Rechtliche Hürden - zumindest in Deutschland
Der Marketing-Professor Gianfranco Walsh von der Universität Koblenz-Landau glaubt nicht, dass die Plattform mit dem deutschen Medien- und Datenschutzrecht vereinbar wäre. Insbesondere die Frage nach dem Urheberrecht hält er für zentral: "Wem gehören die Daten in sozialen Netzwerken?", fragt er.
Facebook beispielsweise, das auf die gleiche Weise Geld verdient, zwingt die Nutzer mithilfe der Nutzungsbedingungen, alle Inhalte Facebook zu überschreiben. Wer etwas in das Netzwerk hochlädt oder postet, überlässt die Verwertungsrechte daran Facebook. In den USA gibt es einen Rechtsstreit dazu – bislang folgte das Gericht der Auffassung des Konzerns.
- Privatsphäre
Die 2004 gestartete Seite Facebook will nach Aussage ihre Gründers Mark Zuckerberg die Welt offener und vernetzter machen. Das gelingt ihr offensichtlich viel zu gut, gab es doch bereits häufig Proteste, Facebook nötige seine Nutzer zu mehr Offenheit, als diese sich wünschten. So sammelt die Seite E-Mail-Adressen und Telefonnummern auch von Nichtmitgliedern, wenn Mitglieder ihr Adressbuch bei Facebook speichern. Sie nutzt diese Informationen, um Nichtmitglieder zu kontaktieren. Facebook betont, dass dabei keine "Schattenprofile" von Nichtmitgliedern erstellt werden, die irische Datenschutzbehörde will das noch genau überprüfen. Der Konzern hat auf den Widerstand seiner Nutzer reagiert und zumindest die möglichen Einstellungen, welche Profilinformationen für wen sichtbar sein sollen, überarbeitet. Auch "Gruppen" wurden eingeführt. Nutzer können ihre Kontakte in solchen organisieren, damit nicht jede Information an alle geht.
- Vernetzung
Aufgrund der Struktur der Seite ist es jedoch möglich, Schlüsse über jemanden zu ziehen, die er so nicht beabsichtigt hatte. Allein die als Freunde bezeichneten Mitglieder können durch ihre Interessen beispielsweise nahe legen, dass jemand homosexuell ist, auch wenn er selbst das nicht in seinem Profil angibt. Der hohe Vernetzungsgrad und die vielen verfügbaren Informationen machen es möglich, statistische Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und so neue Schlüsse zu ziehen. Kritiker sagen, das Netzwerk könne beispielsweise für Dissidenten lebensgefährlich sein, da es Gruppenstrukturen durchschaubar mache.
- Profil
Wer Facebook nutzen, aber so wenig wie möglich über sich verraten will, sollte beispielsweise keinen Gruppen beitreten und keine persönlichen Interessen wie Musik angeben. Was genau das eigene Profil nach außen sichtbar macht, lässt sich unter anderem bei dieser Seite abfragen. Sie nutzt die offizielle API von Facebook, die Schnittstelle also, durch die externe Firmen Informationen über Mitglieder beziehen dürfen. Wer sich darüber hinaus davor schützen will, dass ihm mit einem gestohlenen Passwort sein halbes Leben abhanden kommt, kann inzwischen beim Login in seinen Account temporäre Passwörter nutzen.
Walsh glaubt nicht, dass die Abtretung der Rechte deutschen Gesetzen entspricht. Wenn man die Ressource Information kommerzialisiere und damit Handel betreiben könne, um Kunden effizienter zu erreichen, sei das ohne das ausdrückliche Einverständnis des Kunden problematisch. Es brauche allerdings erst einmal einen Kläger, um festzustellen, wie die Rechtssituation in Deutschland überhaupt sei, sagt er.
Der Marketingprofessor kritisierte Facebook für seine Methode. "Man verschafft sich Zugang zu Daten über einschlägige Nutzungsbedingungen und nutzt diese so lange, bis man von höherer Instanz aufgefordert wird, das zu unterlassen."
