Ein Mann spielt auf der "Paris Games Week 2010" mit einer PlayStation 3 © Franck Fife/AFP/Getty Images

Hacker haben die Daten von Millionen Kunden der Online-Dienste des Elektronikkonzerns Sony erbeutet. Eine unbekannte Person habe sich Zugang zu persönlichen Daten wie Name, Adresse, E-Mail oder Geburtsdatum verschafft, warnte das Unternehmen die etwa 77 Millionen Nutzer des Playstation Network sowie des Video- und Musikservices Qriocity. Auch Logins und Passwörter seien nach derzeitigem Kenntnisstand ausgespäht worden, möglicherweise auch die Liste der Käufe.

Obwohl es derzeit keine Anzeichen dafür gebe, dass auch Kreditkartendaten abgeschöpft wurden, "können wir diese Möglichkeit nicht gänzlich außer Betracht lassen", schreibt Sony in seinem Firmenblog. Die Kunden sollten nun besonders wachsam sein, um keinem Betrug aufzusitzen, und ihr Konto kontrollieren.

Der oder die Hacker waren vom 17. bis zum 19. April in die Kundendatenbanken eingedrungen. Sony hatte daraufhin seine Online-Dienste komplett abgeschaltet. Wann sie wieder laufen, ließ der Konzern offen. In US-Medien hieß es, bis dahin könnte noch eine Woche vergehen.

Über das Playstation Network können Nutzer miteinander spielen, chatten und Filme ansehen. Immer mehr Spiele für die Konsole Playstation 3 und auch die mobile Playstation Portable haben inzwischen Online-Komponenten. Unter dem Namen Qriocity vertreibt der Konzern wiederum Musik und Videos. Ein Großteil der Kunden beider Dienste kommt aus Deutschland.

Wer hinter der Attacke steht, blieb zunächst unklar. Eine Vermutung ist, dass der Angriff ein Racheakt gewesen sein könnte, nachdem Sony zwei Playstation-Hacker verklagte. Der junge Mann, der schon Apples iPhone gehackt hatte, knackte den Schutzmechanismus der Konsole, so dass auf ihr kopierte und selbst gemachte Spiele laufen konnten – und das, obwohl die Playstation als besonders gut geschützt galt. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet. Nach der Klage einigten sich der Konzern und der Hacker außergerichtlich. Er musste versprechen, die Hacker-Software nicht mehr zu vertreiben und schrieb daraufhin in einem Blog, er schließe sich einem Boykott von Sony-Produkten an.

Aktivisten des Netzwerks Anonymous, das Anfang April wegen des Hackerstreits Attacken gegen Sony-Websites startete, wiesen die Verantwortung für den Datenklau von sich. Zwar könne es sein, dass es sich hierbei um eine von Anonymous unabhängige Aktion handele, hieß es in einem Blogeintrag. Das Netzwerk selbst habe damit aber nichts zu tun und übernehme keinerlei Verantwortung für jedwede Folgen des Hacks. Sony nannten die Aktivisten "inkompetent".