OrtungsdatenApple-Geräte speichern Standort nicht mehr unbegrenzt

Version 4.3.3 des Betriebssystems für iPhone und iPad reagiert auf Kritik an der Speicherung von Ortungsdaten. Zumindest teilweise. Verschlüsselt werden sie weiter nicht. von Reuters

Das Update des Betriebssystems mit der Nummer 4.3.3 bei iTunes

Das Update des Betriebssystems mit der Nummer 4.3.3 bei iTunes  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

Der Computerkonzern Apple hat eine neue Version seines mobilen Betriebssystems iOS 4 veröffentlicht, um künftig weniger Standortdaten der Nutzer zu sammeln. Dank des Updates mit der Nummer 4.3.3 werden iPhone und iPad die Daten von WLAN-Knoten und Funkzellen zumindest nicht mehr so lange speichern.

Dass sie es tun, war schon länger bekannt. Doch hatten der Astronom Alasdair Allan und der Programmierer Pete Warden vor Ostern ein Programm veröffentlicht, das diese Standortdaten ausliest und auf einer Karte darstellt. Damit hatten sie weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt, da vielen Nutzern diese Fähigkeit ihrer Geräte zum ersten Mal vor Augen geführt worden war. In den USA strengten daraufhin mehrere Applekunden eine Sammelklage an. Angesichts des amerikanischen Rechtssystems, in dem solche Klagen zu sehr hohen Entschädigungszahlungen führen können, eine offensichtlich ernst zu nehmende Drohung.

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Klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Karte zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Apple hatte daraufhin eingeräumt, dass seine Mobiltelefone und Tablets Daten über den Standort erfassen und auch unverschlüsselt auf das zugehörige Computersystem iTunes übertragen, womit sie im Zweifel auch anderen Menschen zugänglich sind. Zugleich bestritt das Unternehmen, die Daten seiner Kunden auszuspähen und gezielt zu nutzen. Das Sammeln sei vielmehr ein "Bug" gewesen, ein Programmierfehler, hieß es in einer kurzen Erklärung dazu. Zumindest das so umfangreiche Sammeln.

Die Geräte bieten viele Dienste an, die auf dem Wissen um den Aufenthaltsort beruhen. Dazu gibt es zwei Wege. Der klassische ist die Verwendung von Signalen der im Orbit kreisenden Satelliten des Positionsbestimmungssystems GPS. Doch dauert es mehrere Minuten, die Satelliten anzupeilen und anhand ihrer Funksignale den Aufenthaltsort zu berechnen. Dank eines zweiten Weges lässt sich diese Zeit auf Sekunden verkürzen. Dazu werden die Sendemasten der Telefonfirmen genutzt. Diese wissen, wo sie sich befinden und ein Handy kann seinen eigenen Standort in Relation dazu bestimmen.

Um das möglichst schnell zu ermöglichen, scannen iPhones und iPads stets, welche Funkmasten in ihrer Nähe sind und legen diese Information in einer Datei ab, um sie im Zweifel nutzen zu können. Auch die Geräte anderer Hersteller tun das – aus dem gleichen Grund. Die Kritik von Allan und Warden richtete sich daher vor allem dagegen, die Daten unverschlüsselt zu speichern, sodass jeder sie auslesen kann. Immerhin lassen sich damit Bewegungsprofile erstellen, auch wenn sie in Apples Fall eher ungenau sind. So zeigen die Punkte auf der Karte nicht unbedingt den tatsächlichen Standort, sondern im Zweifel auch Funkmasten, die kilometerweit weg sind, aber trotzdem erfasst wurden.

Mit dem nun veröffentlichten Update wird die Datenbank bei einer Synchronisation nicht mehr auf den Computer übertragen. Außerdem wird sie gelöscht, wenn der Nutzer an seinem Gerät die Nutzung von Standortdaten deaktiviert. Werden Standortdaten genutzt, speichert das Gerät sie nicht mehr über einen großen Zeitraum. In der bisherigen Version betrug der nahezu ein Jahr – seit Beginn der Einführung von iOS 4. Den Hauptkritikpunkt aber hat der Konzern damit bislang nicht umgesetzt: Verschlüsselt werden die Daten auch künftig nicht, zumindest steht in der Ankündigung der neuen Funktionen nichts davon.