Anders als Facebook lässt sich Google allerdings die Nutzungsrechte nur nicht-exklusiv übertragen. Über ein Werkzeug namens "Data Liberation" können Nutzer ihre Daten auch jederzeit exportieren, um sie in anderen Diensten zu verwenden. In den Google-Datenschutzbestimmungen heißt es: Die gesammelten Nutzerdaten werden zum Zweck der "Bereitstellung, Aufrechterhaltung, Schutz und Verbesserung unserer Services, einschließlich der Werbeprogramme und der Entwicklung neuer Services" verwendet.
Falls die Daten nicht diesen Zwecken entsprechend verwendet werden, wird der Nutzer außerdem erneut gefragt, ob er damit einverstanden ist. Nutzer können außerdem einstellen, wie genau die Anzeigen, die sie sehen, auf sie zugeschnitten werden sollen.
Google-Sprecher Flechsig sagt, dass Google keine personenbezogenen Daten weitergeben oder weiterverkaufen wird. Eine künftige Plattform für verschiedene Anzeigennetzwerke müsse den Interessen der Protagonisten entsprechen, also nicht nur denen der Werbetreibenden, sondern auch denen der Nutzer. Google wolle ihnen Werkzeuge geben, um ihre Daten zu kontrollieren und eine Weiternutzung auszuschließen, sagt Flechsig.
Jedoch scheint das Projekt noch in der Planungsphase zu sein, bislang sind noch keine Informationen über die Architektur bekannt. Daher ist auch unklar, wie den widerstreitenden Interessen Rechnung getragen werden soll. Klar ist nur eines: Wenn ein Dienst wie Google-Mail oder Google+ für den Nutzer kostenlos ist, dann ist er nicht Kunde, sondern Produkt.
Update: Wir haben den Text auf Veranlassung der Autorin im Nachhinein noch leicht verändert und einige der ursprünglichen Formulierungen abgemildert. Nutzerprofile werden bis auf weiteres von Google nicht verkauft.
- Datum 14.07.2011 - 08:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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mit Nutzerdaten und Forenbeiträgen?
Von A wie Angebotsoptimierung bis Z wie Zielgruppenanalyse ist eine Menge mach- und vorstellbar.
Wird etwas gemacht? Was? Werden die Beiträge archiviert? Analysiert?
Vielen Dank für die Info im voraus :-)
http://www.heise.de/newst...
Zeit.de und heise.de "beglücken" einen z.B. mit einem Webbug, über den die VG-Wort(.de) die Benutzer trackt.
Ansonsten laufen bei Zeit.de die Tracker bzw. Webbugs:
- DoubleClick
- INFOline
- NuggAd
- research.de.com
- brightcove.com
- GoogleApis.com
und natürliche viele, viele Scripte.
Dagegen helfen Adblock, NoScript, Flshblock, Ghostery, CookieCullery usw.
Viel Spaß
http://www.heise.de/newst...
Zeit.de und heise.de "beglücken" einen z.B. mit einem Webbug, über den die VG-Wort(.de) die Benutzer trackt.
Ansonsten laufen bei Zeit.de die Tracker bzw. Webbugs:
- DoubleClick
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und natürliche viele, viele Scripte.
Dagegen helfen Adblock, NoScript, Flshblock, Ghostery, CookieCullery usw.
Viel Spaß
Ich kann Scroogle empfehlen. Suchanfragen werden über Server zentral an Google gesendet, sodass der Zusammenhang zum Nutzer nicht mehr direkt besteht.
...
Es hat gesprochen: Der (gläserne) Bürger
(Man kann einfach alles ungestraft machen; Vorraussetzung: es muss dreist und mit Selbstbewusstsein gemacht werden. Und der Bürger schweigt.)
Ich bin auf ixquick umgestiegen, keine IP-Speicherung, gar nichts und das ist für mich ein schlagendes Argument.
Ist zwar noch nicht so umfangreich wie google, aber die wichtigen Dinge, die man finden will, findet man.
