Frank Spaeing hat eine Mission. Er kämpft gegen Datenkraken, Computer-Viren und gegen die Sorglosigkeit vieler Jugendlicher im Umgang mit persönlichen Informationen. So auch an diesem Morgen.

Es ist die dritte Stunde, die große Pause ist gerade vorbei und in einer Woche gibt es Zeugnisse. Da haben die meisten der 50 Zehntklässler anderes im Kopf als das angeblich so gefährliche Internet. Also bleibt in der Aula des Lilienthal-Gymnasiums in Berlin-Lichterfelde die erste Reihe frei und hinten wird getuschelt.

98 Prozent der zehn- bis 18-Jährigen sind regelmäßig online, gut ein Drittel gibt das Internet als liebste Freizeitbeschäftigung an, hat eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien zum Internetverhalten Jugendlicher beobachtet.

Als Spaeing gleich zu Beginn fragt, wer von den Schülern einen Account bei Facebook hat, melden sich fast alle. Genau das sei das Problem, wird der Datenschützer später sagen: Natürlich biete das Internet eine Menge Spaß, jeder wolle mitmachen. Nur um die Gefahren würden sich die wenigsten kümmern, dabei seien die gerade für Jugendliche groß.


Fast 30 Prozent der 16- bis 18 Jährigen sind digital schon einmal belästigt oder beleidigt worden, hatte die gleiche Studie ergeben. Es gibt ganze Websites, die bewusst Raum für Mobbing lassen . Jugendliche, sagt Spaeing, würden sich zwar oft besser als ihre Eltern mit Computern auskennen, seien oft aber auch sorgloser.

Diese Sorglosigkeit zu demonstrieren, fällt Spaeing leicht. Mit seinem Mobiltelefon ortet er kurzerhand einige Handys der Schüler. "Aha, das iPhone von Mark, bitte mal melden!", ruft er in den Saal. "Anna Sophie ist auch da, dann sehe ich noch Dane." Die Schüler schauen verwundert, holen schnell ihre Handys hervor, drücken ein paar Tasten.

Spaeings Botschaft ist klar: Viele von euch haben die Kontrolle über ihre Daten längst verloren. Zeit, dass euch jemand zeigt, wie ihr sie zurückgewinnen könnt.