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Leserkommentare
  1. Die Verschlüsselung der Daten wird im nächsten großen Update (im Laufe des Jahres) nachgereicht.

    "In the next major iOS software release the cache will also be encrypted on the iPhone."
    http://www.apple.com/pr/l...

    Eine Leserempfehlung
    • JOAX
    • 05. Mai 2011 12:47 Uhr

    ist ja schon ein Witz.
    Soll sich der User , zu denen ich zum Glück nicht gehöre,
    jetzt noch bedanken.
    Informationelle Selbstbestimmung ade.

    3 Leserempfehlungen
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    ... die ein iPhone-Hasser wohl nicht verstehen wird (will). Uebrigens machen es alle anderen auch so. Und selbst wenn es kein Handyhersteller auf der ganzen Welt tun wuerde, wissen die Netzanbieter immer noch genau, wo Du bist.

    Aber Hauptsache auf Apple rumgehackt. Ist ja "in" im Moment.

    ...Dienste von Google, Soziale Netzwerke, entsprechende Smartphones? Dann fahren Sie damit sicher nicht besser/schlechter als bei Apple...

  2. ... die ein iPhone-Hasser wohl nicht verstehen wird (will). Uebrigens machen es alle anderen auch so. Und selbst wenn es kein Handyhersteller auf der ganzen Welt tun wuerde, wissen die Netzanbieter immer noch genau, wo Du bist.

    Aber Hauptsache auf Apple rumgehackt. Ist ja "in" im Moment.

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    Och gottchen...Taschentuch?

  3. ...Dienste von Google, Soziale Netzwerke, entsprechende Smartphones? Dann fahren Sie damit sicher nicht besser/schlechter als bei Apple...

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    ...kommen hierbei immer die gleichen Argumente?

    Und was ist wenn ich bei keinem sozialen Netzwerk bin? Wennich darauf achte dass meine "Netz-Identität" nichts mit der realen zu tun hat? Wenn ich kaum Dienste von Google verwende?

    Es ist immer wieder lustig zu lesen wie manche versuchen solche Dinge zu relativieren...

  4. Och gottchen...Taschentuch?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Das hat Gruende..."
  5. ...kommen hierbei immer die gleichen Argumente?

    Und was ist wenn ich bei keinem sozialen Netzwerk bin? Wennich darauf achte dass meine "Netz-Identität" nichts mit der realen zu tun hat? Wenn ich kaum Dienste von Google verwende?

    Es ist immer wieder lustig zu lesen wie manche versuchen solche Dinge zu relativieren...

    Antwort auf "Nutzen Sie..."
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    • topada
    • 05. Mai 2011 15:16 Uhr

    "Wenn ich darauf achte dass meine "Netz-Identität" nichts mit der realen zu tun hat?"

    Eine solche Schizophrenie halte ich ebenfalls für höchst bedenklich.

    • topada
    • 05. Mai 2011 15:16 Uhr

    "Wenn ich darauf achte dass meine "Netz-Identität" nichts mit der realen zu tun hat?"

    Eine solche Schizophrenie halte ich ebenfalls für höchst bedenklich.

    Antwort auf "Warum..."
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    ...wo hier eine Schizophrenie vorliegt? Nur weil ich darauf achte im Netz so wenig wie möglich preis zu geben?

  6. ...wo hier eine Schizophrenie vorliegt? Nur weil ich darauf achte im Netz so wenig wie möglich preis zu geben?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Schizophrenie"
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    • 2eco
    • 05. Mai 2011 20:44 Uhr

    "Nur weil ich darauf achte im Netz so wenig wie möglich preis zu geben?"

    Jepp, das ist total uncool :)
    Wer seine Sauforgien und all seine persönlichen Informationen nicht ausführlich im Netz dokumentiert ist sowas von vorgestern ;)

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  • Quelle Reuters
  • Schlagworte Apple | Drohung | GPS | Ostern | iTunes | USA
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