Playstation Hack Sony wagt Neustart trotz Bedenken
Sony hat das Playstation-Netzwerk wieder zugänglich gemacht, allerdings nicht in Asien. Die japanische Aufsichtsbehörde zweifelt noch an der Sicherheit.
© REUTERS/Kim Kyung Hoon

Sony-Werbung in Tokio
Am Samstag hat der Konzern Sony begonnen, seinen Onlinedienst für die Playstation und sein Videostreamingnetzwerk Qriocity wieder hochzufahren, zumindest in Amerika, Europa und dem Nahen Osten. In Asien jedoch bleiben beide weiter geschlossen – das japanische Wirtschaftsministerium untersagte den Start.
Vor ungefähr einem Monat hatten sich Hacker Zugriff auf die Daten von insgesamt mehr als 100 Millionen Nutzer der Onlinedienste von Sony verschafft, darunter auch Kreditkarten-Nummern. Am 20. April dann hatte der Konzern seine Onlineangebote komplett abgeschaltet und sich später wortreich für die Probleme entschuldigt.
Bevor sie in Asien wieder gestartet werden dürfen, will die Aufsichtsbehörde zuerst mehr über den Hack und seine Folgen wissen. Sony wurde gebeten, genau darzulegen, was die Sicherheitsexperten unternommen haben, damit so etwas nicht wieder passieren kann.
Offensichtlich war das Wirtschaftsministerium mit den Antworten nicht zufrieden. Zu Recht, sagt John Bumgarner, von der US-Forschungsgruppe Cyber Consequences Unit laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe eine ganze Handvoll von Sicherheitslücken in Sony-Netzwerken, die Hacker möglicherweise ausbeuten könnten. Bumgarner habe dazu zahlreiche Informationen und Zugänge gefunden. Bei seinem Test nutzte Bumgarner kaum mehr als einen Web-Browser und die Suchmaschine Google, schreibt Reuters.
Sony wollte sich nicht direkt zu den Sicherheitslücken äußern. Die Firma beseitigte jedoch innerhalb von Stunden drei von fünf Lecks, die Reuters dem Konzern nannte.
Auch das japanische Ministerium hat noch offene Fragen. Die australische Zeitung The Australian zitierte den Leiter der Medienabteilung des japanischen Wirtschaftsministeriums, Kazushige Nobutani, mit den Worten: "Bis zum 13. Mai hat Sony die in der Pressekonferenz vom 1. Mai angekündigten Maßnahmen noch nicht vollständig umgesetzt." Darüber hinaus habe man den Konzern gefragt, ob seine Sicherheitsvorkehrungen wirklich ausreichend seien und wie Sony gedenke, das verlorene Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen.
Trotz solcher Hinweise wurden im Rest der Welt schrittweise die Dienste wieder hochgefahren. Allerdings nicht vollständig, Teile des Netzwerks bleiben offline. So können Spieler zwar wieder gegeneinander spielen und sich Filme ansehen und Musik herunterladen. Der Softwarebereich aber bleibt geschlossen. Es können vorerst keine Spiele über den Playstation Store gekauft werden.
Auch holperte es beim Neustart noch ein wenig: Kunden konnten sich erst wieder mit dem Netzwerk verbinden, nachdem sie die Software auf ihrer Playstation 3 aktualisiert und ihr Zugangspasswort geändert hatten. Weil so viele Spieler gleichzeitig versuchten, ihr Passwort zu ändern und der Server nicht alle Anfragen beantworten konnte, kam es dabei zu Verzögerungen.
- Datum 16.05.2011 - 11:06 Uhr
- Quelle dpa, Reuters
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