Außerdem hat man dann auch nicht so viele Blöd-Links, mit denen man eh nichts anfangen kann.
In Artikeln dieser Art wird immer der Eindruck vermittelt, Google würde die Daten von Benutzern an irgendwelche Firmen verkaufen. Das ist aber schlicht falsch.
Google macht nichts anderes als den Firmen die Möglichkeit zu geben ihre Zielgruppen zu filtern. Das bedeutet beispielsweise, dass Google es ermöglicht Werbung für Damenunterwäsche vorwiegend Frauen anzuzeigen. Der einzige Unterschied ist, dass die Filter inzwischen viel detaillierter als bspw. männlich/weiblich gesetzt werden.
Der Punkt ist jedoch, dass dabei _keine_ Daten von dem Nutzer an das Unternehmen fließen. Das Unternehmen bekommt nicht mitgeteilt, dass Nutzer X weiblich ist o.ä. Insbesondere kann das Unternehmen keine Einzelprofile, sondern lediglich Statistiken betrachten. Das einzige was passiert ist, dass Nutzer X eher Werbung für Damenunterwäsche als für Schlagbohrer angezeigt bekommt.
Der Aspekt, der mir tatsächlich problematisch erscheint, ist weniger das, was Google damit macht, als das Missbrauchspotenzial:
Die bei Google gesammelten Daten erlauben nunmal leider Rückschlüsse auf vieles, was der Nutzer nie Google mitteilen wollte (z.B. über Cookies und Webbugs aus Kooperierenden Seiten gesammelt). Selbst wenn Google mit diesen Informationen nichts unrechtes tut, kann die Firma nicht verhindern, dass sich Behörden diese Daten unter den Nagel reißen und unter Umständen noch erzwingen, dass die Opfer nicht informiert werden. Das Missbrauchsrisiko durch Kriminelle kommt noch dazu.
Deswegen (weil eine sichere Lagerung der Daten nicht möglich ist) ist die Datensammlung ein Problem. Nicht, weil zielgerichtete Werbung so viel schlimmer wäre als einfach breit gestreute Werbung (wie der Artikel nahelegt).
Der Aspekt, der mir tatsächlich problematisch erscheint, ist weniger das, was Google damit macht, als das Missbrauchspotenzial:
Die bei Google gesammelten Daten erlauben nunmal leider Rückschlüsse auf vieles, was der Nutzer nie Google mitteilen wollte (z.B. über Cookies und Webbugs aus Kooperierenden Seiten gesammelt). Selbst wenn Google mit diesen Informationen nichts unrechtes tut, kann die Firma nicht verhindern, dass sich Behörden diese Daten unter den Nagel reißen und unter Umständen noch erzwingen, dass die Opfer nicht informiert werden. Das Missbrauchsrisiko durch Kriminelle kommt noch dazu.
Deswegen (weil eine sichere Lagerung der Daten nicht möglich ist) ist die Datensammlung ein Problem. Nicht, weil zielgerichtete Werbung so viel schlimmer wäre als einfach breit gestreute Werbung (wie der Artikel nahelegt).
Auf Google+ gibt es bereits eine Stellungnahme eines Pressesprechers von Google. Eine Einarbeitung und Bewertung in diesen Artikel wäre wünschenswert ...
https://plus.google.com/1...
(Der Beitrag ist leider nicht öffentlich, sondern nur für einige Google+ Benutzer, zu denen aber auch die Autorin gehören sollte)
http://www.heise.de/newst...
Zeit.de und heise.de "beglücken" einen z.B. mit einem Webbug, über den die VG-Wort(.de) die Benutzer trackt.
Ansonsten laufen bei Zeit.de die Tracker bzw. Webbugs:
- DoubleClick
- INFOline
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- brightcove.com
- GoogleApis.com
und natürliche viele, viele Scripte.
Dagegen helfen Adblock, NoScript, Flshblock, Ghostery, CookieCullery usw.
Viel Spaß
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