 Uhr

    Können sie mir einen anderen Sinn als den Diebstahl geistigen Eigentums nennen den man mit dem brechen von Kopierschutz bewerkstelligen kann.

    Eigene Software installieren, bzw Linux. Damit hatte Sony explizit vor Jahren geworben - um es dann später mit einem Patch unmöglich zu machen.

    • fou
    • 29. April 2011 12:40 Uhr

    "Mr. Stevens said one forum member told him the hackers had even offered to sell the data back to Sony but did not receive a response from the company."

    Sehr interessant, sind die 75Mio Kunden Sony nichtmal 100.000$ wert?!
    Weltweit scheint das Krisenmanagement in den letzten Wochen und Monaten ebenfalls in einer Krise zu stecken...

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    • Lu-Tze
    • 29. April 2011 15:41 Uhr

    Warum soll Sony für etwas bezahlen, das sie schon besitzen?
    Und die Hacker haben sicherlich auch noch eine
    Sicherungskopie der Daten angefertigt ;)

    • GDH
    • 05. Mai 2011 14:22 Uhr

    Zitat: >>"Mr. Stevens said one forum member told him the hackers had even offered to sell the data back to Sony but did not receive a response from the company."

    Sehr interessant, sind die 75Mio Kunden Sony nichtmal 100.000$ wert?!<<

    Nur um das vorwegzunehmen (ich halte nix von Sony: weder von den Produkten (Spielkonsolen allgemein) noch von deren Verfolgung "geistiger Eigentumsrechte").

    Man kann einem Unternehmen aber wohl kaum vorwerfen, dass es sich nicht erpressen lässt. Die wären genauso mitschuldig an künftigen Datendiebstählen, wie die Schutzgeldzahler am Horn von Afrika schuld sind am Piraterieproblem.

    Ganz im Gegenteil ist es allgemein ehrenwert, einen Schaden für sich selbst (das eigene Unternehmen) in Kauf zu nehmen um zu verhindern, dass ein Erpresser (oder irgendein Ausstoßer ilegitimer Drohungen) Erfolg hat.

    • LeMans
    • 29. April 2011 13:34 Uhr

    da beschuldigt der Einbrecher oder dessen Mitwisser den Eigentümer nicht genügend Sicherungen angebracht zu haben und regt auch noch zur Hehlerei an - dem Forum scheints nichts auszumachen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • fou
    • 29. April 2011 13:53 Uhr

    Woher nehmen Sie die Gewissheit, das Hotz Täter/Mitwisser war?

    "Aber Hotz ermahnt den Täter auch, die persönlichen Daten nicht zu verkaufen."
    Für mich ist da eher das Gegenteil als Hehlerei erkennbar.

    • fou
    • 29. April 2011 13:53 Uhr

    Woher nehmen Sie die Gewissheit, das Hotz Täter/Mitwisser war?

    "Aber Hotz ermahnt den Täter auch, die persönlichen Daten nicht zu verkaufen."
    Für mich ist da eher das Gegenteil als Hehlerei erkennbar.

    Antwort auf "Seltsam"
    • Pangea
    • 29. April 2011 14:22 Uhr

    Sehr naive Sichtweise.

    "Guns don't kill people, people kill people."
    Stanley Smith, American Dad

    http://www.youtube.com/wa...

    Antwort auf "Denkanstoss "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Für Hotz und Konsorten ist das doch wie ein Sport. Sony verkauft Hardware auf welcher sich Linux installieren lässt und wirbt damit. Irgendwann beschließen sie: "Ach ne, doch nicht mehr..." und verabschieden dieses Feature aus ihrem Angebot via Zwangs-Update. Hier hat der sportliche Ehrgeiz der Hacker, Software auf seiner eigenen Hardware zu installieren, erst richtig angefangen. Sony gibt dir was, du bezahlst dafür und irgendwann wird es dir wieder weggenommen. Zwar wird der Großteil der PS3-Besitzer dieses Feature nicht vermissen, für diejenigen, die sich die Kiste aber damals deswegen gekauft haben ist es sehr ärgerlich.

    Hotz betonte sogar, dass er das Umgehen des Kopierschutzes nicht gut heißt.

    Außerdem hinkt der Vergleich mit den Waffen etwas, da diese in der Tat keinen wirklich anderen Nutzen haben, als Menschen zu schaden. Aber trotzdem sehr schönes Video. :)

  4. Für Hotz und Konsorten ist das doch wie ein Sport. Sony verkauft Hardware auf welcher sich Linux installieren lässt und wirbt damit. Irgendwann beschließen sie: "Ach ne, doch nicht mehr..." und verabschieden dieses Feature aus ihrem Angebot via Zwangs-Update. Hier hat der sportliche Ehrgeiz der Hacker, Software auf seiner eigenen Hardware zu installieren, erst richtig angefangen. Sony gibt dir was, du bezahlst dafür und irgendwann wird es dir wieder weggenommen. Zwar wird der Großteil der PS3-Besitzer dieses Feature nicht vermissen, für diejenigen, die sich die Kiste aber damals deswegen gekauft haben ist es sehr ärgerlich.

    Hotz betonte sogar, dass er das Umgehen des Kopierschutzes nicht gut heißt.

    Außerdem hinkt der Vergleich mit den Waffen etwas, da diese in der Tat keinen wirklich anderen Nutzen haben, als Menschen zu schaden. Aber trotzdem sehr schönes Video. :)

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Sony | Microsoft | Android | Eigentum | Hacker | Piraterie
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